Nr. 257 – Rhein-Lahn-Kreis. Jährlich nehmen sich in Deutschland ca. 10 000 Menschen das Leben, deutlich mehr Männer als Frauen. Mit dem Lebensalter steigt das Suizidrisiko. Oft spielen seelische Krisen oder andere Erkrankungen eine Rolle. Man schätzt, dass mehr als 100 000 Menschen jährlich einen Suizidversuch unternehmen. In den 1980er Jahren lagen die Zahlen noch deutlich höher (1980- mehr als 18 500 Suizide).
Das hat sicherlich damit zu tun, dass in den letzten Jahrzehnten in Deutschland viele Beratungsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen Problemen eingerichtet wurden. Allerdings sinken die Zahlen der Suizide und Suizidversuche seit einigen Jahren nicht mehr. (Im Vergleich: Verkehrstote in Deutschland: 2025: ca. 2800 Personen).
Lange Zeit glaubte man, es sei besser nicht über dieses Thema zu sprechen, immer wieder wurde der Werther-Effekt erwähnt, danach hätten sich nach dem Erscheinen von Goethes Roman über den Suizid des jungen Werther viele Menschen das Leben genommen. Heute aber weiß man, dass es wichtig ist, das Thema nicht zu tabuisieren. Es ist sehr hilfreich, wenn Menschen mit Suizidgedanken nicht das Gefühl haben, dass sie damit alleine sind und sich trauen in der Familie oder mit Ärzten und in Beratungsstellen darüber zu sprechen. Dann kann Unterstützung erfolgen und Hilfen in den jeweiligen Lebenssituationen eingeleitet werden. Auch in Japan konnte man mit Suizidprävention die sehr hohen Suizidraten der 2000er Jahre deutlich senken.
Um den offenen Umgang mit diesem Thema zu fördern veranstaltet die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Rhein-Lahn am 9.9.2026 um 18 Uhr eine Vortragsveranstaltung mit dem Titel: „Darüber reden- Suizidalität erkennen und Hilfe ermöglichen“. Sie findet in der Brunnenhalle des Häckers Kurhotel (Römerstraße 1) in Bad Ems statt. Referentinnen sind die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Barbara Deimling und die leitende Psychologin der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach Anne Leber. Sie werden aus der Erfahrung ihrer Arbeit mit Menschen in psychischen Krisen sprechen und darstellen, wie man erkennen kann, dass ein Suizidrisiko besteht und welche Hilfsmöglichkeiten es gibt.
Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene, Angehörige, Fachkräfte und Interessierte. Nach dem Vortrag werden Institutionen und Beratungsstellen der PSAG sich vorstellen und mit Besuchern ins Gespräch kommen.
Bei Fragen zu der Veranstaltung kann man sich an Joachim Schneider, Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Kreisverwaltung Rhein-Lahn wenden (02603 972559).
