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Landrat Kern: U3-Betreuung im Rhein-Lahn-Kreis überdurchschnittlich gut
Nr. 229 – 18. August 2010 / Rhein-Lahn-Kreis. Als „überdurchschnittlich gut“
bezeichnete Landrat Günter Kern in der Sitzung des Kreisausschusses am
vergangenen Montag die Versorgungssituation der Kindergärten im Rhein-Lahn-Kreis
mit Plätzen für Kinder unter drei Jahren („U3-Betreuung“). Nachdem der
Kreisausschuss in dieser Sitzung „Grünes Licht“ für die Schaffung von weiteren
24 U3-Plätzen in vier verschiedenen Kindergärten im Rhein-Lahn-Kreis gegeben
hat, stehen nunmehr insgesamt 862 Plätze im gesamten Kreisgebiet zur Verfügung.
Damit sei schon 2010, so Landrat Kern, ein Versorgungsgrad von 32 Prozent
erreicht, während bundespolitisch ein Versorgungsziel von 35 Prozent erst im
Jahre 2013 angestrebt wird. Die in den nächsten Jahren zurückgehenden
Jahrgangsstärken werden die Versorgungssituation im Rhein-Lahn-Kreis noch weiter
verbessern.
Hintergrund der Auskünfte des Landrates war zum einen eine Anfrage der
SPD-Fraktion im Kreisausschuss zum Stand der geschaffenen Plätze in
Kindertagesstätten für die Betreuung der Kinder unter drei Jahren und zum
anderen die bereits erwähnte Bezuschussung für die Schaffung von weiteren 24
U3-Plätzen. Einen zehnprozentigen Zuschuss erhalten nach Beschluss des
Kreisausschusses die katholische Kindertagesstätte „St. Martin“ in Bad (7
zusätzliche U3-Plätze), die katholische Kindertagesstätte in Dahlheim (4
zusätzliche U3-Plätze), die evangelische Kindertagesstätte in Braubach (5
zusätzliche U3-Plätze) und die kommunale Kindertagesstätte in Miehlen (8
zusätzliche U3-Plätze). In Bad Ems, Dahlheim und Braubach wird jeweils eine
Regelgruppe in eine altersgemischte Gruppe umgewandelt, in Miehlen werden zwei
Regelgruppen in zwei geöffnete Gruppen umgewandelt.
Landrat Kern kam aber nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass es innerhalb des
Kreisgebietes erhebliche regionale Unterschiede bei der U3-Betreuung gibt. „Sehr
angespannt ist die Lage nach wie vor in den Städten Lahnstein, Bad Ems und
Nassau“, so Kern. Zwar sei in Lahnstein eine Erweiterung der evangelischen
Kindertagesstätte in der Pfarrer-Menges-Straße („Villa Kunterbunt“) in der
politischen Diskussion. Doch selbst wenn durch die – dort sehr aufwändige
Baumaßnahme – eine Krippen- und eine altersgemischte Gruppe mit insgesamt 25
Plätzen geschaffen werden, dürfte das Versorgungsproblem in Lahnstein nicht
behoben sein. Denn: Aktuell fehlen in Lahnstein insgesamt 70 Plätze.
In Bad Ems werde derzeit über den Bau einer zusätzlichen Kindertagesstätte in
dem Gebäude der ehemaligen Bundeswehrschule beraten. Hier sollen drei
altersgemischte Gruppen mit insgesamt 45 zusätzlichen Plätzen entstehen). Da das
Gebäude aber einem privaten Investor gehört, ist die Frage der Bauträgerschaft
und die der Mitfinanzierung durch öffentliche Mittel bislang nicht geklärt.
Nicht minder schwierig ist die Situation in der Stadt Nassau: Durch die noch
nicht erfolgte Umsetzung der Planung einer zusätzlichen dreigruppigen
Einrichtung im Stadtgebiet Nassau, die 30 Plätze für die U3-Betreuung bringen
soll, liegen im Stadtgebiet die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei
Jahren noch bei „Null“. Bedarfsspitzen sollen in der kommunalen Einrichtung in
Bergnassau-Scheuern sowie im Kindergarten der Lebenshilfe in Singhofen
aufgefangen werden.
In Niederwallmenach und Holzappel werden die Engpässe ab dem jetzt beginnenden
Kindergartenjahr 2010/11 durch jeweils eine ausgelagerte Gruppe beseitigt. An
beiden Kindergartenstandorten sind die Beratungen über endgültige Lösungen durch
bauliche Erweiterungen noch nicht abgeschlossen.
Insgesamt habe der Rhein-Lahn-Kreis, so berichtete Landrat Kern, allein seit
April vergangenen Jahres rund 186.300 Euro für die Schaffung von U3-Plätzen
bewilligt. Damit konnten in 18 Maßnahmen 193 Plätze für die U3-Betreuung
geschaffen werden. Nach den vom Kreistag beschlossenen Richtlinien beteiligt
sich der Kreis jeweils mit zehn Prozent, höchstens jedoch 15.000 Euro an den
zuwendungsfähigen Bau- und Erstausstattungskosten.
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