Seltenes Hörerlebnis faszinierte Publikum


Nr. 146 - Rhein-Lahn-Kreis. Zu einem außergewöhnlichen Hörerlebnis hatte die Musikpädagogin Mareike Nesz mit ihren Querflötenschülern am 28. April mit dem Konzert „Zeitreise Querflöte“ in der Johanniskirche Nassau eingeladen. Es wurde auf sehr alten Instrumenten, von der Renaissance-Querflöte vor ca. 500 Jahren über die barocke- sowie die klassische Traversflöte bis hin zur heutigen Querflöte musiziert. Klang und Musik aus der jeweiligen Epoche wurden zunächst auf den „alten“ Instrumenten vorgestellt und anschließend mit Beiträgen gespielt auf der heutigen Querflöte gegenübergestellt. Der Charme der historischen Querflöten konnte somit gut erfahrbar gemacht werden. Die Eröffnung des Konzerts gestalteten alle Mitwirkenden gemeinsam mit dem französischen Volkslied „sur le pont d`Avignon“. Selbst die jüngsten Schülerinnen und Schüler, die vor kurzem erst mit dem Unterricht begonnen hatten, konnten dabei mitwirken.

 

Anschließend erfolgte die Vorstellung der Renaissance Querflöte durch die Musikpädagogin Mareike Nesz. Die Querflöte besteht aus einem langen Holzrohr mit sechs Grifflöchern und einem Mundloch. Der feine und farbenreiche Klang entzückte die Zuhörer. Da zur Zeit der Renaissance viel im Ensemble musiziert wurde, folgten zwei Beiträge mit einem Querflötenensemble, diesmal auf den modernen Querflöten. Die barocke Traversflöte wurde im Anschluss daran von Henrike Ernst und Mareike Nesz vorgeführt. Im „Cantabile“ aus Telemanns Sonate G-Dur berührte der schmeichelnde Klang der barocken Flöten das Publikum. Leon Walter ließ im Anschluss daran auf der modernen Querflöte ebenfalls von Telemann die „Fantasie Nr. 1“ erklingen. Seine sehr gelungene Interpretation wurde vom Publikum mit großem Applaus belohnt. Auch zur Zeit des Barock wurde viel im Ensemble musiziert und so folgten zwei Sätze aus Triosonaten des Komponisten J. B. de Boismortier, zunächst vorgetragen auf drei Traversflöten und anschließend im Ensemble mit modernen Querflöten.

 

Die Querflöte zur Zeit der Klassik wurde im Anschluss daran von der Musikpädagogin Mareike Nesz vorgestellt. Da zur Zeit der Klassik schlichtere Melodien in den Vordergrund traten und ein ebenmäßigerer Klag nötig war, wurden an der Querflöte immer mehr Klappen angebracht. Den helleren Klang der Klassischen Flöte konnte das Publikum beim Vortrag von zwei Sätzen aus Mozarts Quartett in C-Dur erfahren. Marie Rotard trug im Anschluss daran mit strahlendem Ton den „Vogelfänger“ aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ auf der modernen Querflöte vor. Auf die solistischen Beiträge folgte wiederum ein Ensemblestück auf den modernen Querflöten, „Allegro scherzando“ von C.P.E. Bach, eines Komponisten der Frühklassik. Erst im Jahr 1847 wurde von Theobald Böhm dann ein völlig neues Modell der Querflöte entwickelt mit einem revolutionären Klappensystem. Darauf beruhen im Wesentlichen auch unsere heutigen Querflöten immer noch. Es folgte ein Beitrag der jüngsten Schülerinnen und Schüler aus den Grundschulen in Bad Ems, Nassau und Diez mit dem Lied „Backe, backe, Kuchen“, welches sie erfolgreich zusammen auf ihren Kinderquerflöten vortrugen. Paulina Fröhlich bezauberte das Publikum anschließend mit südamerikanischer Musik des Komponisten S. Arriagada. Ylva Lambertus überzeugte mit großer Musikalität und Ausdrucksstärke bei ihrem Vortrag aus dem Bereich der Klezmermusik. Den Abschluss des Konzerts bildeten zwei spritzige Ensemblestücke des niederländischen Komponisten J. Wanders, vorgetragen von den fortgeschrittenen Schülerinnen und Schülern. Das Publikum bedankte sich bei den Musikerinnen und Musikern mit langanhaltendem Applaus.

 

Foto: Caroline Dörr