Gemeindeschwesternplus feiern 5- und 4-jähriges Jubiläum im Rhein-Lahn-Kreis – Ein kleines Fazit


Nr. 245 – Rhein-Lahn-Kreis. Am 1.8.2021 begann die Umsetzung des Landesprogramms Gemeindeschwesterplus im Rhein-Lahn-Kreis durch die Fachkraft Yvonne Weiland in der VG Loreley. Genau ein Jahr später erfolgte mit der Fachkraft Elvira Pikullik die Ausweitung in der VG Nastätten. Das nehmen wir zum Anlass mal genauer die tägliche Arbeit und die daraus resultierenden Herausforderungen für die beiden Fachkräfte darzulegen.

 

Was genau ist Ihre Aufgabe als Fachkraft im Landesprogramm Gemeindeschwesterplus?

Unsere Hauptaufgabe besteht darin, ältere Menschen durch präventive Hausbesuche, individuelle Beratung und die Vermittlung von Freizeit- oder Teilhabeangeboten zu unterstützen, damit sie möglichst lange selbstständig zu Hause leben können. Die Beratung ist ein kostenfreies Angebot, welches sich vorrangig an ältere Menschen, die noch keine Pflege brauchen, richtet. Trotz unserer weitreichenden beruflichen Vorbildung führen wir selbst keine medizinischen oder pflegerischen Tätigkeiten aus, sondern vermitteln bei einsetzender Pflegebedürftigkeit an die entsprechenden Ansprechpartner weiter. Darüber hinaus regen wir neue lokale Teilhabeangebote in den Kommunen an und vernetzen Akteure vor Ort.

Was genau versteht man unter einem präventiven Hausbesuch?

Wir Fachkräfte besuchen Seniorinnen und Senioren nach vorheriger Zustimmung in deren Zuhause, wir hören zu und erfassen Sorgen oder Bedarfe im Alltag. Wir informieren zu Fragen der Alltagsbewältigung, Wohnsituation, Mobilität, Ernährung oder Gesundheit und stellen Kontakte zu regionalen Angeboten, Seniorentreffen, Kursen oder Bewegungsangeboten her.

Wann ist der richtige Zeitpunkt Sie zu kontaktieren?

Das ist mitunter der heikelste Punkt, denn oftmals werden wir erst dann kontaktiert, „wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, also beispielsweise Pflegebedarf besteht. Dann können wir nur noch an die zuständigen Stellen wie z.B. die regionalen Pflegestützpunkte weiter vermitteln. Von daher gilt es nochmals an den präventiven Charakter unserer alltäglichen Arbeit zu erinnern, in dem folgende Fragen im Fokus stehen: Habe ich ausreichende Vorsorge getroffen, wenn ich nicht mehr selbst Entscheidungen treffen kann? Wie stelle ich mir meinen Lebensabend vor und wen kann ich unterstützend hinzuziehen? Was kann ich selbst tun, um aktiv, mobil und möglichst gesund zu bleiben?

Wie erreicht man Sie als Fachkraft?

Für die VG Loreley: Yvonne Weiland, gemeindeschwesterplus@vg-loreley.de; 06771/ 919-190 oder 0175/ 1941278  

Für die VG Nastätten: Elvira Pikullik, gemeindeschwesterplus@vg-nastaetten.de; 06772/ 802-30 oder 01511/ 167 90 24

Bei beiden Fachkräften ist jeweils ein Anrufbeantworter geschaltet, auf dem Sie gerne eine Nachricht hinterlassen können! Wir rufen Sie sobald wie möglich zurück.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Yvonne Weiland: Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir als niedrigschwelliges, unterstützendes Angebot von den Seniorinnen und Senioren früher kontaktiert werden, um Vertrauen aufzubauen, passgenaue Beratungen durchzuführen und unsere Klientinnen und Klienten auf ihrem Weg des „guten älter Werdens“ begleiten zu können. Häufig stehen eine gewisse Skepsis bzw. drohende Bevormundung der Kontaktaufnahme mit uns im Weg, was ich sehr schade finde. Und selbst nach fast 5 Jahren ist das eine alltägliche Mammutaufgabe diese Zweifel in der Bevölkerung auszuräumen.

Elvira Pikullik: Für die Zukunft wünsche ich mir, dass noch mehr Seniorinnen und Senioren den Mut haben, mich als Gemeindeschwesterplus frühzeitig zu kontaktieren und nicht erst dann, wenn die Herausforderungen im Alltag bereits zu groß geworden sind.
Prävention bedeutet für mich, gemeinsam rechtzeitig Lösungen zu entwickeln, damit Selbstständigkeit, Lebensqualität und Sicherheit möglichst lange in der Häuslichkeit erhalten bleiben.

Dabei ist mir besonders wichtig:
Die Seniorinnen und Senioren sollen sich nach meinem Hausbesuch gut informiert und gestärkt fühlen. Und nach jedem Hausbesuch legen die Seniorinnen und Senioren selbstbestimmt und eigenverantwortlich fest, welche Themen sie angehen möchten und wo sie ihren persönlichen Schwerpunkt setzen.


Wir als Gemeindeschwesternplus begleiten, beraten und unterstützen Sie gerne!

 

Foto: Gemeindeschwesternplus im Rhein-Lahn-Kreis – links Elvira Pikullik und rechts Yvonne Weiland

Foto: Johanna Breithaupt