Betreuungsvereine

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Betreuungsvereine - Die Betreuungsvereine der BETAG

Im Rhein - Lahn - Kreis sind zur Zeit etwa 3.500 Betreuungen eingerichtet und es ist abzusehen, dass die Zahl der betreuungsbedürftigen Menschen weiter steigen wird. Gleichzeitig bestehen Probleme, geeignete Personen zu finden, die zur Übernahme einer Betreuung bereit sind, denn nicht immer sind Angehörige, Freunde oder Bekannte vorhanden, die diese Aufgabe übernehmen können oder wollen.

Mangelndes Interesse der Öffentlichkeit an den Belangen der Betroffenen sowie die unzureichende Begleitung der Betreuer sind mit als Ursachen dafür anzusehen, dass ehrenamtliche Betreuer zur Übernahme dieses verantwortungsvollen Amtes schwer zu gewinnen sind. Für die betroffenen Menschen führen diese Mängel zu ungenügender Hilfestellung und unnötiger Rechtsbeschränkung.

Das Betreuungsgesetz hat wesentliche Verbesserungen auf der Gesetzesebene gebracht, die aber nur bei entsprechenden organisatorischen Maßnahmen zum Tragen kommen können. Hierbei kommt den Betreuungsvereinen eine wichtige Rolle zu.

Im Rahmen der BETAG sind folgende Betreuungsvereine im Rhein-Lahn-Kreis tätig:
der Betreuungsverein der Arbeiterwohlfahrt Rhein - Lahn e. V
der Betreuungsverein des DRK - Kreisverbandes Rhein - Lahn e. V.
Weitere BtV sind der BtV Nassauer Land und der BtV der AWO in Nassau.

Arbeiterwohlfahrt und Deutsches Rotes Kreuz als Verbände der freien Wohlfahrtspflege sind Träger dieser gemeinnützigen Vereine, die auf der Grundlage des am 01.01.92 in Kraft getretenen Betreuungsrechtes arbeiten und sich, in Zusammenarbeit mit der Betreuungsbehörde und den Vormundschaftsgerichten, für die Umsetzung und Durchführung der Inhalte und Zielsetzungen des neuen Gesetzes einsetzen.


Aufgaben der Betreuungsvereine
Ziel der Vereine ist es insbesondere, die Position der betreuungsbedürftigen Menschen im System der sozialen Hilfsangebote zu stärken.

Als Aufgaben der Betreuungsvereine lassen sich zusammenfassen:
Das Führen von Betreuungen für Volljährige durch die hauptamtliche Fachkraft des Vereins
Betreuung wird für Menschen eingerichtet, die ihre täglichen Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr erledigen können.
Die Gewinnung ehrenamtlicher Betreuer(innen)
Betreuungsarbeit im Sinne des neuen Betreuungsgesetzes, das als Ziel die begleitende Einzelbetreuung vorsieht, ist nur durch ehrenamtliche Unterstützung realisierbar. Meistens übernehmen Angehörige, Nachbarn oder Bekannte die gesetzliche Betreuung der ihnen nahe stehenden Menschen. Aber darüber hinaus werden Fremdbetreuer gesucht, die diese Aufgabe im Ehrenamt übernehmen.
Die Gewinnung ehrenamtlicher Betreuer stellt eine komplexe und schwierige Aufgabe dar, die eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit voraussetzt. Dazu gehört das durchführen von Informationsveranstaltungen, das Führen von Einzelgesprächen, die Vorbereitung von Presseartikeln, die Erstellung von Werbematerial und der Aufbau eines Kontaktnetzes.
Die Einführung, Beratung, Unterstützung und Fortbildung der ehrenamtlichen Betreuer(innen)
Betreuungsvereine sind gesetzlich verpflichtet, 25 ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) nachzuweisen, die bereit sind, Betreuungen zu übernehmen oder bereits übernommen haben. Die im Verein mitarbeitenden Betreuer(innen) werden durch die hauptamtliche Fachkraft des Vereins in die Betreuungstätigkeit eingeführt und bei individuellen, im Einzelfall auftretenden Problemen unterstützt.
Der Betreuungsverein gewährleistet professionelle Beratungen und Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Kräften. Hingegen werden in Fortbildungsveranstaltungen allgemeine Kenntnisse, die für die Betreuungsarbeit relevant sind, vermittelt und vertieft. Dies wird zum einen über Gruppenarbeit der ehrenamtlichen Betreuer gewährleistet, als auch über Vorträge von Fachreferenten, die durch die Vereinsmitarbeiter organisiert werden. Die Angebote sind kostenlos und können darüber hinaus von jedem an der Betreuungsarbeit Interessierten und Tätigen genutzt werden.

Den Erfahrungsaustausch zwischen den Ehrenamtlichen organisieren
Der Erfahrungsaustausch zwischen den ehrenamtlichen Mitarbeitern ist ein wichtiges Instrument zur Unterstützung, weil hier vermittelt wird, dass keiner mit seinen Problemen alleine stehen muss. Das besprechen von Problemen mit anderen Betreuern stärkt die Verantwortungsbereitschaft und bietet wichtige Entscheidungshilfen für eigene Handlungen.
Information zu Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen
Nach dem Betreuungsrechtsänderungsgesetz vom 01.07.2005 kommt diesem Punkt besondere Bedeutung zu. Die Betreuungsvereine sollen zu diesem Thema planmäßig informieren und beraten. D. h. die Betreuungsvereine bieten in Kooperation mit der Betreuungsbehörde Informationsabende zu diesem Thema an und beraten vor Ort über Möglichkeiten der Umsetzung und Gestaltung.

Hilfen durch den Betreuungsverein
Beratung und Unterstützung der Betreuer(innen)
regelmäßige Fortbildung im Rahmen der gesetzlichen Betreuung
Erfahrungsaustausch ermöglichen
Hilfe bei auftretenden Einzelproblemen
Beratung bei gesetzlichen Ansprüchen und Pflichten des Betreuers
Erstellung und Verteilung von Veranstaltungskalendern, Vordrucken
und Informationsmaterial
Information und Beratung zum Thema Vorsorgeverfügungen
Der Betreuungsverein bietet seinen Mitgliedern zusätzlich die Absicherung
durch eine Sammelhaftpflichtversicherung gegen Vermögensschäden.

Daneben ist jeder Betreuer in einer Sammelhaftpflichtversicherung für
Vermögensschäden über das Justizministerium abgesichert. Hierzu geben die
Amtsgerichte nähere Auskünfte.