Zuhause als gefährlicher Ort


Nr. 140 – Rhein-Lahn-Kreis.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Lahn-Kreises Dorothee Milles-Ostermann  informiert: Opferverbände und Wissenschaftler warnen: In der Corona-Krise erhöht sich die Gefahr für Frauen, Opfer von Häuslicher Gewalt zu werden – auch im Rhein-Lahn-Kreis. Die Gleichstellungsbeauftragte  Dorothee Milles-Ostermann warnt vor einer Zunahme von häuslicher Gewalt. Laut Bundeskriminalamt gehören die eigenen vier Wände für manche Frauen zu dem gefährlichsten Orten im Leben. Die Zahlen häuslicher Gewalt steigen weltweit an. In der Volksrepublik China habe sich die Anzahl der hilfesuchenden Frauen während der Zeit der Quarantäne bislang verdreifacht. Die Berliner Polizei berichtet, dass häusliche Gewalt seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen um zehn Prozent zugenommen hat. Die Dunkelziffer dürfte noch um einiges höher liegen.

Die aktuelle Situation, in der sich das Leben vieler Familien und Paare hauptsächlich zu Hause abspielt, können in der sozialen Isolation Stress und Spannungen steigern, was zu mehr häuslicher Gewalt führen kann. Die derzeit fehlenden sozialen Kontakte und die fehlende Mobilität erhöhen die Gefahr von eskalierenden Konflikten. Finanzielle Engpässe, drohende Existenznot, Enge, Konflikte, Angst um die eigene Gesundheit, soziale Einschränkungen… all das kann zu Eskalationen führen. Zudem fallen Verletzungen nun weder in den Vereinen noch an den Arbeitsstellen auf.

Deshalb die Bitte der Gleichstellungsbeauftragten: Bitte seien sie achtsam in ihrem Umfeld, zum Beispiel in der Nachbarschaft. Wenn Sie etwas beobachten oder selbst betroffen sind, wenden Sie sich an die Beratungsstellen.

Sollten Sie häusliche Gewalt erleben oder Zeuge davon werden, kontaktieren Sie bitte folgende Adressen:

 

·         Frauennotruf Koblenz 02 61 - 35 000

Der Frauennotruf Koblenz hat sein Angebot in diesen besonderen Zeiten der Corona-Pandemie umgestaltet und erweitert. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf  Telefon- und Onlineberatung mit erweiterten telefonischen Sprechzeiten: An jedem Werktag in der Zeit zwischen 9.00 und 12.00 Uhr können Frauen und jugendliche Mädchen unter der Telefonnummer eine Beraterin am Telefon erreichen. Darüber hinaus besteht auch weiterhin die Möglichkeit der sicher verschlüsselten Onlineberatung (Zugang über www.frauennotruf-koblenz.de). Auch persönliche Beratungen sind in dringenden Notfällen unter Beachtung der notwendigen Infektionsschutzvorgaben sind möglich.

·         Bundesweit steht das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 08000 116 016

24   tunden täglich unter zur Verfügung.

 

·         Hilfetelefon „Schwangere in Not“: 08000 404 0020

·         Polizei: 110

·         Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 116 111

·         Opfer-Telefon: 116 006

 

·         Auch für Menschen, die befürchten, selbst zum Täter zu werden, gibt es ein telefonisches Hilfsangebot des Notfalltelefon zur Verhinderung von Übergriffen durch tatgeneigte Personen über die bundesweite kostenfreie Hotline 0800 70 222 40, Mo - Fr 9 - 18 Uhr