Begriffsbestimmungen

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Begriffsbestimmungen

Öffentliche und Private Schulen

Die Schulen sind öffentliche Schulen oder private Schulen (Schulen in freier Trägerschaft). Öffentliche Schulen sind Schulen, die vom Land oder einer kommunalen Gebietskörperschaft errichtet werden. Alle anderen Schulen sind Schulen in freier Trägerschaft. Das neue Schulgesetz gilt für die öffentliche Schulen und zum Teil auch für die Schulen in freier Trägerschaft. Im Übrigen gilt für die Schulen in freier Trägerschaft das Privatschulgesetz.

Welche Schulen im Rhein-Lahn-Kreis in öffentlicher oder privater Trägerschaft sind, entnehmen Sie bitte dem Punkt „Schularten im Kreisgebiet“.

Das Wichtigste in Kürze

Die Ganztagsschule

Die Ganztagsschule bietet eine ganztägige Betreuung einschließlich Mittagessen an. Die Ganztagsschule in Angebotsform und in verpflichtender Form verbindet Unterricht und weitere schulische Angebote zu einer pädagogischen und organisatorischen Einheit. Sie ist wie folgt organisiert:

  1. In Angebotsform erstreckt sich die Ganztagsschule auf die Vormittage und vier Nachmittage einer Woche. Sie kann Unterricht auf den Nachmittag legen und hält weitere pädagogische Angebote vor. Sie ist klassenbezogen, klassenübergreifend oder klassenstufenübergreifend organisiert. Für Schülerinnen und Schüler, die für das Ganztagsangebot angemeldet sind, besteht eine Teilnahmeverpflichtung für die Dauer eines Schuljahres.
  2. In verpflichtender Form verteilt die Ganztagsschule den Unterricht auf die Vormittage und in der Regel auf vier Nachmittage einer Woche. Sie hält weitere pädagogische Angebote vor. Die Teilnahme ist für die Schülerinnen und Schüler verpflichtend.
  3. Die Ganztagsschule in offener Form verbindet Unterricht und außerunterrichtliche Betreuung zu einer pädagogischen und organisatorischen Einheit. Sie kann Unterricht auf den Nachmittag legen. Die Teilnahme an der außerunterrichtlichen Betreuung ist für die Schülerinnen und Schüler freiwillig. Die außerunterrichtliche Betreuung erfolgt durch Betreuungskräfte, die der Schulträger bereitstellt.

Die Schwerpunktschule
Das Land Rheinland-Pfalz setzt seit dem Schuljahr 2001/2002 ein Konzept zur Integration beeinträchtigter Schülerinnen und Schüler in allgemeinbildenden Schulen um. Es werden so genannte „Schwerpunktschulen“ gebildet, in denen wohnortnah integrativer zieldifferenzierter Unterricht angeboten wird.

Jede Schulart und jede Schule ist der individuellen Förderung der ‚Schülerinnen und Schüler verpflichtet. Alle Maßnahmen der Leistungs- und Neigungsdifferenzierung in innerer und äußerer Form wie auch die sonderpädagogische Förderung durch Prävention und integrierte Fördermaßnahmen tragen diesem Ziel Rechnung.


Schulaufsicht

Das Schulwesen untersteht der staatlichen Aufsicht (Schulaufsicht). Die Schulaufsicht wird von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (Schulbehörde) und dem fachlich zuständigen Ministerium (oberste Schulbehörde) ausgeübt. Die Schulbehörde besteht aus der Zentralstelle in Trier und den Außenstellen in Koblenz und Neustadt an der Weinstraße.


Schulbezirke

Die Schulbehörde legt für jede Grundschule, und Berufsschule im Benehmen mit dem Schulträger ein räumlich abgegrenztes Gebiet als Schulbezirk fest. Schülerinnen und Schüler der Grundschulen besuchen die Schule, in deren Bezirk sie wohnen. Schülerinnen und Schüler der Berufsschule besuchen die Berufsschule, in deren Schulbezirk sie beschäftigt sind. Die Schulbehörde kann aus wichtigen pädagogischen oder organisatorischen Gründen Zuweisungen vornehmen.
Schulträger

- ist grundsätzlich

• bei Grundschulen eine Verbandsgemeinde, eine verbandsfreie Gemeinde, eine große kreisangehörige Stadt oder eine kreisfreie Stadt,
• bei Realschulen plus, organisatorisch verbundenen Grund- und Realschulen plus und Förderschulen mit Förderschwerpunkt Lernen eine Verbandsgemeinde, eine verbandsfreie Gemeinde, eine große kreisangehörige Stadt oder ein Landkreis
• bei Gymnasien, Kooperativen Gesamtschulen, Integrierten Gesamtschulen, mit einer Fachoberschule organisatorisch verbundenen Realschulen plus , berufsbildenden Schulen, den übrigen Förderschulen, eine kreisfreie Stadt oder ein Landkreis
• bei Privatschulen private Träger

- sind zuständig

• für das Verwaltungs- und Hilfspersonal (ohne Lehrpersonal)
• für die Bereitstellung, laufende Unterhaltung, Bewirtschaftung und Ausstattung der Schulgebäude und Schulanlagen,
• die Beschaffung und laufende Unterhaltung der Lehr- und Unterrichtsmittel und den Geschäftsbedarf (Schulbetrieb)
• die Verpflegung der Schülerinnen und Schüler in Ganztagsschulen
• die Schülerunfallversicherung und Haftpflichtversicherung

und tragen hierfür die Kosten.


Außerschulische Nutzung von schulischen Einrichtungen

Schulische Einrichtungen können auch außerschulisch genutzt werden – eventuell gegen Kostenersatz.
Für die Nutzung ist ein Antrag notwendig, der an die jeweilige Schule zu richten ist. Von dort wird der Antrag dann an den Kreis weiter geleitet und von dort genehmigt.
Schulische Sportanlagen können von Vereinen für Training und Wettkampf kostenfrei genutzt werden. Auch hier ist ein Antrag über die jeweilige Schule an den Kreis zu richten. Die Benutzungsordnung für die kreiseigenen Sportanlagen kann als Download heruntergeladen werden (ist noch in Vorbereitung).


Schulstufen sind (schulartunabhängig):

Primarstufe Klasse 1 bis 4
Sekundarstufe I Klasse 5 bis 10
Sekundarstufe II Klasse 11 bis 13


Schwerpunktschule

Das Land Rheinland-Pfalz setzt seit dem Schuljahr 2001/2002 ein Konzept zur Integration beeinträchtigter Schülerinnen und Schüler in Allgemeinschulen um. Es werden so genannte „Schwerpunktschulen“ gebildet, in denen wohnortnah integrativer zieldifferenzierter Unterricht angeboten wird. Im Rhein-Lahn-Kreis gibt es Schwerpunktschulen an Grundschulen, Realschulen plus und Gymnasien.
Einzelheiten entnehmen Sie bitte der jeweiligen Schul-Homepage.


Schularten

Es gibt insgesamt 8 Schularten:
die Grundschule
die Realschule plus
das Gymnasium
die Integrierte Gesamtschule
die Berufsbildende Schule
das Abendgymnasium
das Kolleg
die Förderschule

Die Grundschule
Die Grundschule führt in schulisches Lernen ein und legt die Grundlage für die weitere schulische Bildung. Die Grundschule kann für vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder einen Schulkindergarten führen. Die Grundschule ist der Primarstufe zugeordnet und wird als volle Halbtagsschule (Unterrichtszeiten in der Regel bis 12.00 bzw. 13.00 Uhr) geführt. Die betreuende Grundschule bzw. die Grundschule als Ganztagsschule in Angebotsform bietet noch weitergehende Öffnungszeiten an.

Realschule plus
Die Realschule plus führt zur Qualifikation der Berufsreife, die zum Eintritt in berufsbezogene Bildungsgänge berechtigt und zum qualifizierten Sekundarabschluss I, der zum Eintritt in berufsbezogene und auch in studienbezogene Bildungsgänge berechtigt. Sie umfasst Schülerinnen und Schüler der Bildungsgänge zur Erlangung der Berufsreife und zur Erlangung des qualifizierten Sekundarabschlusses I. Sie ist in Schulformen gegliedert. Die Realschule plus arbeitet zu Fragen der Berufsorientierung eng mit der berufsbildenden Schule zusammen. Die Realschule plus ist der Sekundarstufe I zugeordnet.

Bei der Realschule plus können folgende Schulformen eingerichtet werden:

Die Integrative Realschule plus
Die Kooperative Realschule plus
In der Integrativen Realschule plus findet ab der Klassenstufe 7 Fachleistungsdifferenzierung in Kursen und in klasseninternen Lerngruppen statt.
In der Kooperativen Realschule plus wird ab der Klassenstufe 7 in abschlussbezogenen Klassen der Bildungsgänge zur Erlangung der Berufsreife und zur Erlangung des qualifizierten Sekundarabschlusses I differenziert.
Auf Antrag kann der Realschule plus eine Fachoberschule zur Erlangung der Fachhochschulreife angeschlossen werden.

Das Gymnasium
Das Gymnasium führt zur allgemeinen Hochschulreife. Die Unter- und Mittelstufe des Gymnasiums vermittelt den qualifizierten Sekundarabschluss I, der zum Eintritt in studienbezogene und in berufsbezogene Bildungsgänge berechtigt. Für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler kann durch Zusammenfassung und Förderung im Klassenverband ein verkürzter Weg durch die Sekundarstufe I ermöglicht werden. Die gymnasiale Oberstufe eröffnet durch die Vermittlung der Studierfähigkeit den Zugang zur Hochschule und führt auch zu berufsbezogenen Bildungsgängen. Sie ist der Sekundarstufe II zugeordnet.

Die Integrierte Gesamtschule
Die Integrierte Gesamtschule führt zur Qualifikation der Berufsreife, die zum Eintritt in berufsbezogene Bildungsgänge berechtigt. Sie führt außerdem zum qualifizierten Sekundarabschluss I, der zum Eintritt in berufsbezogene und in studienbezogene Bildungsgänge berechtigt. Des Weiteren führt die Integrierte Gesamtschule zur Berechtigung zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe. Sie kann eine gymnasiale Oberstufe umfassen, die zur allgemeinen Hochschulreife führt. In der Integrierten Gesamtschule werden Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I weitgehend in einem gemeinsamen Unterricht zusammengefasst.

Die Berufsbildende Schule
Die Berufsschule einschließlich des Berufsvorbereitungsjahres
Für alle Schülerinnen und Schüler besteht eine 12jährige Schulbesuchspflicht. Die Berufsschule führt als gleichberechtigter Partner der betrieblichen Berufsausbildung durch eine gestufte Grund- und Fachbildung zu berufsqualifizierten Abschlüssen. Sie wird hauptsächlich von Schülerinnen und Schülern besucht, die eine berufliche Erstausbildung durchlaufen. Der Abschluss der Berufsschule schließt den Hauptschulabschluss ein. Er kann unter bestimmten Voraussetzungen auch den qualifizierten Sekundarabschluss I beinhalten. Darauf aufbauend führt der Abschluss in Verbindung mit einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung und einer Fachhochschulreifeprüfung zur Fachhochschulreife.
Schülerinnen und Schüler, die das Ziel der Hauptschule nicht erreicht haben, aus der Förderschule entlassen werden, kein Berufsausbildungsverhältnis- oder Arbeitsverhältnis nachweisen können, aber noch schulbesuchspflichtig sind, können im Berufsvorbereitungsjahr auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden.
Die Berufsfachschule
Sie führt zu beruflichen und schulischen Qualifikationen oder Teilqualifikationen. Sie wird als Berufsfachschule I, Berufsfachschule II, dreijährige Berufsfachschule und höhere Berufsfachschule geführt.
Die Berufsfachschule I baut auf der Qualifikation der Berufsreife auf und vermittelt eine berufliche Grundbildung. Die Berufsfachschule II baut auf dem Abschluss der Berufsfachschule I mit dem qualifizierten Ergebnis auf und führt zum qualifizierten Sekundarabschluss I. Die höhere Berufsfachschule baut auf dem qualifizierten Sekundarabschluss I auf und vermittelt den berufsqualifizierten Abschluss als Assistentin oder Assistent. Dieser Abschluss führt in Verbindung mit einer Fachhochschulreifeprüfung und einem Praktikum zur Fachhochschulreife.
Hinweis: Auf die dreijährige Berufsfachschule wird nicht näher eingegangen, da diese Schulform im Rhein-Lahn-Kreis nicht angeboten wird.


Die Berufsoberschule
Sie führt als Berufsoberschule I und II zur Fachhochschulreife sowie zur fachgebundenen und zur allgemeinen Hochschulreife.
Die duale Berufsoberschule
Sie baut auf dem qualifizierten Sekundarabschluss I, dem Abschluss der höheren Berufsfachschule, einer zweijährigen Fachschule, dem Abschluss einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder dem Berufsschulabschluss auf und führt zur Fachhochschulreife.
Hinweis: Diese Schulform wird im Rhein-Lahn-Kreis nicht angeboten.
Das berufliche Gymnasium
Es führt als gymnasiale Oberstufe mit berufsbezogenen Bildungsangeboten zur allgemeinen Hochschulreife.
Die Fachschule
Sie führt zu berufsqualifizierten Abschlüssen der beruflichen Fort- und Weiterbildung, vermittelt eine vertiefte berufliche Fachbildung und fördert die Allgemeinbildung. Die Fachschule dauert in Vollzeit mindestens ein halbes Jahr und in Teilzeit ein oder anderthalb Jahre. Der Abschluss einer mindestens zweijährigen Fachschule in Vollzeit oder mit entsprechender längerer Dauer in Teilzeit ist der Fachhochschulreife gleichwertig und berechtigt zum Studium an Fachhochschulen in Rheinland-Pfalz.

Über das schulische Angebot der beiden Berufsbildenden Schule im Rhein-Lahn-Kreis können Sie sich auf deren Homepage informieren.

Die Förderschule
Die Förderschule vermittelt Schülerinnen und Schülern, die nach Feststellung der Schulbehörde sonderpädagogische Förderbedarf haben und nach Maßgabe des § 5 Abs. 5 Schulgesetz keine andere Schulart besuchen, die für die Förderschule vorgesehenen oder sonstigen ihren Fähigkeiten entsprechende Schulabschlüsse.

Es gibt folgende 9 Formen der Förderschule:

Schulen für blinde Schülerinnen und Schüler
Schulen für sehbehinderte Schülerinnen und Schüler
Schulen für gehörlose Schülerinnen und Schüler
Schulen für hörbehinderte Schülerinnen und Schüler
Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen
Schulen mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung
Schulen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung
Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sprache
Schulen mit dem Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung

Hinweis: Im Rhein-Lahn-Kreis sind Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und motorische und ganzheitliche Entwicklung eingerichtet.


Schulen im Rhein-Lahn-Kreis

Grundschulen
Die Grundschulen erreichen sie über die Homepage der jeweiligen Verbandsgemeinde.

Realschulen plus

Gymnasien

Berufsbildende Schulen

Förderschulen

Private Schulen