Nr. 194 – Rhein-Lahn-Kreis. Am gestrigen Abend waren Feuerwehren, Rettungsdienst, Schnelleinsatzgruppen und weitere Einsatzkräfte im Rhein-Lahn-Kreis parallel an mehreren Einsatzschwerpunkten gefordert. Auslöser waren die große Hitze des Tages in Verbindung mit zum Abend hin aufziehenden Gewittern mit Starkregen, die im Kreisgebiet für zahlreiche Einsätze sorgten. Insgesamt waren rund 300 Kräfte im Kreisgebiet im Einsatz.
Hohe Temperaturen beim Konzert auf der Freilichtbühne Loreley
Auf der Freilichtbühne Loreley fand ein Konzert von Roland Kaiser mit rund 12.500 Besucher statt. Wie bei Veranstaltungen dieser Größenordnung üblich, war die Technische Einsatzleitung (TEL) des Rhein-Lahn-Kreises standardmäßig einsatzbereit vor Ort.
Wegen der tagsüber hohen Temperaturen kam es im Laufe des Abends zu vermehrten Fällen von Erschöpfung und Dehydrierung unter den Besucher. Vorsorglich wurden zur Unterstützung des Sanitätsdienstes vor Ort die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Sanität des Kreises alarmiert, musst jedoch nicht in Anspruch genommen werden.
Gewitterfront mit Starkregen und stark steigenden Pegeln
Im Verlauf des Abends und der beginnenden Nacht zogen Gewitter mit Starkregen über den Rhein-Lahn-Kreis hinweg. Die Pegel der südlichen Zuflüsse der Lahn - insbesondere von Dörsbach, Mühlbach und Aar - stiegen daraufhin rasch an. An einzelnen Messstellen wurden Wasserstände registriert, die sich nach ersten Einschätzungen in Bereichen eines sogenannten 50-jährigen Hochwasserereignisses bewegen könnten.
Insgesamt waren die Feuerwehren und weiteren Einsatzkräfte im Kreisgebiet mit mehr als 60 unwetterbedingten Einsätzen befasst. Schwerpunkte waren unter anderem überflutete Straßen, umgestürzte Bäume und witterungsbedingte Einsatzanlässe. In den betroffenen Bereichen wurde vorsorglich eine Bevölkerungswarnung über die gängigen Warn-Apps sowie per Mobilfunk herausgegeben.
Mittelaltermarkt in Katzenelnbogen abgesagt – Zeltlager geräumt
Besonders betroffen von den steigenden Wasserständen war der Bereich Katzenelnbogen. Aufgrund des rasch steigenden Pegels des Dörsbachs musste der für dieses Wochenende geplante Mittelaltermarkt kurzfristig abgesagt werden. Ein in diesem Zusammenhang aufgebautes Zeltlager wurde vorsorglich aus Sicherheitsgründen geräumt.
Die Teilnehmer wurden in der Stadthalle Katzenelnbogen untergebracht. Vor Ort übernehmen die SEG Versorgung und die SEG Betreuung die Verpflegung und Betreuung der Betroffenen.
Die Bürgermeisterin der Stadt Katzenelnbogen zeigte Verständnis für die notwendige Räumung des Mittelalterlagers und dankte den Organisatoren sowie allen eingesetzten Kräften für ihr umsichtiges und schnelles Handeln.
Dachstuhlbrand nach Blitzeinschlag in Dachsenhausen
Gegen 20:30 Uhr kam es in Dachsenhausen infolge eines Blitzeinschlags zu einem Brand im Bereich eines Dachstuhls. Im Einsatz waren die Feuerwehren Dachsenhausen, Braubach, Dahlheim sowie die Feuerwehr Lahnstein mit der Drehleiter. Durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte konnte der Brand zügig unter Kontrolle gebracht werden. Personen wurden dabei nicht verletzt.
Da sich die Kreisbereitschaft der Feuerwehren am heutigen Tag auf einer bereits länger geplanten Großübung befand, eilte Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) Guido Erler von der Übung nach Dachsenhausen, um sich persönlich ein Bild von der Lage zu verschaffen und die örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen.
Führungsstab im Gefahrenabwehrzentrum Lollschied im Einsatz
Der Führungsstab des Rhein-Lahn-Kreises ist im Gefahrenabwehrzentrum in Lollschied im Einsatz. Von dort aus werden die Gesamteinsatzlage, die Wetterentwicklung und die Pegelstände kontinuierlich beobachtet und bewertet. Die operativen Einsätze werden durch die örtlich zuständigen Feuerwehren und Verwaltungen geführt; der Führungsstab unterstützt bei der übergreifenden Koordination und stellt bei Bedarf zusätzliches Material und Einsatzkräfte zur Verfügung.
Der Direktionsdienst des Lagezentrums ist ebenfalls in Lollschied vertreten und begleitet die Lage beobachtend.
„Unser Dank gilt allen Einsatzkräften von Feuerwehren, Rettungsdienst, Polizei und den beteiligten Behörden, die heute unter teils schwierigen Bedingungen im Einsatz sind“, betont Landrat Jörg Denninghoff „Die gute Zusammenarbeit aller Akteure zeigt, wie leistungsfähig der Brand- und Katastrophenschutz in unserem Landkreis ist.“
Text: Team Medien des Rhein-Lahn-Kreises
