Nr. 71 – Rhein-Lahn-Kreis. Wenn Menschen trotz eisiger Temperaturen auf dem Vorplatz des Hauses Metternich in Koblenz gemeinsam tanzen, dann steckt dahinter eine kraftvolle Botschaft. Am 14. Februar 2026 lud das Koblenzer Aktionsbündnis von ONE BILLION RISING bereits zum vierzehnten Mal zu der Tanzdemonstration ein.
One Billion Rising vereint jährlich Millionen Menschen weltweit und setzt ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*. Schätzungen zufolge werden etwa eine Milliarde Frauen* und Mädchen* im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt, so entstand der Name. OBR ist eine der größten internationalen Kampagnen, bei der sich Menschen aus ca. 200 Ländern beteiligen. Die Bewegung fordert Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und ein Ende der Gewalt gegen Frauen in allen Formen.
In Koblenz wird diese erfolgreiche und mitreißende Aktion von einem breiten Bündnis von Organisationen, Initiativen und engagierten Einzelpersonen getragen. Dieses Aktionsbündnis setzt sich zusammen aus dem Frauennotruf Koblenz, SKF Koblenz, Gleichstellungsbeauftragte Rhein-Lahn-Kreis und Gleichstellungsstelle der Stadt Koblenz Jugendkulturzentrum Lahnstein, Stadt Lahnstein, der Weiße Ring, musicRLPwomen*, Projekt Familienvielfalt von QueerNet RLP, queer-mittelrhein gem. e.V., SOLWODI, „Frau. Leben. Freiheit. Koblenz“ und weiteren engagierten Frauen*.
Rund 150 Teilnehmende versammelten sich am Löhrrondell in Koblenz und zogen gemeinsam in die Koblenzer Altstadt. Eine Woche zuvor hatte im Jugendkulturzentrum Lahnstein ein offener Tanzworkshop stattgefunden, bei dem eine gemeinsame Choreografie einstudiert wurde. Dass die Stimmung trotz der Eiseskälte von Anfang an gut gelaunt und voller ansteckender Lebensfreude war, lag nicht zuletzt an der Gruppe Piri Piri Brazil Percussion. Mit ihren mitreißenden Rhythmen begleiteten sie die Aktion - wie in den letzten Jahren auch - unentgeltlich von der ersten Minute an.
Zu Beginn fand Nasstaran Houshmand vom Jugendkulturzentrum (JUKZ) Lahnstein klare Worte: Sie wies in ihrer Ansprache eindringlich auf die notwendige Haltung in der Gesellschaft und den globalen Zusammenhalt gegen Gewalt hin. Jana Meurer von Music RLP women* thematisierte die die oft übersehene Gewalt gegen Frauen in der Musikbranche. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Queerbeauftragten der Stadt Koblenz, Patricia Pederzani. Zum Abschluss gab es Statements von Anwesenden zum Thema Gewalt gegen Frauen, die der Demo eine sehr persönliche, eindringliche Note verliehen - und zum ersten Mal gab es zum Abschluss auch noch ein leckeres Essen!
150 Menschen aller Generationen mit unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Lebensentwürfen engagierten sich, als die Region an diesem Tag wieder ein starkes Zeichen setzte: Für Gleichberechtigung, Respekt und ein Ende der Gewalt an Frauen* und Mädchen*, für Vielfalt, Selbstbestimmung und Frauen*- und Menschenrechte.
Ein großer Dank gilt diesen zahlreichen Teilnehmenden der Tanzdemonstration. Das Aktionsbündnis bedankt sich außerdem ausdrücklich für die Unterstützung des Frauencafés im JUKZ, die eigens für die Demo pinkfarbene Armbinden genäht hatten, bei der Anwaltskanzlei Wehran‑Itschert und dem Zonta-Club Koblenz für die finanzielle Unterstützung dieser Aktion, dem Haus Metternich für die gute Zusammenarbeit, bei der „Küche für Alle“ für die Verpflegung auf dem Münzplatz, bei „NDS 23 Koblenz“ für die kostenlose Bereitstellung der Musikanlage sowie dem ehrenamtlichen Awareness-Team mit Vicy, das für ein achtsames Miteinander sorgte.
Und auch nach der Demo kann noch ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden: Noch bis zum 8. März 2026, dem Internationalen Frauentag, läuft der virtuelle Spendenlauf „Sporteln gegen Gewalt“. Interessierte können sich noch bis zum letzten Tag unter www.katjas-laufzeit.de anmelden und durch sportliche Betätigung Gutes tun- Ob Laufen, Wandern, Walken, Radfahren oder Schwimmen – jede sportliche Aktivität zählt! . Es ist auch jetzt noch möglich, sich anzumelden und mit den 15 Euro Teilnahmegebühr ein Zeichen der Solidarität zu setzten.
Die Teilnahmegebühr kommt dem Frauenhaus Koblenz zugute.
