30.11.2015 - Beschäftigter der Caritas-Werkstätten schafft Sprung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

Nr. 321 / Rhein-Lahn-Kreis. Nico Simon hat sein Ziel erreicht. Selbstbewusst trägt er die Dienstkleidung seines neuen Arbeitgebers REWE, der ihn seit 1. Juni 2015 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit ihm freuen sich alle Beteiligten, die Anteil an diesem Erfolg haben: die Mitarbeiter der Integrationsabteilung Viweca der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn sowie der REWE-Marktleiter Heinz Fahrenberg und REWE Bezirksmanager Marco Menne. Im Rahmen eines Besuchs ließen sich Landrat Frank Puchtler sowie der Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten, Armin Gutwald, den Weg der beruflichen Integration von Nico Simon erläutern.

Der heute 23-jährige junge Mann aus Lipporn absolvierte nach Beendigung seiner Schulzeit in der Erich-Kästner-Schule in Singhofen im Jahr 2011 den zweijährigen Berufsbildungsbereich der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn. Er äußerte den Wunsch, außerhalb der Werkstatt in St. Goarshausen Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarktes in verschiedenen Berufsfeldern zu absolvieren, und wurde dabei von der Integrationsabteilung Viweca unterstützt. Die Arbeitserprobung im REWE-Markt in Nastätten verlief so erfolgreich, dass Nico Simon seine berufliche Qualifizierung für mehr als zwölf Monate im Rahmen eines sogenannten ausgelagerten Berufsbildungsplatzes fortsetzte. Die Arbeitsassistenz für den Teilnehmer und für das Team des REWE-Marktes wurde dabei von Petra Zimmermann, Integrationsassistentin der Caritas-Werkstätten gewährleistet. Sie unterstützte den Marktleiter und das Team bei Fragen der individuellen Förderung und Einarbeitung von Nico Simon und half bei der praktischen Qualifizierung des jungen Mannes vor Ort. Die Integrationsassistentin vermittelte berufliche und soziale Kompetenzen wie Warenkunde, Arbeitssicherheit oder Hygienevorschriften sowie Kommunikation. Zusätzlich nahm Nico Simon an Kursen der Caritas-Werkstätten in Montabaur teil.

Marktleiter Heinz Fahrenberg zeigte von Anfang an große Kooperationsbereitschaft und gab dem jungen Mann, der aufgrund seiner Beeinträchtigung keine Ausbildung beginnen konnte, eine Chance, sich im Berufsfeld Einzelhandel zu beweisen. „Drei der wichtigsten Voraussetzungen, nämlich Freundlichkeit, Kundenorientierung und Zuverlässigkeit brachte Nico Simon mit, alles andere kann man lernen“, berichtet Heinz Fahrenberg. Der Marktleiter hat die Entscheidung nicht bereut. Nico Simon überzeugte durch seine Motivation, seine Einsatzbereitschaft und seine konstante Anwesenheit. Er half zunehmend selbstständiger bei der Warenverräumung, der Aussortierung von abgelaufenen Lebensmitteln, der Reinigung sowie der Leergutsortierung im Getränkemarkt.

Nach Beendigung der Bildungsmaßnahme Ende 2013 führte Nico Simon seine Tätigkeit im Rahmen eines sogenannten Außenarbeitsplatzes bis Sommer 2015 fort. In dieser Zeit der Festigung und Stabilisierung der beruflichen Integration zahlte REWE erstmalig eine Vergütung für die Arbeitsleistung von Nico Simon, der weiterhin den Status eines Werkstattbeschäftigten hatte. Im Rahmen der individuellen Teilhabeplanung äußerte Nico Simon den Wunsch, den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen. Nun erreichte der Integrationsprozess eine neue Phase: für Nico Simon wurde seitens der Integrationsabteilung Viweca die Vermittlung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis angebahnt. Damit immer mehr Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen den Weg in ein festes Arbeitsverhältnis schaffen, gibt es in Rheinland-Pfalz seit 2007 das Modell des Budgets für Arbeit, das in Form eines Minderleistungsausgleichs als Geldleistung an den Arbeitgeber gezahlt wird. Der Arbeitgeber erhält einen Zuschuss von 40 bis zu 70 Prozent zu den Lohnkosten. Im Fall von Nico Simon erfolgt die Förderung durch die Kreisverwaltung Rhein-Lahn als zuständiger Träger der Eingliederungshilfe. Neben Nico Simon wurden seit Bestehen dieses Modells insgesamt 26 Werkstattbeschäftigte mit Unterstützung der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse vermittelt.

„Die Kooperation mit den Betrieben und Arbeitgebern in diesem Bereich klappt gut“, erläutert Dagmar Theis, Leiterin der Integrationsabteilung Viweca. „Wir werden mit Hilfe dieses Modells auch in Zukunft weiteren Werkstattbeschäftigten den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen.“

„Die Teilhabe am Arbeitsleben ist für alle Menschen ein entscheidender Gradmesser für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Um dieses Ziel auch für Menschen mit Behinderung zu erreichen, gibt es in den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn vielfältige Angebote der individuellen Qualifizierung, Unterstützung und der dauerhaften beruflichen Verwirklichung. Flexible und durchlässige Arbeitsangebote innerhalb und außerhalb der Werkstattbetriebe je nach Fähigkeiten und Interessen der jeweiligen Person sind fester Bestandteil unseres Leistungsspektrums“, erläutert Armin Gutwald, Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn. Alle Beteiligten wünschen sich weitere positive Beispiele der gelungenen Integration von beeinträchtigten Menschen. „Wenn so wie bei Nico Simon alle Akteure an einem Strang ziehen, wird das Ziel der Inklusion immer häufiger gelingen“, äußert sich Landrat Frank Puchtler zuversichtlich.

Fragen zur beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung: Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn, Integrationsabteilung Viweca, Frau Dagmar Theis, Tel.: 02602/134 25 70 oder Tel.: 0151/151 421 95, E-Mail: Theis.Viweca@caritaswerkstaetten-wwrl.de, Internet: www.caritaswerkstaetten-wwrl.de.

Auch Landrat Frank Puchtler gratulierte Nico Simon.

Bildunterzeile:

Auf dem Bild sind zu sehen (von links): Dagmar Theis, Leitung der Integrationsabteilung Viweca der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn, Marco Menne, Bezirksmanager REWE Markt GmbH, Petra Zimmermann, Integrationsassistentin der Viweca, Heinz Fahrenberg, REWE Markleiter, Nico Simon, Frank Puchtler, Landrat des Rhein-Lahn-Kreises sowie Armin Gutwald, Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten.

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