Junge Leute in die Räte


Nr. 321 – Rhein-Lahn-Kreis. Mehr junge Menschen, insbesondere junge Frauen, für Politik zu begeistern, das ist Ziel der Studentin Theresa Lambrich. Und hierfür muss aktiv etwas getan werden, betont die 23-Jährige, und begann im vergangenen Jahr mit der Planung eines Projekts, das nun am 18.  Dezember  seinen Auftakt am Marion-Dönhoff-Gymnasium Lahnstein hat. Um das Ganze in einem neutralen Rahmen zu halten, hat sich Theresa Lambrich Unterstützung bei dem Sozialkundelehrer Dr. Tobias Kies gesucht. Gemeinsam wurde ein Konzept für einen Projekttag entwickelt, bei dem sich junge Menschen mit der Problematik der Unterrepräsentanz von Frauen in der Kommunalpolitik beschäftigen und so zugleich selbst direkte Berührungspunkte mit dem Thema Kommunalpolitik erhalten. „Junge Menschen sind in der Politik leider unterrepräsentiert. Dabei sind sie sehr wohl politisch, haben oftmals eine starke Meinung. Und die Entscheidungen, die die Politik heute fällt, betreffen diese jungen Menschen. Sei es der Klimaschutz im Großen, oder die BUGA auf lokaler Ebene. Junge Menschen sollten also ein Interesse haben, sich an diesen Entscheidungen zu beteiligen“, sind die Organisatoren überzeugt.

In einem ersten Schritt erhalten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Projekttags in einem Vortrag durch Thomas Schäfer, Dozent für Kommunalrecht an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz, einen Überblick über die Kommunalstruktur Rheinland-Pfalz und in die Arbeitsweise der verschiedenen Gremien. Im Folgenden werden sie selbst Thesen für die Unterrepräsentanz von Frauen entwickeln und aktive Kommunalpolitikerinnen zu ihren persönlichen Erfahrungen befragen. Weiterhin wird im neuen Jahr ein Rhetorik-Seminar für den teilnehmenden Sozialkundekurs durch eine Schauspielerin angeboten, damit die Schülerinnen und Schüler zugleich das „Handwerkszeug“ für selbstsicheres Auftreten in der Politik erlernen.

Das Pilotprojekt, das im nächsten Jahr an weiteren Schulen im Kreis durchgeführt werden soll, wurde bereits in der Planung von der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten des Rhein-Lahn-Kreises, Alice Berweiler-Kaufmann, unterstützt. Die Umsetzung begleitet nun deren Nachfolgerin, Dorothee Milles-Ostermann, der Gleichstellungsbeauftragten nach dem Landesgleichstellungsgesetz, Stefanie Merl, sowie Landrat Frank Puchtler. „Junge Menschen sind die Zukunft unseres Kreises. Sie sind kreativ und haben einen frischen Blick; hier liegt ein großes Potenzial für die Kommunalpolitik im Rhein-Lahn-Kreis“, betonen Frank Puchtler und Dorothee Milles-Ostermann.

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit beschäftigt sich Theresa Lambrich darüber hinaus konkret mit den Ursachen für die Unterrepräsentanz von Frauen in der Kommunalpolitik am Beispiel des Rhein-Lahn-Kreises und möchte eine Handlungsempfehlung für die öffentliche Verwaltung entwickeln, um diese Ursachen zu bekämpfen. Eine Ursache für den Mangel, junger Frauen, als auch junger Menschen insgesamt, vermutet sie in mangelnden Berührungspunkten mit der Politik und einer zu hohen Hemmschwelle für einen Einstieg. „Durch den Workshop schlagen wir also zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir eruieren Hürden für den Einstieg in die Politik und schaffen zugleich einen direkten Zugang zur Kommunalpolitik.“

 

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