Katastrophenschutz

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Katastrophenschutz

Der Katastrophenschutz ist gem. § 2 Abs. 1 Nr. 2 Landesgesetz über den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (LBKG) Aufgabe des Landkreises. Diese nimmt er als Pflichtaufgabe der Selbstverwaltung war (vgl. § 2 Abs. 2 LBKG). Im Zuge des Katastrophenschutzes hat der Landkreis Maßnahmen zu treffen, um das Leben, die Gesundheit und die Umwelt vor der Entstehung einer Katastrophe zu schützen. Dem Landkreis stehen zu seiner Aufgabenerfüllung keine eigenen Kräfte zur Verfügung. Es unterstehen ihm ab der Alarmstufe 4 (Katastrophenschwelle) alle örtlichen Einsatzkräfte.
Zur Erfüllung seiner Aufgaben hält der Rhein-Lahn-Kreis verschiedene Katastrophen- schutzeinheiten vor:

Führungsdienst
Unter der Führung des Kreisfeuerwehrinspekteurs ist eine technische Einsatzleitung eingerichtet. Diese besteht aus den Führungskräften aller im Katastrophenschutz eingesetzten Fachdienste. Ihre Aufgabe ist, die Einsatzmaßnahmen zu leiten und zu koordinieren. Die Kreisverwaltung stellt im Bedarfsfall den Führungsstab. Zu dessen Aufgaben zählen die Beurteilung der Einsatzlage sowie die Koordination und Überwachung der Einsatzmaßnahmen.

Gefahrstoffzug
Für die Hilfe bei drohender Gefahr durch gefährliche Stoffe und Güter hält der Rhein-Lahn-Kreis einen speziellen Gefahrstoffzug vor. Dieser besteht aus fünf Teileinheiten, welche den örtlichen Feuerwehren in Bad Ems, Birlenbach-Fachingen/Diez, Hahnstätten, Lahnstein (Wache Nord) und St. Goarshausen angebunden sind. So ist sichergestellt, dass im Bedarfsfall zügig eine Einheit zum Einsatzort herangezogen werden kann.

Leitende Notärzte/ Organisatorische Leiter
Im Rhein-Lahn-Kreis besteht die Gruppe der Leitenden Notärzte (LNA) aus 6 Ärzten, die der Organisatorischen Leiter (OrgL) aus 4 Mitgliedern. Alle sind Ehrenbeamte des Rhein-Lahn-Kreises. Ihre Aufgabe besteht darin, bei Großschadensereignissen und Katastrophen eine „Abschnittsleitung Gesundheit“ zu bilden, welche der der Technischen Einsatzleitung unterstellt ist. Zu den Aufgaben zählen die Koordination des Sanitätspersonals, das Sicherstellen der optimalen medizinischen Versorgung der Verletzen und Betroffenen sowie die Koordination der Transportmittel und Zielkrankenhäuser.

Schnelleinsatzgruppen (SEG)
Auf Grundlage des LBKG und des Rahmen-, Alarm- und Einsatzplans Gesundheitliche Versorgung und Betreuung im Rahmen des Rettungs-, Sanitäts-, Betreuungs- und Verpflegungsdienstes sowie der Psychosozialen Notfallversorgung (RAEP Gesundheit) stellt der Rhein-Lahn-Kreis die SEG auf.

Es handelt sich dabei um den Sanitäts-, Betreuungs- und Verpflegungsdienst im Katastrophenschutz mit einer eigenen Führungseinheit. Die Landkreise bedienen sich hierbei den Helfern der Hilfsorganisationen. Im Rhein-Lahn-Kreis haben sich der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Malteser Hilfsdienstes (MHD) zur Mitwirkung im Katastrophenschutz bereit erklärt.
Ein Einsatz der in Bad Ems, Katzenelnbogen und Singhofen stationierten Schnelleinsatzgruppen erfolgt grundsätzlich erst dann, wenn die regulären Rettungsdienste ihre Leistungsgrenze erreicht haben. Je nach Größe des Schadensereignisses erfolgt entweder die Alarmierung von Teileinheiten oder der kompletten Schnelleinsatzgruppe.

Führung
Die Schnelleinsatzgruppe „Führung“ setzt sich aus 3 Personen und einem Einsatzleitwagen zusammen. Zu den Aufgaben dieser SEG zählen u. a.
- die Feststellung und Bewertung der Lage am Einsatzort
- die Koordination des sanitäts- und betreuungsdienstlichen Einsatzes
- die Anforderung weiterer Teileinheiten bei Bedarf

Sanitätsdienst
Die Schnelleinsatzgruppe „Sanitätsdienst“ (SEG-S) besteht aus einem Gruppenführer, einem Arzt, drei Truppführern und Helfern. Weiterhin verfügt die Schnelleinsatzgruppe über einen Gerätewagen, einen Rettungswagen und zwei Krankentransportwagen. Ihre Aufgabe ist die medizinische Versorgung der hilfebedürftigen Personen.

Betreuungsdienst
Die Schnelleinsatzgruppe „Betreuungsdienst“ (SEG-B) setzt sich aus einem Gruppenführer, zwei Truppführern und Helfern zusammen. Hinzu kommen ein Gerätewagen und zwei Mannschaftstransportwagen. Zu den Aufgaben des Betreuungsdienstes zählen u. a.
- die Betreuung von hilfebedürftigen Personen sowie deren vorübergehender Unterbringung
- die Versorgung mit Versorgungsmitteln.

Verpflegungsdienst
Die Schnelleinsatzgruppe Verpflegungsdienst (SEG-V) besteht aus einem Gruppenführer, einem Truppführer, einem Feldkoch und Helfern. Ihre Aufgabe ist die Verpflegung der hilfebedürftigen Personen und der Katastrophenschutzeinheiten sicherzustellen.

Notfallseelsorge
Die Gruppe der Notfallseelsorger besteht derzeit aus 32 Personen. Hierzu zählen die Seelsorger der katholischen und evangelischen Kirche sowie die „Laienseelsorger“ aus allen Dienstgruppen. Ihre Aufgaben sind insbesondere
- die psychologische Betreuung der betroffenen Personen und anwesenden Rettungseinheiten bei einem Großschadensereignis oder bei Verkehrsunfällen
- das Überbringen von Todesnachrichten

Technisches Hilfswerk (Bundeseinheit)
Ebenfalls im Landkreis angesiedelt ist der Ortsverband Lahnstein des Technischen Hilfswerkes (THW). Neben der umfangreichen technischen Hilfe stehen im Falle eines Großschadensereignisses zwei Bergungsgruppen sowie zwei spezielle Fachgruppe für die Hilfe bei Wassergefahren zur Verfügung.

Zivil Militärische Zusammenarbeit (ZMZ)
Unter der Zivil Militärischen Zusammenarbeit versteht man den Rückgriff auf Ressourcen der Bundeswehr. Eine Alarmierung des Kreisverbindungskommandos erfolgt in der Regel bei Einsätzen, die länger als 48 Stunden dauern, wodurch die Leistungsgrenze der örtlichen sowie überörtlichen Hilfe erreicht wird. Zu den Aufgaben des Kreisverbindungskommandos zählen u. a. die Organisation des Transportes und der Unterbringung hilfebedürftiger Personen sowie die technische Hilfe (z. B. durch Stromaggregate).

Zentrale Einrichtung Landesvorhaltung Katastrophenschutz (ZELK) des DRK
Die ZELK gliedert sich in zwei Bereiche: Die Medizinische Ausstattung für Behandlungsplätze und den Betreuungsdienst. Zu den Aufgaben der ZELK gehören
- die Vorhaltung und Zuführung von Materialien für die Behandlungsplätze und betroffenen Personen
- die Unterstützung des Sanitätsdienstes
- die Versorgung von Patienten

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)
Im Rhein-Lahn-Kreis sind zwei Ortsgruppen der DLRG angesiedelt. Die DLRG Ortgruppe Bad Ems e.V. hält drei Rettungsboote, ein Kunststoffboot und zwei Schlauchboote vor. Die DLRG Ortsgruppe Diez e.V. verfügt über einen Einsatztauchtrupp mit Bootunterstützung. Die Aufgabe der DLRG-Ortsgruppen ist die Wasserrettung.

Medizinische Task Force (MTF)
Bei der MTF handelt es sich um eine Einheit des Bundes, welche zur Unterstützung der regulären Einheit des Sanitätsdienstes eingesetzt wird. Eine Alarmierung erfolgt grundsätzlich erst ab Alarmstufe 4 (Katastrophenschwelle). Zu den Aufgaben zählen zum Beispiel die Versorgung und der Transport von hilfebedürftigen Personen sowie der Aufbau eines Behandlungsplatzes. Dazu stellt der Bund den Landkreisen spezielle Fahrzeuge zur Verfügung. Diese werden von den Hilfsorganisationen für verbandsinterne Zwecke genutzt und im Einsatzfall mit Personal in den bundeweiten Einsatz gebracht.

Hinweis: Wichtige Informationen erhalten Sie auch in der Broschüre "Für den Notfall vorgesorgt".

Die nachfolgend aufgeführten Dokumente stehen Ihnen im Adobe Format als pdf-Dateien zur Verfügung. Um diese Dateien anzeigen zu können, benötigen Sie den kostenlos erhältlichen Adobe Reader. Diesen können Sie mit Klick auf das Logo herunterladen:

Merkblatt zur Aufschaltung von Brandmeldeanlagen
im Bereich der integrierten Leitstelle Montabaur
Antrag auf Erstattung von Verdienstausfall
von einem privaten Arbeitgeber, dessen Arbeitnehmer als Helfer einer Hilfsorganisation bzw. Angehöriger eines Gefahrstoffzuges an einem Lehrgang an der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz teilgenommen hat.