Bevölkerungsschutz im Fokus: Brand- und Katastrophenschutz informiert über Vorsorge und Selbsthilfe


Nr. 333 – Rhein-Lahn-Kreis. Wie können sich Bürgerinnen und Bürger auf Krisen und Katastrophen vorbereiten? Welche Aufgaben übernehmen die Behörden und wie kann jeder Einzelne dazu beitragen, sich selbst und andere im Notfall zu schützen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Informationsveranstaltung in der Gemeinde Weinähr, bei der der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Rhein-Lahn-Kreises, Guido Erler, über Zivilschutz, Katastrophenschutz und persönliche Vorsorge informierte. Eingeladen hatte Ortsbürgermeister Florian Schliemann, der auch die Begrüßung übernahm.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Bedeutung einer guten Vorbereitung auf außergewöhnliche Ereignisse. Extreme Wetterlagen, Hochwasser, länger andauernde Stromausfälle oder Störungen der Kommunikationsinfrastruktur können den gewohnten Alltag erheblich beeinträchtigen. In solchen Situationen ist es wichtig, vorbereitet zu sein, verlässliche Informationen zu erhalten und zu wissen, wo im Bedarfsfall Hilfe zu finden ist.


Guido Erler erläuterte die Aufgabenverteilung zwischen Bund, Ländern, Landkreisen und Verbandsgemeinden im Brand- und Katastrophenschutz. Dabei ging er insbesondere auf die Warnung der Bevölkerung, die Bereitstellung von Einsatzkräften und die Koordination von Hilfsmaßnahmen bei größeren Schadenslagen ein.

Ein weiterer Schwerpunkt waren sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme. Diese sollen in Krisensituationen als zentrale Anlaufstellen dienen und beispielsweise Informationen, Erste Hilfe, Wärme, Versorgung sowie Unterstützung bei der Koordination von Hilfsangeboten ermöglichen. Auch als Sammelpunkte bei Evakuierungen können sie eine wichtige Funktion übernehmen.

Anhand des Beispiels eines länger andauernden Stromausfalls verdeutlichte er, welche Auswirkungen ein solcher Ausfall auf den Alltag haben kann: Beleuchtung, Heizung, Telefon, Kühlung und elektronische Zahlungsmöglichkeiten können eingeschränkt sein oder vollständig ausfallen. Umso wichtiger ist es, die örtlichen Anlaufstellen zu kennen und sich frühzeitig über die Abläufe in der eigenen Gemeinde zu informieren.


Besonders eindringlich war der Appell zur persönlichen Notfallvorsorge. Haushalte sollten möglichst in der Lage sein, sich zehn Tage lang selbst zu versorgen. Dazu gehören ausreichende Vorräte an Trinkwasser und Lebensmitteln sowie die Sicherstellung der medizinischen Versorgung und der Hygiene. Auch kleinere Vorräte für zunächst drei Tage seien bereits ein sinnvoller Anfang, auf dem schrittweise aufgebaut werden könne.

Darüber hinaus empfahl Guido Erler, alternative Informationsmöglichkeiten vorzuhalten. Eine Powerbank für das Mobiltelefon und ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio können helfen, auch dann auf dem Laufenden zu bleiben, wenn Stromversorgung oder Internet ausfallen. Ebenso wichtig sei es, amtliche Warnungen ernst zu nehmen und Informationen aus verlässlichen Quellen zu beziehen.

Vorgestellt wurden verschiedene Warnmöglichkeiten, darunter Warn-Apps wie NINA und KATWARN, Cell Broadcast, Sirenen, Lautsprecherwagen und Rundfunk. Die Bevölkerung solle sich mit den unterschiedlichen Warnwegen vertraut machen, um im Ernstfall schnell und angemessen reagieren zu können.

Gezeigt wurde beispielhaft eine Wasseraufbereitungsanlage, die täglich bis zu 350 Liter Trinkwasser aus Flusswasser etc. filtern kann. Dazu gab es Informationsflyer zur Selbstvorsorge (dieser kann unter www.bbk.bund.de in mehreren Sprachen heruntergeladen werden) und als Anschauungsmaterial extrem lang haltbare Konservendosen, die als Notfallration dienen können.

Mit Hilfe der Plattform „Hydrozwilling“ zeigte Guido Erler am Beispiel der Ortslage Weinähr, wo bei Hochwasser oder Starkregen das Wasser am höchsten steht und gab Tipps, dass Wasser mit leichten Mitteln wie Sandsäcken und Bierzeltbänken und Tischen umgelenkt werden kann. Die Seite steht jedem offen und stellt Daten für jede Adresse bereit.


Die Veranstaltung in Weinähr unterstrich, wie wichtig Information, Eigenverantwortung und die Zusammenarbeit aller Beteiligten für einen wirksamen Bevölkerungsschutz sind. Wer sich rechtzeitig vorbereitet, kann im Notfall ruhiger handeln, sich und andere besser versorgen und gleichzeitig die Einsatzkräfte entlasten.

Weiterführende Informationen zur persönlichen Notfallvorsorge und zum Bevölkerungsschutz stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unter www.bbk.bund.de bereit.

Informationen zu möglichen Naturgefahren in Rheinland-Pfalz finden Interessierte außerdem unter www.hochwasser.rlp.de und www.naturgefahrenportal.de und https://hydrozwilling.rlp.de/

 

Foto: Guido Erler zeigt auf der Seite Hydrozwilling, wie sich bei einem Starkregen das Wasser in der Ortslage Weinähr verteilt. Foto: Kreisverwaltung/ Saskia Daubach-Metz