Feuerwerk als Qual für viele Tiere


Nr. 124 – Rhein-Lahn-Kreis. Die Untere Naturschutzbehörde informiert zum Thema „Feuerwerk“. Der ursprüngliche Gedanke von Feuerwerken war die Vertreibung von Geistern. In der heutigen Zeit finden alljährlich an Silvester zahlreiche Feuerwerke statt. Zudem mehren sich aber auch die Feuerwerke, die zu diversen Anlässen wie Stadtfesten, Firmenfeiern oder Hochzeiten stattfinden und aufwändig inszeniert werden.

 

Das Abbrennen von Feuerwerk ist privat nur an Silvester erlaubt. Gewerbliche Feuerwerke, wie sie beispielsweise zum Abschluss von Stadtfesten stattfinden, müssen je nach geplanter Abbrennzeit nur angemeldet werden.

 

Die bunten Leuchtspektakel ziehen eine große Masse in ihren Bann. Für Tiere, insbesondere für Vögel, stellen sie jedoch eine große Gefahr dar. Während sich die meisten Haustiere während Feuerwerken in stille Ecken in den Wohnungen und Häusern ihrer Besitzer verkriechen, sind Vögel in der freien Natur extremem Stress ausgesetzt. Vögel fliehen bei Feuerwerken in Höhen, in denen sie sich im Normalfall nicht aufhalten, was einem hohen Mehraufwand an Energie bedarf.

 

Zeitlich gibt es in Bezug auf Vögel keinen „günstigen Zeitpunkt“ für Feuerwerke.

Im Winter sorgt der Stress zusammen mit der Knappheit der Nahrungsmittel für eine Minderung des Energielevels. Im Frühjahr und Sommer ist die Zeit der Vogelbrut. Verlassen Vögel ihre Nester, kühlen die darin befindlichen Eier ab und die Brut geht im schlimmsten Fall verloren. Im späteren Brutverlauf könnten die Vogeljungen verhungern, da die fütternden Alttiere vor dem Feuerwerk fliehen und nicht schnell genug wieder zu den Nestern zurückkehren. Im Herbst und im Frühjahr findet der Vogelzug statt, der sich teils auch bis in den Winter erstreckt. Während des Vogelzugs sind Vögel aufgrund der teilweise immensen Strecken, die zurückgelegt werden, am Ende ihrer Kräfte. Kommt dann noch ein Feuerwerk hinzu, dass die Vögel durch laute Knalleffekte in Stress versetzt, gehen die wenigen Energiereserven der Vögel verloren. Zudem können Vögel durch Feuerwerke ihre Orientierung verlieren und ziellos umherirren, was im schlimmsten Fall auch zu Kollisionen mit Gegenständen führen kann. Dabei ist es auch wichtig zu beachten, dass der Stress bei Vögeln wesentlich früher einsetzt als eine sichtbare (Flucht-)Reaktion.

Auch für Wildtiere stellen Feuerwerke einen enormen Stress dar und können leider auch zu einem qualvollen Tod führen. Wildtiere können sich in Zäunen verfangen oder auf Straßen rennen und auch für die Tiere, die Winterschlaf halten, ist ein Feuerwerk nicht ungefährlich:

Durch die lauten Knallgeräusche erwachen die Tiere oftmals auf dem Winterschlaf oder der Winterruhe, was die Fettreserven reduziert, sodass die Tiere verhungern, da sie normalerweise die Wintermonate verschlafen und keine Futterverstecke angelegt haben.

 

Hinzu kommt der gesundheitliche Aspekt für uns Menschen: Untersuchungen haben ergeben, dass an Silvester die Feinstaubbelastung zwanzigmal höher ist als die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten 50 Mikrogramm. Weiterhin entstehen durch Feuerwerke enorme Mengen an Müll, die leider oft nicht fachgerecht entsorgt werden.

Eine Besonderheit in unserem Landkreis sind die zahlreichen Tallagen, in denen die Knalleffekte der Feuerwerke besonders laut wirken. Insbesondere an den trockenen Hängen von Rhein und Lahn besteht bei Feuerwerken die Gefahr von Waldbränden.