Die 19. Kreisgesundheitskonferenz des Rhein-Lahn-Kreises stellt das Wohl und die Gesundheit der Heranwachsenden in den Vordergrund


Nr. 126 – Rhein-Lahn-Kreis. Kürzlich fand unter der Leitung von Landrat Jörg Denninghoff die 19. Kreisgesundheitskonferenz des Rhein-Lahn-Kreises statt. Zu den Teilnehmenden der Kreisgesundheitskonferenz zählten: die im Rhein-Lahn-Kreis ansässigen Kliniken, eine Krankenkasse, der VdK Sozialverband, die Bürgermeister der Verbandsgemeinden, Vertreter der im Kreistag vertretenen Fraktionen, die Kreisbeigeordneten sowie Vertreter des Gesundheitsamtes Rhein-Lahn.

 

Johanna Breithaupt und Alina Zorbach berichteten über die Netzwerkarbeit und die aktuellen Projekte des Kreisgesundheitsmanagements. So fand im Februar das 2. Austauschtreffen zwischen Schulärzten und Kitas statt, bei dem die Themen Schuleingangsuntersuchung und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Fokus standen. Zudem wurden in den Projektgruppen „Medienkonsum“ und „Elternbildung“ gemeinsame Fragebögen entwickelt, die zeitnah zur Befragung von Fachkräften und Eltern eingesetzt werden, um konkrete Bedarfe abzuleiten. In der Lebenswelt „gesund älter werden“ ist für Juni eine Multiplikatorenschulung geplant, die Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit befähigen wird, Seniorinnen und Senioren im Umgang mit den Materialien der Hitzeschutzinformationsmappe vertraut zu machen.

 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Vorstellung der Netzwerkstelle „Kindeswohl und Kindergesundheit“ durch Evelin Fatehpour sowie die Präsentation des Projekts „Babylotsen“ durch Bettina Spriestersbach-Möhler.

Evelin Fatehpour berichtete über die Arbeit der Netzwerkstelle „Kindeswohl und Kindergesundheit“ im Rhein-Lahn-Kreis und das Angebot der „Frühen Hilfen“. Sie stellte die gesetzlichen Grundlagen dar, die ihrer Arbeit zugrunde liegen und den Schutz von Kindern gewährleisten sollen, wie das Bundes- und Landeskinderschutzgesetz. Im Rhein-Lahn-Kreis umfasst der Kinderschutz unter anderem vier kreisweite Arbeitsgruppen, anonyme telefonische Fallberatungen für Fachkräfte sowie kollegiale Fallbesprechungen. Insbesondere wurde das Projekt „Aspich Action“ hervorgehoben, das sich an Kinder von psychisch oder suchtkranken Eltern richtet. Dieses bietet den Kindern die Möglichkeit, in einem sicheren Umfeld Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen und einfach Kind zu sein. Das Angebot der „Frühen Hilfen“ richtet sich an werdende Eltern sowie Familien mit Säuglingen und Kleinkindern bis zu drei Jahren und bietet kostenlose, niederschwellige Unterstützung zum Beispiel durch Familienhebammen und Eltern-Kind-Gruppen im Rhein-Lahn-Kreis.

 

Frau Spriestersbach-Möhler stellte das Projekt „Babylotsen“ vor. Die „Babylotsen" sind speziell geschulte Fachkräfte, die im St. Vincenz Krankenhaus in Limburg tätig sind, um frischgebackene Mütter nach der Geburt zu unterstützen. Sie bieten eine einfühlsame und individuelle Begleitung in der ersten Zeit nach der Entbindung und helfen bei verschiedenen Themen wie der Integration des Babys in den Alltag der Mutter. Darüber hinaus informieren die Babylotsen über weiterführende Angebote wie Frühförderung oder psychosoziale Unterstützung. Frau Spriestersbach-Möhler betonte, dass das Gespräch mit dem Babylotsen freiwillig in Anspruch genommen werden kann, ohne dass eine Verpflichtung besteht. Es zielt darauf ab, den Müttern zu helfen, selbstbewusst in die neue Lebensphase zu starten und bei Bedarf Unterstützung zu erhalten.

Die Kreisgesundheitskonferenz zeigte einmal mehr, wie wichtig und vielfältig die Unterstützung für Kinder und Eltern im Rhein-Lahn-Kreis ist und wie eng die verschiedenen regionalen Akteure im Bereich des Kinderwohls und -schutzes zusammenarbeiten.

 

Foto: Kreisverwaltung