Von der Stärke im Alter: Resilienz und psychische Gesundheit im Fokus


Nr. 49 – Rhein-Lahn-Kreis. Kürzlich trafen sich die Netzwerkteilnehmer zum regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen „gesund älter werden“ im Rhein-Lahn-Kreis. Das Netzwerk, bestehend aus Fachpersonen im Gesundheitsbereich sowie Expertinnen und Experten der Seniorenarbeit, verfolgt das Ziel, Strukturen zur Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen weiterzuentwickeln. Die Mitglieder profitieren vom regelmäßigen Austausch, der Vernetzung ihrer Angebote sowie von neuen Impulsen und Ideen, die aus den Netzwerkveranstaltungen gewonnen werden.

Im Mittelpunkt der 9. Veranstaltung stand das Thema „Resilienz und Psychische Gesundheit“.
Oliver Schmitz-Eltges vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Rhein-Lahn-Kreises referierte über die grundlegenden Begriffe der psychischen Gesundheit und Resilienz, die besonders im höheren Alter von Bedeutung sind. Er stellte dar, wie Resilienz, die Fähigkeit, sich von Lebenskrisen zu erholen und gestärkt daraus hervorzugehen, auch im Alter eine zentrale Rolle spielt. Besonders betonte er die Bedeutung der Vulnerabilitätsfaktoren, die die Resilienz älterer Menschen beeinflussen können. Diese Faktoren umfassen sowohl körperliche, psychische als auch sozioökonomische Belastungen, wie genetische Veranlagung, die Erfahrung von Verlusten oder Bildung. Ebenso spielt das soziale Umfeld eine entscheidende Rolle: Menschen, die ein starkes soziales Netzwerk haben, können oft besser mit den Herausforderungen des Alters umgehen.

Anschließend stellte Kreisgesundheitsmanagerin Johanna Breithaupt das Programm der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG) für das Jahr 2026 vor. Das Projekt „Gesundheit für alle“ hält einige Maßnahmenbausteine bereit, die sich ebenfalls mit dem Thema Resilienz befassen. Insbesondere wurde die Ausbildung von Resilienz-Botschaftern in einer Multiplikatoren-Schulung thematisiert, die im Herbst 2026 durch die LZG angeboten werden soll. In drei verschiedenen Info- und Workshop-Formaten soll das Thema Resilienz von verschiedenen Blickpunkten betrachtet werden. Die Infoabende werden von den Resilienz- Botschaftern organisiert und durchgeführt und richten sich an „junge Alte“ ab 65 Jahren. Die Netzwerkteilnehmenden zeigten großes Interesse an einer Pilotveranstaltung, um dieses Angebot besser kennenzulernen und direkt in die Praxis umzusetzen.

Zudem berichtete das Kreisgesundheitsmanagement über den aktuellen Stand der Projekte in Bezug auf das Thema Hitzeschutz. Das Kreisgesundheitsmanagement plant eine Multiplikatoren-Schulung zum Thema „Hitze und Gesundheit“ und profitiert von den Ergebnissen der vergangenen Netzwerkveranstaltungen und der Erstellung der Hitzeschutz-Informationsmappe im Netzwerk „gesund älter werden“.

Das Treffen des Netzwerks „gesund älter werden“ war ein voller Erfolg. Es stand nicht nur der Austausch über neue Konzepte und Programme im Vordergrund, sondern auch die Möglichkeit, frische Impulse für die Gesundheitsförderung älterer Menschen zu gewinnen. Die Teilnehmer zeigten sich motiviert, die gewonnenen Erkenntnisse und Ideen in ihre eigene Arbeit zu integrieren, um die Resilienz und psychische Gesundheit älterer Menschen nachhaltig zu fördern.

 

Die Akteurinnen und Akteure des Netzwerks „gesund älter werden“ im Rhein-Lahn- Kreis
Bild:  Marta Kühnhold