Nr. 322 – Rhein-Lahn-Kreis. Kürzlich fand unter der Leitung von Landrat Jörg Denninghoff die 20. Kreisgesundheitskonferenz des Rhein-Lahn-Kreises statt. Zu den Teilnehmenden der Kreisgesundheitskonferenz zählten: die im Rhein-Lahn-Kreis ansässigen Kliniken, eine Krankenkasse, der VdK Sozialverband, die Kassenärztliche Vereinigung, die Bürgermeister der Verbandsgemeinden, Vertreter der im Kreistag vertretenen Fraktionen, das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit sowie Vertreter des Gesundheitsamtes Rhein-Lahn.
Johanna Breithaupt und Alina Zorbach berichteten über die Netzwerkarbeit und die aktuellen Projekte des Kreisgesundheitsmanagements. So fand im Juni 2026 eine Multiplikatorenschulung statt, die Haupt- und Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit befähigte, ältere Menschen im Umgang mit den Materialien der Hitzeschutzinformationsmappe vertraut zu machen.
Zudem wurden in den Projektgruppen „Medienkonsum“ und „Elternbildung“ in der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen Fragebögen entwickelt. Diese wurden durch Fachkräfte und Eltern ausgefüllt und helfen nun dabei, konkrete Bedarfe abzuleiten und das gesunde Heranwachsen im Landkreis zu stärken.
Das Kreisgesundheitsmanagement berichtete außerdem über die erfolgreiche Vergabe des ersten Medizinstipendiums im Rahmen der Neuauflage des Rhein-Lahn-Ärzte-Programms.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung des „HÄPPI-Projekts“. Die Abkürzung HÄPPI steht für „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung interprofessionell“. Das innovative Versorgungskonzept wurde vom Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz, dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband Rheinland-Pfalz und der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland auf den Weg gebracht und verfolgt das Ziel, die hausärztliche Versorgung in ländlichen Regionen zu stärken.
Dr. Barbara Römer vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband berichtete über die Entstehung und das Konzept von HÄPPI. Sie erläuterte, dass sich die Situation der hausärztlichen Versorgung gerade in ländlichen Regionen zuspitzt. Ein multiprofessionelles Praxisteam und die konsequente Nutzung digitaler Möglichkeiten seien aus ihrer Sicht wichtige Voraussetzungen, um auch künftig eine qualitativ hochwertige Versorgung bei gleichzeitig steigender Anzahl von Patientinnen und Patienten sicherzustellen.
Anschließend gab Dr. med. Martin Schencking Einblicke in die praktische Umsetzung des Projekts in seiner eigenen Hausarztpraxis. Diese war im vergangenen Jahr von Juli bis Dezember eine der sieben HÄPPI-Modellpraxen in Rheinland-Pfalz. Dr. Schencking berichtete von einer spürbaren Entlastung im Praxisalltag. Insbesondere der Einsatz von künstlicher Intelligenz, beispielsweise in Form eines Telefonassistenten, sowie die multiprofessionelle Aufstellung des Praxisteams durch den Einsatz von Physician Assistants (PA) tragen dazu bei, ärztliche Ressourcen gezielter einzusetzen und Abläufe effizienter zu gestalten.
Die Kreisgesundheitskonferenz zeigte einmal mehr, wie wichtig der Austausch über innovative Ideen im hausärztlichen Bereich ist. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen bieten Versorgungskonzepte wie HÄPPI wichtige Impulse für die zukünftige Gestaltung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.
Bild: Teilnehmende der 20. Kreisgesundheitskonferenz, Foto: Kreisverwaltung/ Christin Jung
