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Prägend für den Rhein-Lahn-Kreis: Der Naturpark Nassau Lage und naturräumliche Gliederung Der Naturpark Nassau liegt im rheinischen Schiefergebirge zwischen den Städten Montabaur im Norden, Diez im Osten, Nastätten im Süden und Lahnstein im Westen. Das Lahntal, in Ost-West-Richtung verlaufend, bildet darin die Hauptachse. Zum Naturparkgebiet gehören Teile des Westerwaldes ebenso wie Teile des Taunus. Im Südwesten liegen Bereiche des Mittelrheintals im Naturpark. Die Montabaurer Höhe erreicht mit dem Köppel eine Höhe von 546 m über NN. Im Taunus ist die höchste Erhebung der Graue Kopf bei Holzhausen mit 543 m über NN. Lahntal und Seitentäler zum Westerwald und zum Taunus haben zu einer deutlichen Reliefbildung der Landschaft geführt. Entstehung und Rechtsgrundlagen Die ersten Bemühungen zur Gründung eines Naturparks Nassau gehen in das Jahr 1956 zurück. Am 7. Juni 1960 wurde dann durch eine einstweilige Sicherstellung des Gebietes der erste Weg zur Entstehung des Naturparks Nassau beschritten. Im November 1963 ist das Gebiet als "Landschaftsschutzgebiet Naturpark Nassau" von der Bezirksregierung ausgewiesen worden. Eine Erweiterung erfolgte 1979 in den Räumen Braubach - Kamp-Bornhofen und Altendiez - Gückingen. In der Rechtsverordnung sind drei Kernzonen festgelegt worden. Der Naturpark Nassau hat eine Flächengröße von etwa 590 km2. In der Größenordnung von 70:30 % haben die Kreise Rhein-Lahn und Westerwald Anteil am Naturpark und bilden den Zweckverband Naturpark Nassau. Klima Die Tallagen von Rhein- und Lahntal sind klimatisch bevorzugte Räume. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen hier zwischen 8 und 9°C, während im Bereich der Montabaurer Höhe nur 7°C erreicht werden. Die höchsten Jahresniederschläge liegen im Bereich der Montabaurer Höhe bei 850 mm, während im Mittelrheintal bei Boppard - Kamp-Bornhofen nur etwa 600-650 mm gemessen werden und somit dieser Bereich relativ trocken ist. Flora und Fauna Die potentielle natürliche Vegetation im Naturpark Nassau besteht vor allem aus Buchen- und Buchenmischwaldgesellschaften. Insbesondere sind der Hainsimsenbuchenwald und auf basenreicheren Standorten der Perlgrasbuchenwald zu nennen. An warmen Standorten von Lahn- und vor allem Rheintal finden sich wärmeliebende Eichenwälder, die z.T. in sonnenexponierte Steppenheiden und Felsspaltengesellschaften übergehen. Vereinzelt wachsen in den Kerbtälern noch Schluchtwaldgesellschaften. Erlenbrüche sind nur auf sehr vernäßten Standorten der Montabaurer Höhe in größerer Fläche entwickelt. Durch menschlichen Einfluß ist die natürliche Vegetation jedoch weitestgehend zerstört und die reale Vegetation hat ein anderes Aussehen. Unterschiedliche Typen der Grünland- und Ackerflächen sind zu nennen. Sehr oft werden sie intensiv bewirtschaftet. Natürliche Waldgesellschaften findet man hauptsächlich in den Steillagenbereichen, die für die Forstwirtschaft nur schwer zu erschließen sind. Hier kommen Blaustern, Gefingerter und Hohler Lerchensporn, Einbeere oder auch Seidelbast vor. Ehemalige Weinbergslagen haben sich im Ablauf der natürlichen Sukzession zu Halbtrockenrasen und wärmeliebenden Gebüschen entwickelt. Bei entsprechendem Kalkvorkommen im Boden gedeihen Orchideen. Desweiteren sind an wärmeliebenden Arten die Astlose Graslilie oder der Blutstorchschnabel zu nennen. In Schluchtwaldbereichen finden sich Hirschzungenfarn, Dorniger Schildfarn, Platanenhahnenfuß und Silberblatt als Charakterarten. Die Fauna im Naturpark Nassau ist für manche Tiergruppen recht gut untersucht. So sind z.B. nach 1970 zwölf Fledermausarten nachgewiesen worden, darunter als Rarität die Zweifarbfledermaus. Fast 100 Brutvogelarten sowie 40 Arten, die als regelmäßige Durchzügler und Wintergäste auftreten, können bei der Vogelfauna genannt werden. Weitere 45 Arten sind bisherr sehr selten im Naturpark aufgetreten. Von den bemerkenswerten Brutvögeln sind zu nennen: Baumfalke, Haselhuhn, Rauhfußkauz, Schwarzspecht, Wasseramsel, Eisvogel und Zippammer. Seit einigen Jahren brütet auch der Graureiher wieder. Mit Würfelnatter und Smaragdeidechse kommen zwei in Deutschland vom Aussterben hochgradig bedrohte Reptilienarten ebenfalls hier vor. Für die 13 nachgewiesenen Amphibienarten sollten in den nächsten Jahren verstärkt Sicherungen bestehender und Schaffung neuer Laichgewässer durchgeführt werden. Weiterhin sind 21 Libellenarten und 36 Heuschreckenarten für den Bereich des Naturparks Nassau nachgewiesen worden. Naturschutzgebiete Derzeit gibt es im Naturpark Nassau 10 rechtskräftig ausgewiesene Naturschutzgebiete. Es sind dies die Flächen Ruppertsklamm, Koppelstein, Grube Einsiedel, Nieverner Wehr, Hollerich, Gabelstein/Hölloch, Steinbruch Fachingen, die Stelzenbachwiesen, der Spießweiher und die Schottel bei Osterspai. Die Ausweisung weiterer Naturschutzgebiete sollte unbedingt angestrebt werden, wobei darauf zu achten ist, möglichst einen repräsentativen Querschnitt der naturparktypischen Biotope langfristig zu sichern. Freizeiteinrichtungen In den ersten beiden Jahrzehnten seines Bestehens wurde vom Naturpark Nassau verstärkt der Bau von Freizeiteinrichtungen gefördert. Dadurch konnte ein Netz geschaffen werden, das in seiner Quantität und räumlichen Verteilung als ausreichend bezeichnet werden muß. Zu nennen sind Waldlehrpfade bei Lahnstein, Katzenelnbogen, Bad Ems, Höhr-Grenzhausen, Hillscheid und Simmern. Minigolfplätze finden sich zum Beispiel bei Dies, Holzappel und Nassau. Reitsportanlagen existieren bei Unterhausen, Horressen, Bad Ems und Welschneudorf. Möglichkeiten zur Ausübung von Wassersport gibt es im gesamten Lahnbereich zwischen Lahnstein und Diez. Zu nennen sind weiterhin das Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen sowie das heimatkundliche Museum Blaues Ländchen in Nastätten. Der Naturpark Nassau verfügt über etwa 290 km überregionale und 750 km regionale Wanderwege. Gern begangen werden Lahnhöhenweg, Rheinhöhenweg, Limeswanderweg und der europäische Fernwanderweg. Im Waldbereich sind mindestens 300 km Reitwege zusammmen mit der Forstverwaltung ausgewiesen worden. Schwimmbäder gibt es in Birlenbach, Nassau, Singhofen, Bad Ems, Montabaur; zu erwähnen sind außerdem die Thermalbäder in Lahnstein und Bad Ems. Dort findet sich auf der Denzerheide der einzige Golfplatz im Naturpark Nassau. Landschaftsprägend sind die Burgen bzw. Burgruinen bei Nassau, Balduinstein, Katzenelnbogen, Diez, Braubach, Kamp-Bornhofen, Lahnstein und Arzbach. Durch das starke Relief mit z.T. tief eingeschnittenen Tälern und felsigen Hängen sind Aussichtspunkte typisch für den Naturpark Nassau. Oft finden sich hier Schutzhütten für Wanderer. Diesen stehen insgesamt ca. 150 Wanderparkplätze zur Verfügung. Alle Parkplätze sind mit Hinweisschildern für mögliche Wanderrouten versehen. Instandsetzung von Einrichtungen und ökologische Maßnahmen Die Instandsetzung der vorhandenen Einrichtungen erfolgt im Naturpark Nassau vor allem in Zusammenarbeit mit den Forstämtern und Verbandsgemeinden. Schwerpunkt im Bereich der ökologischen Maßnahmen ist die Förderung der Anpflanzungen von Hecken und hochstämmigen Obstbäumen, sowie der Erhalt von Streuobstwiesen, etwa bei Daubach oder Dausenau. Aber auch Trockenmauern als Relikte ehemaliger Weinbergnutzung werden wegen des Vorkommens seltener Tier- und Pflanzenarten und aus kulturhistorischen Gründen gezielt freigestellt. Exkursionen und Seminare sollen Einwohner und Besucher des Naturparks über ökologische Zusammenhänge, notwendige Pflegemaßnahmen und den Wert der Landschaft aufklären. Informationen über den Naturpark Nassau erteilen: Zweckverband Naturpark Nassau, Im Mühlbachtal 2, 56373 Nassau Wirtschaftsförderungsgesellschaft
Rhein-Lahn, Wirtschaftsförderungsgesellschaft
Westerwaldkreis, zusammengestellt von:
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