Rhein-Lahn-Kreis treibt geförderten Gigabitausbau voran


Nr. 339 – Rhein-Lahn-Kreis. Der Rhein-Lahn-Kreis setzt sich weiterhin für eine flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen ein. Dazu hat der Kreis weitere Förderanträge beim Bund und beim Land Rheinland-Pfalz gestellt, um bislang unterversorgte Adressen im Kreisgebiet an das Gigabitnetz anzuschließen. Betroffen sind insbesondere Bereiche der Verbandsgemeinde Loreley.

 

„Unser Ziel ist es, auch diejenigen Haushalte und Unternehmen mit leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen zu versorgen, die beim eigenwirtschaftlichen Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen bislang unberücksichtigt geblieben sind“, erklärt Landrat Denninghoff.

 

Grundlage für die Förderanträge sind mehrere Markterkundungsverfahren, zuletzt im Sommer 2026. Im Rahmen dieser Verfahren hat die Kreisverwaltung die Telekommunikationsunternehmen aufgefordert, ihre geplanten Ausbauaktivitäten und Investitionsabsichten mitzuteilen. Auf diese Weise konnten die Adressen ermittelt werden, für die kein eigenwirtschaftlicher Ausbau vorgesehen ist.

 

Eine Förderung mit öffentlichen Mitteln ist allerdings erst dann möglich, wenn ein sogenanntes Marktversagen festgestellt wurde. Dies ist der Fall, wenn der Ausbau für Telekommunikationsunternehmen aufgrund einer fehlenden Wirtschaftlichkeit nicht rentabel ist. Die daraus entstehende Wirtschaftlichkeitslücke kann unter bestimmten Voraussetzungen durch Fördermittel des Bundes und des Landes ausgeglichen werden. Ohne eine solche Unterstützung würden die betroffenen Adressen voraussichtlich auch langfristig nicht vom privatwirtschaftlichen Glasfaserausbau profitieren.

 

Welche Bereiche gefördert werden können, richtet sich nach den jeweiligen Förderrichtlinien von Bund und Land. Diese legen unter anderem bestimmte Aufgreifschwellen und Priorisierungskriterien fest.

 

Sobald sämtliche erforderlichen Förderanträge durch den Bund und das Land Rheinland-Pfalz beschieden sind, sollen die bewilligten Fördermittel in einer gebündelten Ausschreibung zusammengeführt werden. Ziel ist es, ein möglichst attraktives Gesamtvolumen zu schaffen und damit günstige Voraussetzungen für die Umsetzung durch Telekommunikationsunternehmen zu schaffen. Ein Großteil der erforderlichen Förderbescheide liegt bereits vor.

 

Im Rhein-Lahn-Kreis befinden sich derzeit bereits zwei geförderte Gigabit-Ausbauvorhaben in der Umsetzung. Dazu zählen die Erschließung der sogenannten weißen Flecken, insbesondere in den Außenbereichen, sowie der förderfähigen Gewerbegebiete im Kreisgebiet.

 

Bereits Ende 2024 wurde zudem der geförderte Glasfaserausbau der Krankenhäuser und Kliniken sowie der Schulen erfolgreich abgeschlossen.

 

Die Grundlage für die heutige Breitbandausbauentwicklung wurde bereits vor rund acht Jahren gelegt: Damals erfolgte der Glasfaseranschluss von 194 Kabelverzweigern, durch den insgesamt 96 förderfähige Ortslagen und Ortsbereiche mit höheren Geschwindigkeiten auf der letzten Meile (Kupferleitungen) erschlossen wurden. Dadurch wurde früh das Interesse am Rhein-Lahn-Kreis für Telekommunikationsunternehmen geweckt, um an bestehenden Strukturen anzuknüpfen.

 

Mit den aktuellen Fördervorhaben verfolgt der Rhein-Lahn-Kreis konsequent das Ziel, bestehende Versorgungslücken zu schließen und eine möglichst flächendeckende Gigabitversorgung im gesamten Kreisgebiet zu erreichen.