Die
Insel Silberau - Standort des Kreishauses in Bad Ems![]() Die Silberau, ein besonderer Standort. Eine Insel in der Lahn, mit exponierter städtebaulicher Bedeutung, bekam ein neues Gesicht. Die Silhouette des neuen Kreishauses, bezogen im Dezember 1983 (Erster Spatenstich am 5. Juni 1981; Richtfest und Grundsteinlegung am 25. März 1983), bildet in diesem Bereich des Lahntals eine deutliche Signifikanz. Die gestellte Aufgabe, an diesem in vieler Hinsicht sensiblen Standort das Gebäude mit dem geforderten Volumen und den gegebenen verkehrstechnischen Anbindungspunkten zu planen und zu bauen, war für alle Beteiligten keine einfache, risikolose Herausforderung. Neben der Bewältigung der städtebaulichen und landschaftsplanerischen Anpassung der Gesamtanlage, galt es weiterhin eine Bauform zu finden, die den Inhalten und der Nutzungsfunktion einer Kreisverwaltung, bezogen auf ihr heutiges Selbstverständnis in unserer pluralistischen und freiheitlichen Gesellschaft, entspricht. Die fertig gestellte Anlage - das neue Kreishaus - kann architektonisch nur als - eine - von mehreren Lösungen subjektiver Reflektion auf die gestellten oberbegrifflichen Rahmenbedingungen gesehen werden. Im einzelnen: Die Entwicklung der Gesamtanlage erfolgt in einem diagonalen Aufbau von der neuen Lahnbrücke, von Nord-Ost nach Süd-West. Es ergibt sich eine am Fluss lagernde und zum gegenüberliegenden Stadtkern Bad Ems hinweisende Baugruppe. Das gegliederte und plastisch gestaltete Gebäudeensemble terrassiert sich von der Flussseite her über die vorgelagerte Großraumspange - Sitzungssäle, Cafeteria etc. - im Verwaltungsteil bis auf vier Vollgeschosse, teilweise bis zur punktuellen Fünfgeschossigkeit. Durch diese Gliederung entstehen innerhalb der Gesamtanlage erkennbare Teilbereiche, die ihrer Bedeutung entsprechend Orientierungs- und Signalwirkung ausstrahlen. Die Zufahrt sowie der Hauptzugang erfolgen von der parallel zur Lahn geführten neuen Haupterschließstraße. Aus der Sinnfälligkeit von Zugang und Ausrichtung ergibt sich der Bezugsplatz vor dem Kreishaus. Die Freiflächen entwickeln sich über Platzanlage, begrünte Kraftfahrzeugabstellflächen, zu einem locker gestalteten Landschaftspark. Mittel sind hier: Die Baukörper anbindende Erdaufschüttungen, der Modellierung folgende Weg- und Platzflächen sowie standorttypische Vegetationsflächen. Die Haupteingangshalle in Erweiterung der Zugangs- und Platzanlage bildet das Zentrum des Kreishauses. Die Halle mit Foyercharakter beinhaltet Verteiler- und Informationsfunktion. Sie bildet abgestufte Nebenbereiche, mit Sitz- und Warteplätzen und führt über die horizontalen und vertikalen Verteilungselemente, wie Flure, Aufzüge, Treppenanlagen zu den einzelnen Funktionsbereichen. Es ergeben sich organische und flüssige Verkehrszonen, die entsprechend ihrer Funktion und Frequentierung proportioniert sind. Die Nutzungsbereiche, Bürozonen, Sitzungsräume usw. sind weitgehend zur freien Landschaft ausgerichtet. Architektonische Gestaltungsmittel sind: Plastische, polygonale Baukörperausformung und -ausrichtung, entwickelt aus den Standortbezügen und den Funktionsinhalten. Wechsel von Mauerscheiben und plastischen Fassadenflächen. Herausarbeitung einer alles überdeckenden, gegliederten Dachhaube mit versetzten Dachschrägen sowie die Verzahnung und der Wechsel von Baukörper und Freiflächen. Die Individualität entsteht durch Formfindung der dem Projekt innewohnenden Eigenschaft aus Zweck und Funktion. Durch die Wahl der Baustoffe, Farben, Proportionen und Lichtführung soll eine heitere, unmonumentale Atmosphäre entstehen. Das Gebäude ist in Mischbauweise, Stahlbeton- Ziegelmauerwerk, konzipiert. Das konstruktive Ordnungssystem wird durch ein einheitliches Maßmodul gebildet. Die monolithischen Außenwände sind mit einem mineralischen weißen Putz versehen und sind in ihrer Stärke bemessen, dass sie den Erfordernissen der Wärmedämmung und des Raumklimaausgleichs gerecht werden. Die Dachkonstruktion besteht aus Holz und ist mit Titanzink eingedeckt. Fenster und Türkonstruktionen sind aus massiven, verleimten Naturhölzern hergestellt. Nichttragende Innenwände, abgehängte Decken und Raumteilungskonstruktionen sind als mehrschalige Leichtbauelemente ausgebildet. Fußbodenbeläge bestehen je nach Anforderung und Bedeutung aus Naturstein, Keramik, Holz, Teppich und Linoleum. |
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| Die Geschichte des heutigen Verwaltungssitzes Insel Silberau | |
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100 n. Chr. |
Römer schmelzen Erze am Blöskopf und baden in den Thermen von Bad Ems |
| 1766 | Johann Remy aus Bendorf säubert das "Alte Schächtchen" in der Lindenbach und eröffnet eine neue Blütezeit des Emser Bergbaus. |
| 1852 bis 1855 | Durch den Ausbau der Lahn entsteht die Insel Silberau. Der Schleusengraben wird 1.200 Meter lang. Die Gemarkung "Hexengreen" war früher Hinrichtungsstätte von Hexen. Grundbuchamtlich heißt das Gebiet "Auf'm Gründ". |
| 1858 | Bau der Bahnlinie Lahnstein - Bad Ems |
| 1859 | Verlängerung bis Nassau |
| 1863 | Fortführung bis Wetzlar |
| 1859 | Die Gewerkschaft Remy und Hofmann erwirbt von der Stadt 13 Hektar Gelände für 3.000 Gulden zur Errichtung einer Aufbereitungsanlage auf der "Werksinsel". |
| 1860 | Einweihung der Remybrücke für Werksbahn und Fußgänger. |
| 903 | Errichtung der Elektrizitätszentrale des Blei- und Silberwerks gegenüber der Insel Silberau. |
| 1945 | Der wohl 2000 Jahre alte Erzbergbau (Blei, Zink, Silber) in Bad Ems (tiefste bekannte Sohle 680 Meter) wird nach Überflutung der Gruben durch Stromausfall bei Kriegsende eingestellt. Die Werksbahn fuhr bis 1952, und die Aufbereitungsanlage auf der Insel Silberau arbeitete noch bis 1959 weiter. Die Erze kamen u. a. vom Mühlenbach bei Ehrenbreitstein, aus Holzappel, Braubach und aus Werlau. Die moderne Anlage gehörte zu der größten ihrer Art in Europa. |
| 13. Dezember 1967 | Das Oberbergamt Rheinland-Pfalz - dessen Gebäude später die Kreisverwaltung bezog - verlässt die Insel Silberau. Dieses alte Gebäude der Kreisverwaltung hatte bis zum Beginn der Neubauarbeiten quasi "Gleisanschluss". Reste der Grubenbahnschienen liegen heute noch vor der alten Remybrücke. Die Stolberger Zink AG verkauft die Insel Silberau an die Stadt Bad Ems. |
| Bewegte Kreisgeschichte | |
| 496 | Der größte Teil des Rhein-Lahn-Kreises bis zum Rhein gehört zum Einrichgau. Das Gebiet Ems - Nassau zum Engersgau und der Raum Diez zum Niederlahngau. Die "Verwaltungsbezirke" der Karolingerzeit waren wohl die älteste politische Gliederung des heutigen Rhein-Lahn-Kreises. |
| 12. Juli 1806 | Durch Rheinbundakte wird Nassau Herzogtum. |
| 1. Juli 1816 | Die Nassauische Amtsverordnung bringt eine Vereinheitlichung der "Splittergebietsverwaltung". Ein Amtmann war fortan Chef der Amtsverwaltung. An der Spitze der Gemeinden traten Schultheiße, deren Nachfolger 1848 die Bürgermeister wurden. |
| 24. März 1817 | Das vorbildliche Nassauer Schuledikt (Simultanschule mit Schulzwang) wird verkündet. |
| 23. Dezember 1848 | Mehr Selbstverwaltungsrecht für die Gemeinden durch "Gemeindegesetz". |
| 18. Juli 1866 | Die Preußen besetzen Bad Ems. Herzog Adolf von Nassau - der mit Österreich verbündet war - verliert sein Herzogtum. Das Gebiet an Rhein und Lahn wird Regierungsbezirk Wiesbaden. Die Preußen gleichen die Verwaltung weitgehend der ihrigen an. Es werden Landkreise geschaffen und Landräte vom König berufen. Die alten Nassauischen Ämter blieben zunächst noch erhalten. |
| 22. Februar 1867 | Durch Verordnung
von König Wilhelm I. von Preußen entsteht der Unterlahnkreis mit Sitz in
Diez. Er hatte rund 63.000 Einwohner. Dazu gehörten zunächst die Ämter
Limburg, Diez, Nassau und Nastätten. Der Unterlahnkreis war einer von 12 Landkreisen, die den Regierungsbezirk Wiesbaden bildeten. Zum ersten Landrat wurden Regierungsassessor Berthold Nasse aus Koblenz berufen. |
| 7. Juni 1885 | Die Änderung der Kreisordnung führte zur völligen Beseitigung der alten Nassauischen Ämtereinteilung mit Bildung des Kreises St. Goarshausen aus den bisher zum Rheingau gehörenden Ämtern St. Goarshausen und Braubach sowie dem größten Teil des Amtes Nastätten. Der Nordostteil des Amtes Nastätten mit Katzenelnbogen blieb beim Unterlahnkreis. |
| 30. August 1946 | Geburtsstunde des Landes Rheinland-Pfalz. Es wird aus der Provinz Rheinland-Hessen-Nassau und der Pfalz gebildet. |
| 1. Januar 1962 | Der heutige Rhein-Lahn-Kreis ist ein bekanntes Fremdenverkehrsgebiet, zu dem der sagenumwobene Loreleyfelsen gehört. Nicht zuletzt aus Gründen der Fremdenverkehrsförderung stellte deshalb der Kreistag des Kreises St. Goarshausen den Antrag auf Umbenennung in Loreleykreis, dem die Landesregierung entsprach. |
| 7. Juni 1969 | Aus den Kreisen Unterlahn mit Sitz in Diez und Loreley mit Sitz in St. Goarshausen wird der Rhein-Lahn-Kreis mit Sitz in Bad Ems gebildet. Erster Landrat wurde Rudolf Rumetsch. Die erste Zusammenführung der Verwaltung aus Diez und St. Goarshausen erfolgte am 1. September 1969. |
| Zum heutigen Rhein-Lahn-Kreis gehören 137 Gemeinden. Er gliedert sich in die große kreisangehörige Stadt Lahnstein und in 8 Verbandsgemeinden: Bad Ems, Braubach, Diez, Hahnstätten, Katzenelnbogen, Nassau, Nastätten und Loreley. Die Zusammenführung der Verwaltung in der neuen Kreisstadt Bad Ems verlief nicht ganz ohne Geburtswehen und war 1971 abgeschlossen. Die Unterbringung erfolgte behelfsmäßig in verschiedenen Gebäude an mehreren Stellen von Bad Ems. Inzwischen sind jedoch die "alten Diezer", die "alten St. Goarshäuser" und die "neuen Bad Emser" zu einer leistungsfähigen Verwaltung für rund 130.000 Bürger zusammengewachsen. | |