Vielfältiges Vereinsleben in Dausenau
zusammengetragen von Gerd Jung
Prolog
Die nachfolgende Zusammenstellung über das Vereinsleben in Dausenau gibt ein Zeug- nis von einem aktiven Miteinander in unserem kleinen Ort. Zum einen ist dies ein Ausdruck für die in den letzten 30 Jahren immer größer werdende Freizeit, zum anderen mag es aber auch ein Zeichen eines noch intakten Dorflebens widerspiegeln. Gerade in der heutigen Zeit, wo es die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur attraktiven aktiven und vor allem passiven Freizeitgestaltung gibt, ist es um so erfreulicher, daß es viele Dausenauer Bürger, ob jung oder alt, in die Vereine, Gruppen und Kreise zieht. Mögen die Beweggründe zum Eintritt in einen Verein, eine Gruppe oder einen Kreis auch noch so verschieden sein, sei es die Suche nach Freundschaft, Geselligkeit oder einer sportliche Betätigung, immer wird ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen und die Verbundenheit mit der Gemeinde Dausenau und dem Ortsgeschehen wachsen.
Die nachfolgenden kurzen Darstellungen der einzelnen Vereine sind nicht nur als Information gedacht, sondern sie sollen auch den einen oder anderen anregen, sich am Vereinsleben zu beteiligen.
Die in Dausenau z.Zt. aktiven politischen Parteien und Gruppierungen wurden von mir in die Zusammenstellung mit aufgenommen, da im Jahresablauf einige Veranstaltungen von diesen Gruppen organisiert werden und hierdurch das Miteinander unter den Bürgern maßgeblich geprägt wird.
1 aktive Vereine, Gruppen und Kreise
1.1 CDU-Ortsverband
Die Gründung und die Geschichte des CDUOrtsverbandes sind aufs engste mit ihrem langjährigen Vorsitzenden und früheren Dausenauer Bürgermeister Albert Gebenroth verbunden.
Der Wunsch der CDU, im neu gegründeten RheinLahn-Kreis im Vorfeld der Einrichtung von Verbandsgemeinden in allen größeren Orten vertreten zu sein, führte 1970 zur Gründung des CDUOrtsverbandes Dausenau. Die Ratsmitglieder Horst Weinbrenner, Gerhard Schäfer, Lina Cibura und Helmut Schneiders von der Liste Vogt traten in die CDU ein und wählten mit etwa 20 weiteren Dausenauer Bürgern Albert Gebenroth zum 1. Vorsitzenden des Ortsverbandes, der schon bald zahlreiche Mitglieder zählte.
In der neu gebildeten Verbandsgemeinde Bad Ems wurde Albert Gebenroth CDUSpitzenkandidat und nutzte sieben Jahre als 1. Beigeordneter seine Möglichkeiten, den Einfluß der CDU und Dausenaus zur Geltung zu bringen. Er war auch vier Jahre stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender.
Bei den Kommunalwahlen 1974 trat der CDUOrtsverband erstmals an und konnte mit Albert Gebenroth, Gerhard Schäfer, Günther Lichius, Lina Cibura und Alfred Strefler fünf Mitglieder in den Gemeinderat entsenden. Neben Albert Gebenroth hatten auch Else Lichius, Hans Nonninger, Inge Riechel und Gerda Lichius die Belange des Ortsverbandes und Dausenaus im Verbandsgemeinderat vertreten. Seit 1979 wurden jeweils vier Kandidaten von der CDUListe in den Gemeinderat gewählt, neben den bereits genannten auch Hans Nonninger, Inge Riechel, Heinrich Schütz, Adolph Fabricius und Heidemarie Jung.
Die CDU Dausenau stellte mit Gerhard Schäfer erstmals 1974 den 3. Beigeordneten der Ortsgemeinde und nach der Kommunalwahl 1984 wurde er 1. Beigeordneter.
Von Ende 1991 bis zur Wahl 1994 stellte die CDU mit Gerhard Schäfer den Ortsbürgermeister. In seiner Amtszeit wurden bedeutsame Maßnahmen, insbesondere im Rahmen der Verkehrsproblematik sowie der Stadtsanierung in Angriff genommen, konnten aber auch in der Folgezeit trotz Einvernehmens im Gemeinderat nur ansatzweise umgesetzt werden. 1993 hatte die CDU auch einen Vorschlag für eine Ortsumgehung vorgelegt, der mittlerweile im wesentlichen vom Straßenbauamt Vallendar aufgegriffen wurde und als solcher "amtlicher Vorschlag" vom Gemeinderat unterstützt wird.
Seit der Wahl 1994 stellt die CDU mit Heinrich Schütz wieder den 1. Beigeordneten. Der CDURatsfraktion in Dausenau gehören Gerhard Schäfer, Heidemarie Jung, Günther Lichius und Horst Ebelhäuser an.
Albert Gebenroth führte den CDUOrtsverband über 20 Jahre als 1. Vorsitzender und ist seit der Wahl seines Nachfolgers Gerhard Schäfer im Juni 1990 Ehrenvorsitzender. Im Januar 1993 wurde Adolph Fabricius zum Vorsitzenden des CDUOrtsverbandes gewählt.
Im Herbst 1991 wurde erstmals im Hotel Lahnhof ein Seniorennachmittag mit einem Diavortrag durchgeführt. Zwischenzeitlich ist diese Veranstaltung als "Bunter Nachmittag" zu einem festen Bestandteil der jährlichen Parteiaktivitäten und des Gemeindelebens geworden. Seit 1994 organisiert der Ortsverband außerdem im April eine informative, naturkundliche Wanderung mit Revierförster Schmidt und jeweils am 2. Augustwochenende das schon traditionelle CDUSommerfest. Die Ankündigung der CDU im 25. Jahr ihres Bestehens, aus den Erlösen der beiden vorangegangenen Sommerfeste der Gemeinde 500,- DM zur Anschaffung von Dausenauer Fahnen mit dem Gemeindewappen zu spenden, hat maßgeblich dazu beigetragen, daß Gemeinde und Bürger genügend Fahnenbestellungen aufgegeben haben. Zum CDUSommerfest 1997, das wieder ein großer Erfolg war, konnten die Dausenauer Fahnen mit Ortswappen schon aufgezogen werden. Vom Reinerlös der Sommerfeste 1996 und 1997 hat die CDU einen namhaften Betrag für dieses Heimatbuch gespendet.
Bei der Festveranstaltung 25 Jahre CDU Dausenau am 13. Oktober 1996 im voll besetzten "Alten Rathaus" zu Dausenau versprach der damalige CDULandesvorsitzende Johannes Gerster, Dausenau beim Bau der so dringend ersehnten Umgehungsstraße zu unterstützen. An jenem Festabend hat keiner geahnt, daß zumindest der Bau einer Ortsentlastungsstraße durch Materialermüdung der vorhandenen Lahnbrücke und aktueller realitätsbezogener Planungen der Straßenbauverwaltung in greifbare Nähe gerückt ist. Gemeinsam mit allen Gruppen setzt sich der CDUOrtsverband für dieses bedeutsame Ziel ein. Mit maßgeblichen CDUVertretern in Land und Bund, vor allem mit der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Mainzer Landtag, Margot Nienkämper, und dem zuständigen Bundestagsabgeordneten, Joachim Hörster, steht der Ortsverband in engem Kontakt, um baldmöglichst eine Lösung im Hinblick auf die Verkehrsberuhigung und die Durchgangsstraße zu erreichen. Darüber hinaus setzt sich der CDU-Ortsverband ein für die realistische Fortführung der "Stadtsanierung", die Unterstützung der heimischen Arbeitsplätze, die Förderung des "sanften Tourismus" und für die Ausgestaltung der 650Jahr-Feier.
Unser Wahlspruch: "Uns gehts um Dausenau, denn hier sind wir zu Haus!" [Abb. Verei 15]
1.2 Evangelische Frauenhilfe
In der Dausenauer Kirchenchronik wird zur Zeit des 1. Weltkrieges schon eine Gruppe der Frauenhilfe erwähnt, die sich einmal pro Woche im Pfarrhaus trifft; "...die Frauen stricken Strümpfe, Ohrenschützer usw., sorgen für warme Bekleidung für die Krieger, sammeln Gemüse, Obst, Milch, Butter etc. für die Verwundeten in den Lazaretten in Bad Ems." Genaueres ist nicht zu erfahren. Das Jahr 1928 gilt als eigentliches Gründungsjahr der Evangelischen Frauenhilfe in Dausenau.
Vor fast 70 Jahren ließen sich viele Frauen in unserer Gemeinde ansprechen, als der damalige Pfarrer Schwehn zur (erneuten?) Gründung einer Frauenhilfe einlud. So trafen sich 128 Frauen am 12. Januar 1928 zur Gründungsversammlung. Herr Pfarrer Rühl aus Obernhof hielt einen einführenden Vortrag über Sinn und Aufgabe einer Frauenhilfe. Er stellte den Frauen ein leuchtendes Ziel vor Augen: die Hilfe an Frauen und die Hilfe durch die Frauen an Notleidenden. Sehr bald trafen sich die Frauen wieder einmal in der Woche zum Frauenabend.
In diesen ersten Jahren wurden von der Frauenhilfe für die Alten- und Krankenpflege viele Hilfs- und Heilungsmittel angeschafft, wie etwa einen Krankenfahrstuhl oder eine Kinderwaage. 1932 bis 1934 wurde in der Schulpause an bedürftige Kinder ein Milchfrühstück ausgegeben; Wöchnerinnen erhielten zehn Tage ein Mittagessen. Auch dachte die Frauenhilfe manchmal an sich selbst; so ist z. B. im Jahre 1929 ein Ausflug per Boot von Bad Ems nach Schloß Stolzenfels erwähnt.
Während des 2. Weltkriegs war die Frauenhilfsarbeit mit vielen Problemen und Schwierigkeiten belastet. Es war nur eine kleine Gruppe von treuen Mitgliedern, die zusammenhielt. Nach Ende des Krieges bildete sich wieder ein lebendiger Kreis, der die Gemeinschaft um Gottes Wort pflegte und seinen aktiven Beitrag leistete bei der Wiederherstellung der St. Kastorkirche. So wurde auch jährlich eine Muttertagsfeier ausgerichtet und Ausflüge organisiert. Ein besonderes Ereignis war die Fahrt 1956 zum "Persil-Werk" nach Düsseldorf, wo jeder Teilnehmer ein großes Persilpaket erhielt.
Ab 1959 kam die Frauenhilfe unter Pfarrer Wisseler wieder richtig in Schwung. Anfangs kamen zur Frauenstunde fünf bis acht Frauen zusammen. Diese Frauenstunden wurden im Wohnzimmer vom Pfarrhaus durchgeführt und von der "Pfarrers Frau" geleitet. Aus dieser kleinen Gemeinschaft entwickelte sich ein Kontakt zur Patengemeinde in Delitzsch, der mit Briefen und Paketen intensiv gepflegt wurde. Ab 1971 wurden innerhalb der Frauenhilfe in Dausenau neue Schwerpunkte gesetzt. So wurde erstmals eine Vorsitzende gewählt. Frau Rosemarie Zimmerschied, die auch heute noch dieses Amt innehat, verstand es, mit viel Arbeitseinsatz und Zeitaufwand die Mitgliederzahl zu steigern und den Kreis zu festigen. Die Arbeit in der Frauenhilfe hatte sich mit der Zeit durch die geänderte soziale Struktur der Gesellschaft von der aktiven Pflege an Bedürftigen im Heimatort gewandelt in ein weit gefächertes christliches Engagement innerhalb der Gesamtkirche, des Dekanates und der eigenen Kirchengemeinde. Dies reichte von der praktischen und finanziellen Unterstützung bei der Einrichtung des Gemeindehauses in der Bergstraße zu Beginn der 70er Jahre bis zur Unterstützung der kirchlichen Sozialstation Bad Ems/Nassau und größeren Spendenbeiträgen für die jährliche Aktion "Brot für die Welt" sowie für die Kirchenrenovierung in den 90er Jahren. Die Geldbeträge wurde durch Basare, Kaffeenachmittage und Spenden aus den eigenen Reihen zusammengetragen.
Nach wie vor werden die älteren Frauenhilfsmitglieder zu ihren Geburtstagen beglückwünscht und kranke Mitglieder im Krankenhaus besucht. Die Konfirmanden des Kinderheims erhalten von der Frauenhilfe jedes Jahr Konfirmationsgeschenke.
Ein Höhepunkt ist sicherlich der alljährlich im März stattfindende Weltgebetstag, der mit den Frauen von Hömberg/Zimmerschied im Wechsel organisiert wird. Hierbei gestalten die Frauen einen Gebetsgottesdienst, der helfen soll, den Blick zu weiten für Christen in aller Welt.
Die Evangelische Frauenhilfe hat Höhen und Tiefen erlebt, Erfolge gesehen und Mißerfolge; es war eine bewegte Zeit, diese vergangenen Jahrzehnte. Aber die Frauen dürfen dankbar zurück- und auch in die Zukunft schauen: so feiert die Evangelische Frauenhilfe im Jubiläumsjahr der Stadtrechtsverleihung ihr 70jähriges Bestehen.
1.3 Evangelischer Kirchenchor
Zwei Vorgänger des Evangelischen Kirchenchores sind in der Kirchenchronik erwähnt.
Im Jahre 1884 wurde eigens zur Einweihung der Kirche ein Kirchenchor gegründet und danach wieder aufgelöst.Im Herbst 1901 gründete der Lehrer Priester erneut einen Kirchenchor, der aber später nicht mehr erwähnt wird. Warum und wann er aufgelöst wurde, ist unklar.
Am 1. März 1958 haben nachstehend aufgeführte Sängerinnen und Sänger mit ihrer ersten Chorprobe unter Werner Voßwinkel aus Bad Ems den heutigen Evangelischen Kirchenchor gegründet:
Else Halle, Else Fürbeth, Elisabeth Linkenbach, Else Ochtinger, Hildegard Elbert, Emilie Fischer, Elisabeth Lang, Anna Birkenstock, Sabine Reich, Gretel Zimmerschied, Dina Zimmerschied, Marlies Schwenk, Ingrid Elbert, Annemarie Zimmerschied, Reinhard Fürbeth, Karl Mäurer, Werner Fischer, Robert Linkenbach und Kurt Müller. Schon zu Pfingsten des gleichen Jahres wirkte der Chor bei der Gestaltung des Gottesdienstes in der St. Kastorkirche mit.
Von Beginn an wurde neben der Freude am Singen die Geselligkeit groß geschrieben; so ließ auch der erste Ausflug nicht lange auf sich warten: eine ganztägige Westerwald-Rundfahrt. Bis heute, so läßt sich aus der Chronik ersehen, folgte nahezu jährlich ein Tagesausflug in die engere und weitere Heimat.
Wann es zur Bildung eines ersten Vorstandes kam, ist aus der Chronik nicht zu erkennen. Erst am 18.2.1961 ist eine "Generalversammlung" erwähnt. Damals wurde der alte Vorstand in der Zusammensetzung Reinhard Fürbeth (1. Vorsitzender), Hildegard Elbert (2. Vorsitzende), Ingrid Elbert (Kassiererin), Robert Linkenbach (Schriftführer) wiedergewählt.
In der Folgezeit änderte sich die Besetzung der Vorstandsämter mehrmals. Das Amt des/der 1. Vorsitzenden bekleideten: Reinhard Fürbeth 1958(?) - 1965; Hellmuth Elbert 1965 - 1966; Reinhard Fürbeth 1966 - 1980; Uwe Weise 1980 -1981; Ingrid Adler 1983 - 1990; Sabine Terwesten 1990 bis heute.
Als Chorleiter fungierten: Werner Voßwinkel, Bad Ems, 1958 - 1964; Willi Peter Brunner, Braubach, 1964 - 1968; Franz Rudolf Stein, Fachbach, 1968 - 1973; Ludwig Summa, Lahnstein, 1973 - 1976; Pfarrer Reinhold Bars, Dausenau 1976 - 1995; Berthold Hagner, Dausenau, 1995 bis heute.
Der Evangelische Kirchenchor sieht seine Aufgabe vorrangig in der Mitwirkung bei den Gottesdiensten und sonstigen kirchlichen Veranstaltungen, wie z. B. beim Erntedankfest und zum Advent. Außerdem ist es dem Chor ein Anliegen, bei den verschiedensten Familienfeiern (Hochzeit, Jubiläen) seiner Mitglieder musikalisch in Erscheinung zu treten. Schließlich wirkt er bei einer Reihe von Veranstaltungen mit, die die gesamte Bevölkerung berühren, z .B. Volkstrauertag und Seniorenfeier.
Nicht unerwähnt bleiben darf die Konzerttätigkeit des Evangelischen Kirchenchores. So nahm der Chor vor allem in den 60er Jahren regelmäßig an der Abendmusik in Braubach teil. Angespornt durch diese rege Sangestätigkeit gestaltete der Chor auch einige eigene Konzerte in der St. Kastorkirche, die stets rege besucht waren und auch in der Presse gute Kritiken erhielten.
Groß feierte der Evangelische Kirchenchor sein 25jähriges Bestehen am 16.10.1983 mit einem feierlichen Festgottesdienst. Alle Dausenauer Chöre und die Chorgemeinschaft aus Hömberg/Zimmerschied wirkten mit. An der Orgel spielte Edith Schwabach. Die Predigt hielt Landeskirchenmusikdirektor Dr. Schuberth aus Frankfurt. Im Gottesdienst wurden viele Gründungsmitglieder feierlich geehrt.
Bei einer Gemeindefahrt nach Portoroz lernten einige Kirchenchormitglieder den damals noch jugoslawischen Chor "Glasbena Matica" kennen und luden ihn spontan zum Besuch nach Dausenau ein. Von 5. bis 8.6.1987 war der Chor aus Ljubljana mit 45 Sängerinnen und Sängern in Dausenau zu Gast. Die musikalischen Darbietungen in der St. Kastorkirche begeisterten alle Anwesenden.
Der Kontakt zu diesem Chor riß trotz der politischen Veränderungen in Jugoslawien bis heute nicht ab. Es folgte ein reger Besuchsaustausch zwischen den beiden Chören. Vom 17. bis 20.6.1988 fuhren der Kirchenchor und der Posaunenchor mit 50 Aktiven zum Besuch des slowenischen Chores nach Ljubljana. Die Dausenauer Chöre veranstalteten in der ev. Kirche in Ljubljana ein Konzert. Es blieb aber auch noch genug Zeit, ein Chorfest mit über 8000 Sängerinnen und Sängern, die teilweise in Trachten auftraten, zu besuchen.
Einer Einladung folgend, besuchten der Evangelische Kirchenchor und der Evangelische Posaunenchor vom 1. bis 5.6.1991 erneut den Chor "Glasbena Matica" aus Anlaß seines 100jährigen Bestehens. Im Mai 1996 folgte ein weiterer Besuch. Die dort gewonnenen Eindrücke und die herzliche Gastfreundschaft der slowenischen Freunde werden den Chormitgliedern in guter Erinnerung bleiben.
Im Jahre 1995 erfolgte ein Dirigentenwechsel. Pfarrer Reinhold Bars legte zeitgleich mit seiner Versetzung in den Ruhestand den "Dirigentenstab" in die Hände von Berthold Hagner. Der Chor verabschiedete Herrn Bars in einer Feierstunde im Gemeindehaus und dankte ihm für seine fast 20jährige Tätigkeit.
Anläßlich der Verabschiedung des Pfarrers Reinhold Bars am 4.11.1995 in einem Festgottesdienst in der St. Kastorkirche wirkte der Chor ebenso mit wie bei der Einführung des Pfarrerehepaares Doris Volk-Brauer und Jörg Brauer am 30.8.1996.
1.4 Evangelischer Posaunenchor Dausenau
Während einer Übungsstunde des Kirchenchores im Frühjahr 1965 regte der damalige Chorleiter des Evangelischen Kirchenchores Willi Peter Brunner aus Braubach die Gründung eines Posaunenchores in Dausenau an. Die Idee wurde mit Beifall aufgenommen, denn die Chormitglieder versprachen sich davon eine Unterstützung des Chorgesanges. Am 22. April 1965 trafen sich die ersten Interessierten zur Bildung eines Posaunenchores.
Doch zuerst mußten einige Voraussetzungen geschaffen werden. Pfarrer Werner Wisseler rührte mit einigen Gemeindegliedern die Werbetrommel zur Beschaffung der notwendigen Instrumente, die zunächst als Leihgabe erworben werden konnten. Die offizielle Bekanntgabe des Probebeginns brachte ein unerwartet positives Echo: eine große Anzahl junger Leute zeigte sich an einer Bläserausbildung interessiert. Als "Gründungsmitglieder" sind zu nennen: Kurt Bruchhäuser, Alfred Fürbeth, Bernd Mäurer, Lothar Terwesten und Eberhard Wisseler.
Willi Peter Brunner, der schon einige Zeit den Braubacher Posaunenchor leitete, vermittelte die ersten Grundbegriffe des Blasens. Die Lernfortschritte waren in den ersten Monaten jedoch sehr klein, und so war es nicht verwunderlich, daß der Kreis der Jungbläser immer kleiner wurde.
Im Laufe der weiteren Ausbildung entwickelte sich der Chor so weit, daß er an der Gestaltung des Gottesdienstes mitwirken konnte. Dies gab dann wieder Ansporn und Auftrieb zur weiteren intensiven Probearbeit. Am 19.6.1966 trat der Posaunenchor zum erstenmal in der Öffentlichkeit auf. Nützlich für die weitere Entwicklung des Posaunenchores war die Zusammenarbeit mit den Braubacher Bläsern, mit denen auch öfter für gemeinsame Auftritte geübt wurde.
Im Jahre 1973 fand ein Chorleiterwechsel statt. Die Übungsstunden leitete von da an Alwin Herbrechtsmeier aus Nastätten. Damit entwickelte sich auch eine engere Zusammenarbeit mit dem Posaunenchor aus Schweighausen, den Herr Herbrechtsmeier ebenfalls dirigierte. Dieses gemeinsame Wirken half zugleich über manchen personellen Engpaß hinweg.
Die wichtigste Aufgabe des Posaunenchores ist die Mitwirkung im Gottesdienst, auch in Verbindung mit dem Kirchenchor. Aber auch bei anderen Anlässen tritt der Posaunenchor auf, z.B. beim traditionellen "Kurrende-Blasen" am Heiligen Abend, bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Dausenau und in Hömberg sowie bei Waldgottesdiensten in Zimmerschied und Frücht. Auf Wunsch bringt der Chor auch bei runden Jubiläen ein Ständchen.
1986 legte Herr Herbrechtsmeier nach 13jähriger erfolgreicher Tätigkeit den Taktstock nieder, der langjährige Bläser Ewald Fischbach konnte nach Ablegen der Chorleiterprüfung die musikalische Leitung des Posaunenchores übernehmen. Herr Herbrechtsmeier blieb noch eine Zeit lang dem Posaunenchor als Bläser treu.
Von Zeit zu Zeit blickte der Posaunenchor auch mal über den Tellerrand und rüstete sich für auswärtige Bläsereinsätze. So nahm der Posaunenchor 1987 eine Einladung der ev. Kirchengemeinde nach Berlin-Wedding an. Ein Jahr später stattete der Kirchenchor zusammen mit dem Posaunenchor dem bekannten slowenischen Chor "Glasbena Matica" in Ljubljana einen Besuch ab. Ferner nahm er aktiv an Bezirks- und Landesposaunentagen wie auch an Deutschen Kirchentagen teil. Ein großartiges Erlebnis war die Fahrt nach Berlin zum Deutschen Kirchentag 1989.
Im Jahre 1990 feierte der Posaunenchor sein 25jähriges Bestehen. Bei der Festveranstaltung traten die Posaunenchöre aus Bad Ems/Neuhäusel, Braubach und Schweighausen sowie die Chorgemeinschaft Hömberg/Zimmerschied auf. Auch alle Dausenauer Chöre und der Spielmannszug wirkten mit. Der slowenische Chor "Glasbena Matica" aus Ljubljana war zur Jubiläumsfeier eigens nach Dausenau gekommen.
Anläßlich dieser Veranstaltung konnte Bezirksobmann Müller die Chormitglieder Kurt Bruchhäuser, Berthold Hagner und Lothar Terwesten mit der goldenen Ehrennadel und Heidi Jung, Reinhold Bars, Ewald Fischbach und Gerd Jung mit der silbernen Ehrennadel auszeichnen.[Abb. Verein 3]
Im Jahre 1991 reisten der Kirchen- und der Posaunenchor zum 100jährigen Bestehen des Chores "Glasbena Matica" nach Ljubljana. Der Posaunenchor nahm aktiv am Festkonzert teil und konnte so musikalisch seine Glückwünsche und Grüße überbringen. Das gesamte Konzert wurde für das slowenische Fernsehen aufgezeichnet.
Der Chor verbrachte 1992 eine Bläserfreizeit in Vietmannsdorf in Brandenburg und besuchte die Sehenswürdigkeiten der näheren Umgebung. Im Herbst 1994 schloß sich eine Freizeit in Diemerstein/Pfalz an. Eine weitere Bläserfreizeit ist für Oktober 1997 in Westerburg/Westerwald geplant.
Der Evangelische Posaunenchor Dausenau besteht nun seit über 30 Jahren und hat z. Zt. 19 aktive Mitglieder im Alter von 10 bis 63 Jahren, unterteilt in vier Stimmen: 1. Stimme: Achim Bruchhäuser, Jens Hachenthal, Joachim Müller, Simon Putzschke, Dorothea Schäfer (Gastbläserin), Ute Schäfer; 2. Stimme: Stefan Fischbach (Gastbläser), Angela Gebenroth, Heidi Jung, Nadine Linkenbach, Marco Schrötter, Jasmin Schrötter; Tenor: Ingrid Adler, Reinhold Bars, Dirk Schäfer; Baß: Kurt Bruchhäuser, Berthold Hagner (Tuba), Gerd Jung, Christian Linkenbach, Gerrit Schwabach; Chorleiter ist Ewald Fischbach.
1.5 Frauenchor
Im November 1968 regte der Chorleiter des MGV Liederkranz Dausenau, Adolf Wirz, an, mit den Frauen der Sänger einen provisorischen Chor zu bilden, der beim Liederabend zum Stiftungsfest des MGV im Januar 1969 mitwirken könnte.
Spontan meldeten sich 16 Frauen: Brunhilde Breidenbach, Emmi Elbert, Heidrun Elbert, Hannelore Fischbach, Waltraud Knappe, Lydia Krekel, Berta Mäurer, Erna Mäurer, Elke Menrath, Gisela Menrath, Margret Merz, Elisabeth von Scheidt, Anneliese Sarholz, Brunhilde Weiß, Helga Weldert und Irene Zins. Zum Stiftungsfest des MGV Liederkranz am 18. Januar 1969 trat der Frauenchor erstmals auf. Zwei Jägerlieder wurden vom "sachverständigen" Publikum mit viel Applaus bedacht. Der damalige Ortsbürgermeister, Albert Gebenroth, hatte auch schon einen Namen für den Chor parat: die "Wacholderdrosseln". Da der erste Auftritt allen Freude bereitet hatte, entschloß man sich, einen Verein zu gründen. So wurde im Februar 1969 "Im Schiefen Turm" am Stammtisch der "Frauenchor Dausenau" aus der Taufe gehoben. In der Folgezeit wuchs die Zahl der Mitglieder ständig und es ging auch gesanglich bergauf. Der Chor konnte das in zahlreichen Auftritten bei Sängerfesten unter Beweis stellen. Im Laufe der Jahre beteiligte sich der Chor an vielen Freundschafts-, Wertungs- und Leistungssingen mit Erfolg.[Abb. Verein 4]
Für ihre 23jährige engagierte Tätigkeit als 1. Vorsitzende wurde Elisabeth von Scheidt zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Ihr folgte Brunhilde Breidenbach als Vorsitzende. 1992 hatte der Chor zu einem Freundschaftssingen u.a. den schwedischen Chor "Sangkören Trutarne" aus Göteborg zu Gast.
Der Frauenchor hatte drei Fernsehauftritte und konnte bei einer Schallplattenaufnahme für eine Doppelkassette zusammen mit weiteren Chören aus der Verbandsgemeinde Bad Ems mitwirken. Als der Südfwestfunk 1993 im Alten Rathaus Teile seiner Sendung "Auf der Walz durch Rheinland-Pfalz" aufzeichnete, trug der Chor "Es steht ein Wirtshaus an der Lahn" vor.
Im Jahre 1993 konnte der Frauenchor sein 25jähriges Bestehen feiern. Das Jubiläum am 7. November 1993 wurde mit einem kirchenmusikalischen Gottesdienst und mit einem gut besuchten Freundschaftssingen gefeiert. Gleichzeitig wurden die Gründungsmitglieder Maria Tiefenbach und Lydia Müller zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Der Frauenchor beteiligt sich auch an der Ausrichtung von Veranstaltungen in der Gemeinde, u. a. bei Festen der Ortsvereine, dem Seniorennachmittag, am Volkstrauertag am Weihnachtssingen sowie besonders an Fastnachtsveranstaltungen.
In Verbindung mit dem MGV "Liederkranz" unternahm der Frauenchor viele Ausflüge, auch in das benachbarte Ausland, so begab man sich zu einer mehrtägigen Reise zum Adventssingen nach Wien, wo der Chor im Rathaus einen mit großem Beifall bedachten halbstündigen Auftritt hatte. Unvergessen bleiben auch die Reisen nach Prag und nach Cosne sur Loire, der Partnerstadt der Verbandsgemeinde Bad Ems.
Seit der Gründung des Chores war das Amt der 1. Vorsitzenden wie folgt besetzt: Elisabeth von Scheidt von 1969 bis 1991; Brunhilde Breidenbach von 1991 bis 1994; Renate Menche von 1994 bis heute. Das Amt des Chorleiters übten aus: Adolf Wirz von 1968 bis 1973, Josef Schell von 1973 bis 1976; Marianne Voßwinkel von 1976 bis 1984; Friedhelm Bauer von 1985 bis 1987; Marianne Voßwinkel von 1988 bis 1991 und Gudrun Nist von 1991 bis heute.
Gisela Nattermann hat eine Chronik mit Fotos, kolorierten Handskizzen und plastischen Bildelementen so gestaltet, daß der Leser die Vergangenheit miterleben kann.
1.6 Freiwillige Feuerwehr
Zur Geschichte der Feuerwehr: Die ersten Feuerschutzverordnungen finden sich in der Gesetzessammlung des babylonischen Königs Hammurapi. Sie betreffen Bauweise und Mauerstärken der Häuser sowie Hausabstände. Auch in Rom gab es auf kaiserliche Anordnung seit Augustus eine Nacht- und Feuerpolizei. Die erste freiwillige Feuerwehr wurde in Deutschland 1841 in Meißen gegründet.
"Es war Sonntag, der 6. April 1879. Ich erstellte eine Liste und ging damit durch ganz Dausenau von Haus zu Haus und suchte jeden geeigneten Mann als Mitglied zu gewinnen. Als ich am Ende ankam, hatten sich etliche 30 Mann unterzeichnet."
So warb Heinrich Fischbach anno 1879 Mitglieder für die Freiwillige Feuerwehr. In Abstimmung mit dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Bad Ems, Herrn Karl Werner, der mit Rat und Tat die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Dausenau unterstützte, saß man zwei Wochen später im "Nassauer Hof" zusammen und wählte einen provisorischen Vorstand. Der Gründungstag war der 6. April 1879. Die 39 Gründungsmitglieder waren: Heinrich Fischbach, Adolf Fischbach, August Linkenbach, Karl Linkenbach, Christian Tiefenbach, Wilhelm Spriestersbach, Jacob Elbert I, Jacob Elbert II, Karl Anton Elbert, Wilhelm Elbert, Heinrich Elbert, Wilhelm Krekel I, Wilhelm Krekel II, Heinrich Krekel, Philipp Schneider, Wilhelm Schneider, Philip Schmidt II, Heinrich Fischer, Wilhelm Fischer, Jacob Stricker, Philipp Klöppel, Philipp Poths, Philipp Achtstein, Wilhelm Achtstein, Heinrich Bruch, Peter Beeres, Peter Hillbüsch, Wilhelm Sundheimer, Karl Bernhard, Philipp Zimmerschied, Georg Ackermann, Philipp Zimmermann, Heinrich Schütz, Philipp Weldert, Heinrich Flux, Herrmann Sternberg, Jacob Halle, Wilhelm Reinhardt und Wilhelm Merz.
Den ersten Gehversuchen stellten sich oftmals Hindernisse entgegen. Sogar der Ortsvorstand von Dausenau war gegen das Projekt; Mittel aus der Gemeindekasse flossen auch nicht. Selbst am Bezirksfeuerwehrtag im Oktober 1879 in Bad Ems besaß die Freiwillige Feuerwehr noch keine Uniform. Deshalb trug man als Abzeichen lediglich eine weiße Binde am linken Oberarm.
Bei der Generalversammlung am 19. Oktober 1879 wurden die Statuten vorgelegt und unterzeichnet. Zum Kommandanten wurde Heinrich Fischbach und zum Schriftführer Heinrich Fischer gewählt. Weiterhin waren die Geldmittel knapp. Sogar Theaterstücke wurden aufgeführt, um mit diesen Einnahmen eine Mindestausstattung anzuschaffen. Aus eigenen Mitteln wurde zunächst als Uniform eine Bluse pro Mitglied genäht.
Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten: Feuer in der Kirchgasse bei Karl Elbert an Sylvester 1879. Nach einer halben Stunde war das Feuer trotz winterlicher Temperaturen unter Kontrolle. Die Freiwillige Feuerwehr Dausenau hatte ihre erste Bewährungsprobe bestanden.
Nachfolgend aufgeführte Ereignisse sind der Chronik entnommen:
Im Jahr 1880 erfolgte die persönliche Ausrüstung von acht Steigern. Diese Ausrüstung bestand aus Helm, Gurt, Beil, Seil und Karabinerhaken. Sie kostete 23 Mark. Von der Gemeinde wurde keinerlei Unterstützung gewährt. Es war sogar zu hören: "In Dausenau brauche man keine Feuerwehr". Anfang des Jahres trat die Feuerwehr dem Feuerwehrverband und der Feuerwehrunterstützungskasse bei. Der Beitrag betrug jährlich 20 Pfennig pro Mitglied. Die Mannschaften wurden in drei Abteilungen eingeteilt, in Steiger, Pompiere und Wächter. Jeden Sonntag waren Übungsstunden angesetzt. Präzision und Regelmäßigkeit waren Pflicht.
Am 24. Januar 1881 brach in den Ökonomiegebäuden Kreusler, Siering und W. Linkenbach Feuer aus. Die durch Alarmsirenen und Sturmläuten herbeigerufene Feuerwehr konnte nichts mehr retten. Es mußte alles aufgeboten werden, um den Brand auf seinen eigentlichen Herd zu beschränken. Bei der strengen Kälte von -18 °C war dies keine Kleinigkeit. Die Pumpe sah aus wie ein großer Eisklumpen, die Schläuche glichen Eisstangen. Für den Einsatz bei diesem Brand erhielt die Feuerwehr von der Nassauischen Brandkasse 100 Mark Prämie zum Vervollständigen des Inventars.
Auf Drängen des Landrats erhielt die Feuerwehr im Jahr 1883 von der Gemeinde erstmals eine sehr notwendige Unterstützung von 90 Mark.
Am 25. Mai 1884 stürzte ein Teil des Gebälks im alten Rathaus, wo regelmäßig die Übungen der Feuerwehr stattfanden, zusammen. Ein Teil der Decke des "Spritzenraums" wurde dabei durchschlagen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, obwohl am Morgen desselben Tages Übung gewesen war.
Durch Zuwendung einer Prämie des Kommunalverbandes in Höhe von 500 Mark sowie eines unverzinslichen Darlehens von 1000 Mark waren 1887 die Mittel für den Ankauf einer Spritze nebst Schläuchen beschafft worden. So konnte eine Spritze bei Fabrikant "Beduwe" in Aachen zum Preise von ca. 1300 Mark in Auftrag gegeben. 150 Meter Schläuche lieferte die Fa. Lieb in Biberach. Am 9. August holte der Verein in feierlichem Zuge die neue Spritze am Bahnhof in Nassau ab.Mit einer Zuwendung von 500 Mark der Landesdirektion Wiesbaden konnte die Wehr 1889 vollkommen neu uniformiert werden.
Gleichzeitig mit dem Bezirkstag wurde das 10jährige Bestehen vom 6. bis 7. Juli 1890 gefeiert.
1892 wurde endlich die Pflichtfeuerwehr mit der freiwilligen Feuerwehr zusammengeführt. Dies wird in der Chronik als ein Verdienst des neuen Bürgermeisters, Philipp Krekel II, hervorgehoben. Der Brandmeister konnte somit über ein Gesamtkorps von über 100 Mann verfügen.
Am Abend des 19. November 1897 brannte das Anwesen des Aron Stein ab. Eine Rettung war trotz des schnellen Einsatzes beider Spritzen nicht möglich. Die alte Scheune des Jacob Krekel ging noch mit in Flammen auf.
Am 15. Juni 1920 brach in Bad Ems im "Hotel Fürstenhof" ein Brand aus. Die Emser Wehr war allein gegen das Feuer machtlos. Die Nachbarwehren wurden alarmiert, sogar die Berufsfeuerwehr aus Koblenz kam mit einer Motorspritze, um das Feuer zu bekämpfen. Die Dausenauer Wehr rückte mit ihrer neuen Spritze und zwei Schlauchwagen aus und erhielt für ihren Einsatz von der Stadt Bad Ems eine Prämie von 300 Mark.
Seit der Neugestaltung des deutschen Feuerlöschwesens im Jahre 1934 wurde die sogenannte "Neue Chronik" unter dem inzwischen ernannten Wehrführer Fritz Fischbach durch Schriftführer Heinrich Schneider begonnen. Im gleichen Jahr genehmigte die Gemeindevertretung die Anschaffung einer Motorspritze. Diese wurde bei Magirus in Ulm gekauft und am 18. Februar unter Mitwirkung des Spielmannszuges eingeweiht. Die Wehr konnte durch Aufnahme von 15 jungen Mitgliedern auf 50 Mann verstärkt werden.
In der Nacht vom 12. auf 13. Januar 1939 ertönte erstmals seit Jahren wieder Feueralarm. Der Schafstall des Christian Elbert brannte völlig nieder. Das Feuer konnte durch das schnelle Erscheinen der Wehr nicht auf andere Gebäude übergreifen.
Die freiwilligen Feuerwehren wurden am 29.1.1939 lt. Verfügung vom 1.1.1939 als Verein aufgelöst und der Polizei als Feuerlöschgruppe angegliedert.
Aus politischen Gründen legte Fritz Fischbach, der seit 1923 Wehrführer war, 1945 sein Amt nieder. In der Chronik wird ein "großes Bedauern" der Wehr ausgedrückt und Herrn Fischbach ein besonderer Dank für die Beschaffung der Motorspritze ausgesprochen. Seit 1945 führte Willi Stäger die Wehr, die zu dieser Zeit aus der Pflichtfeuerwehr und einer Gruppe von neun Mann bestand. Die Neuformierung der Wehr und die Bestandsaufnahme der noch vorhandenen Ausrüstungen verursachten die Hauptarbeit in den Jahren bis 1954. Außer bei Waldbränden und Kaminbränden brauchte die Wehr nicht in Tätigkeit zu treten.
Die Wehr feierte vom 24. bis 27.7.1954 ihr 75jähriges Bestehen in Verbindung mit dem Kreisfeuerwehrtag unter der Schirmherrschaft von Landrat Meyer-Delvendahl.
In der Hauptversammlung am 6.1.1962 wurde Hans Habel einstimmig zum 2. Wehrführer gewählt. Der Vorgänger Karl Tiefenbach hatte die Altersgrenze erreicht. Am 21.1.1967 erfolgten Neuwahlen. Der Wehrführer Willi Stäger trat aus Altersgründen zurück, neuer Wehrführer wurde Hans Habel, 2. Wehrführer Heinrich Bruchhäuser, Schriftführer für den ebenfalls ausscheidenden Fritz Fischer wurde Siegfried Löhnig und Gerätewart Werner Fischbach. Als Kassierer wurde Albert Brand bestätigt. Willi Stäger wurde Ehrenwehrführer.
In der Nacht vom 21. auf den 22.10.1973 gegen 3.40 Uhr vernichtete ein Großfeuer zwei Wohnhäuser in der Kirchgasse/Mühlgasse. Die Feuerwehr hatte das Feuer nach ca. 20 Minuten unter Kontrolle, konnte sich jedoch nur noch auf die Rettung der Nachbarhäuser beschränken.
Seit 1.1.1974 gehört die Freiwillige Feuerwehr Dausenau der Verbandsgemeinde-Wehr Bad Ems an. Diese setzt sich aus neun Wehren Verbandsgemeindeorte zusammen.
Wegen des akuten Platzmangels im Keller der "alten" Schule, der als Gerätehaus diente, wurde 1975 der Bau eines neuen Gerätehauses beantragt. Die Gemeinde stellte ein Grundstück neben der neuen Schule zur Verfügung.
Am 19.3.1976 brannte eine Wohnung in der Langgasse völlig aus. Bei den Löscharbeiten mußte die Drehleiter der Feuerwehr Bad Ems eingesetzt werden. Wehrführer Hans Habel gab 1977 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt auf. Am 4.2.77 wurden K.-F. Bünder (Wehrführer), Erich Gebenroth (Stellvertretender Wehrführer), Willi Stoffel (Kassierer), Werner Fischbach (Schriftführer) in den neuen Vorstand gewählt. Hans Habel wurde Ehrenwehrführer.
Ab dem 29.6.1979 wurde das 100jährigen Bestehen der Feuerwehr mit Festkommers, Wettkämpfen, Feuerwehrball und Feuerwerk im Hallgarten gefeiert. Am 22.5.1980 konnte die Wehr das neue Gerätehaus in der Langgasse beziehen.[Abb. Verein 5]
1982 erhielt die Feuerwehr ein zweites Feuerwehrauto, ein s. g. Tragkraftspritzen-Fahr- zeug (TSF).
Vom 7.2. bis 11.2.1984 mußte die Feuerwehr beim Jahrhundert-Hochwasser an der Lahn tatkräftig Hilfe leisten. Insgesamt war die Feuerwehr 677 Mannstunden im Einsatz. In diesem Jahr wurde der Dausenauer Wehrführer Karl-Friedrich Bünder stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bad Ems.
Zum Großbrand der Versandhalle und der Fa. Heuchemer in Bad Ems war die Dausenauer Feuerwehr 1987 im Einsatz.
Karl-Friedrich Bünder legte 1994 sein Amt als Wehrführer nieder. Willi Stoffel wurde am 1.1.1995 offiziell vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems zum Wehrführer ernannt wurde.
Im Jahre 1996 wurde die Wehr zu einem schweren Dachstuhlbrand und einem größeren Zimmerbrand gerufen und konnte durch schnellen Einsatz Schlimmeres verhüten.
Am 21.3.97 wurde ein Förderverein für die Freiwillige Feuerwehr Dausenau gegründet. Die freiwillige Feuerwehr erhofft sich dadurch intensive Unterstützung ihrer Tätigkeit aus den Reihen der Bürger.
1.7 FWG Fischbach
Ab der Kommunalwahl 1979 ist eine freie Wählergruppe in Dausenau mit zwei Mandatsträgern, den Herren Werner Fischbach und Dietmar Schäfer, im Gemeinderat vertreten. Nach der Wahl 1984 kam Hans Sarholz als dritter Mandatsträger hinzu.
Politisches Gewicht erlangte die stets sachbezogene Politik der FWG Fischbach 1989, als mit Werner Fischbach, Dietmar Schäfer, Klaus Ferdinand, Siegfried Löhnig und Karl Heinz Menrath fünf Sitze im Gemeinderat erreicht werden konnten. Mit Ute Lotz stellte man die 2. Beigeordnete.
Im Jahr 1994 bestätigte die Bevölkerung Dausenaus erneut diese FWG und deren Politik als eine für Dausenau wichtige Kraft zwischen den beiden Parteien CDU und SPD. Zu einer Koalition mit einer der beiden Parteien kam es nie.
Bis heute wird die FWG im Gemeinderat durch Werner Fischbach, Klaus Ferdinand, Dietmar Schäfer, Siegfried Löhnig und Arno Putzschke vertreten. 3. Beigeordnete ist Ute Lotz.
1.8 Handarbeitskreis
Nachdem im Jahre 1979 Frau van der Berg die Südwestfunksendung "Unser Dorf liest wieder" besucht hatte, kam ihr die Idee, auch in Dausenau eine Bücherei aufzubauen. Das Vorhaben wurde mit einigen gespendeten Büchern auf den Weg gebracht. Bald vergrößerte sich der Bestand, und nach einem Jahr schon konnte man die Öffentlichkeit mit einem "Tag der offenen Tür" auf die Bücherei aufmerksam machen. Neben Spenden verhalf auch ein mit Kindern veranstalteter Flohmarkt zu den notwendigen finanziellen Mitteln zum Ankauf neuer Bücher.
Anläßlich eines zufälligen Zusammentreffens in der Bücherei besprachen einige Frauen die Möglichkeit, einen Handarbeitskreis zu bilden. Sie trafen sich fortan alle 14 Tage zum "Dienstag-Treff". Die Gruppe fing klein an und arbeitete mit gespendetem Stoff- und Wollmaterial sowie Bastelartikeln. Alle zwei Jahre war Gelegenheit, zusammen mit der Frauenhilfe, im Gemeindehaus die angefertigten Arbeiten zu verkaufen. Der Reinerlös kam dem Aufbau der Bücherei zugute. Als mit der Zeit die Zahl der aktiven Frauen wuchs, hatte der Kreis jeweils am Jahresende so viel erarbeitet, daß nun jedes Jahr ein Basar veranstaltet werden konnte.
Die gemeinsame "Handarbeitsstunde" wurde bis heute in einer gewissen Regelmäßigkeit von jeweils 6 bis 14 Frauen besucht. Jede Teilnehmerin konnte bei der Handarbeit ihre Ideen beim Häkeln, Sticken und Stricken verwirklichen. Stimmungsvoll war immer das Zusammentreffen in der Advents-, Weihnachts- und Osterzeit. Alles, was über das Jahr beim Dienstag-Treff hergestellt wird, ist für den alljährlich stattfindenden Basar bestimmt der bisher stets gut besucht war. Hier bieten die Frauen im hübsch dekorierten Saal der alten Schule die Ergebnisse ihrer Arbeit, kostbare Handarbeiten, kleine Geschenke, Puppengarderobe, Weihnachtsdekorationen an. Zusammen mit dem einladenden Kuchenbüffet ergab sich jeweils ein beachtlicher Erlös, der sozialen und kulturellen Einrichtungen zugeführt werden konnte.
1.9 Heimat- und Verkehrsverein
Der Heimat- und Verkehrsverein wurde am 1. Juni 1927 als Verschönerungs- und Verkehrsverein gegründet. Dies kann in einer der beiden Chroniken, die im Besitz des Vereines sind, in der Niederschrift zur 64. Versammlung am 4.1.1934 nachgelesen werden. Dieses Gründungsdatum findet sich auch auf einem Briefumschlag des Verschönerungs- und Verkehrsvereins. Die ältere Chronik reicht bis ins Jahr 1928 zurück. Sie beginnt mit der 23. Sitzung am 23.2.1928 auf Seite 51. Über den Verbleib der ersten 50 Seiten, die Einzelheiten zur Gründungsversammlung und alle vorherigen Sitzungen geben könnten, sind keine Unterlagen mehr vorhanden. Zu dieser Zeit fanden die Sitzungen fast wöchentlich statt.
Zur Gründungszeit war Georg Fischbach 1. Vorsitzender, Schriftführer C. Willichs und Ernst Zollmann. Der Verschönerungs- und Verkehrsverein Dausenau hatte sich die Stärkung der Heimatliebe, die Verschönerung des Ortes, um Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten, die Förderung des Fremdenverkehrs durch entsprechende Werbung, den Ausbau und die Pflege der Spazier- und Wanderwege, das Aufstellen von Ruhebänken und die Organisation von Veranstaltungen zu Aufgabe gestellt.
Die Versammlungen fanden überwiegend im Vereinslokal "Hotel Lahnhof" statt, aber auch im "Wirtshaus an der Lahn", im "Gasthaus zur Zither", in der "St. Castormühle" und im "Hotel Stadt Frankfurt".In den Anfangsjahren wurden auch Thaterstücke aufgeführt und Karnevalsveranstaltungen veranstaltet.
Am 6.7.1929 beschloß die Mitgliederversammlung: "...soll an die Gemeindevertretung herangetreten werden wegen Abtretung eines geeigneten Geländes für Badegelegenheit". In dieser Zeit beteiligte sich der Verein am Bartholomäusmarkt-Festzug in Bad Ems mit zwei Wagen. Seine Sorge galt auch der Errichtung einer Schutzhütte auf der "Herrenlay".
Am 4. März 1930 pflanzte der Verein eine Trauerweide an dem Platz vor der alten Eiche, die von dem Gärtnereibesitzer August Bars gestiftet wurde. Vorsitzender Georg Fischbach entwickelte damals ein Programm für die künftige Vereinarbeit. In der Chronik heißt es: "Herr Fischbach griff das öfters besprochene Strandbad nochmals auf und konnte mitteilen, daß seitens des Wasserbauamtes keinerlei Bedenken gegen die Errichtung bestünden, unterhalb der Lahnbrücke in Höhe des Raiffeisen, soll der geeignetste Platz sein". Er bezeichnete das Bad als "eine Schöpfung, die für unseren Ort ein wirkliches Bedürfnis ist, falls man auf Fremdenverkehr überhaupt noch rechnen will".
Bereits in der folgenden Sitzung stand die Frage der weiteren Existenz des Vereins im Mittelpunkt. Nachdem man Wege zu einer besseren Finanzausstattung gefunden zu haben glaubte, beschloß man, den Verschönerungs- und Verkehrsverein bestehen zu lassen. Am 29. Januar 1934 legte der langjährige Vorsitzende Georg Fischbach sein Amt nieder. Mit ihm trat der gesamte Vorstand zurück. Bürgermeister Ernst Zollmann würdigte die verdienstvolle Arbeit des seitherigen Vorstandes. Ernst Zollmann "gab eine Verfügung von höchster Stelle bekannt, wodurch eine Art Gleichschaltung automatisch herbeigeführt wurde". Im Anschluß daran wurde ein neuer Vorstand mit Bürgermeister Zollmann an der Spitze gewählt.
Mit dem Protokoll einer weiteren Sitzung am 12.2.1936, aus dem die Angliederung des Vereins an die Gemeinde zu entnehmen ist, enden die Unterlagen in der ersten Chronik über den Verschönerungs- und Verkehrsverein Dausenau. Unter der letzten Eintragung steht noch der Vermerk "Schluß des Vereins...aus" geschrieben, allerdings mit einem Stück Papier überklebt!
Nach dem 2. Weltkrieg liegt als erstes schriftliches Zeugnis des Verschönerungs- und Verkehrsvereins ein Protokoll über eine Werbeveranstaltung am 1. November 1949 vor. Dazu konnte Bürgermeister Wilhelm Tiefenbach 30 Zuhörer begrüßen. Als Redner hatte man Oberstudiendirektor Dr. h. c. Henche aus Bad Ems gewonnen, der sich in der Vergangenheit mit der Geschichte Alt-Dausenaus beschäftigt hatte.
In den Mitgliederversammlungen, die unter dem Vorsitz von Wilhelm Tiefenbach stattfanden, diskutierte man u. a. folgende Probleme: Aufstellen von Bänken, Herstellen von Spazierwegen und Wegemarkierung, Drucken eines Farbprospekts, Aufbringen von Geldern durch Sammlungen, Veranstaltungen usw.
Am 15. Januar 1950 lud der Verschönerungs- und Verkehrsverein zu der Ausstellung "Dausenau in Bild und Schrift" ein. Die Ausstellung enthielt eine Reihe von Ölgemälden namhafter Künstler mit Motiven aus Dausenau, alte Originalurkunden und eine Sonderausstellung einer ortsgeschichtlichen Sammlung. Die Ausstellung war sehr gut besucht und fand auch in der Heimatpresse eine starke Beachtung.
Im März übernahm Lehrer Karl Deusner im Verein den Vorsitz, doch trat er bereits vier Monate später wieder zurück. Ihm folgte 1951 Heinrich Stricker als 1. Vorsitzender. Zu dieser Zeit zählte der Verein 40 Mitglieder. 1952 übernahm Albert Schneider das Amt des 1. Vorsitzenden. Die Chronik schließt mit den Eintragungen vom 4. September 1952. Leider sind keine weiteren schriftlichen Aufzeichnungen bis 1993 vorhanden. Die Unterlagen der langjährigen Geschäftsführerin Helene Burger-Krekel sind offensichtlich leider verloren gegangen.
Als Vereinsvorsitzende sind Willi Vogt (1953 bis 1955), Adolf Fabricius und Adolph Breitbach zu nennen, die alle aber nur kurz die Geschicke des Vereins bestimmten. Nahezu 30 Jahre war Albert Gebenroth der Vorsitzende des Heimat - und Verkehrsvereins. Für seine Verdienste um den Verein und den Fremdenverkehr wurde er im März 1985 zum Ehrenpräsidenten gewählt. Unter seiner Leitung wurden viele Prospekte und Aufkleber als Werbung für Dausenau gedruckt und verteilt; so war Dausenau mehrmals mit einem Messestand auf der ITB in Berlin und auf Touristikmessen in Essen und Utrecht vertreten. Nach Albert Gebenroth führte der langjährige 2. Vorsitzende Karl Röhrig die Geschäfte weiter, nach dessen Rücktritt übernahm der Ehrenvorsitzende Albert Gebenroth wieder die Vereinsführung bis 1993 mit Berthold Hagner ein engagierter Vorsitzender gewählt werden konnte.
Seit je her läßt es sich der Heimat- und Verkehrsverein nicht nehmen, langjährige Dauergäste für ihre Treue zu Dausenau zu ehren. Viele Gäste kommen schon 10, 20 und sogar über 30 Jahre nach Dausenau. Dies zeugt nicht zuletzt von dem Engagement des Heimat- und Verkehrsvereins. Die Werbung durch Prospekte und besonders durch Mundpropaganda an großen Veranstaltungen wie am "Rheinland-Pfalz-Tag" in Pirmasens oder den o.g. Messeveranstaltungen tragen dazu bei, Dausenau bekannt zu machen. So wird auch der Bad Emser Bartholomäusmarkt als Werbeträger für Dausenau benutzt. Schon in der Amtszeit von Albert Gebenroth wurde mehrmals ein Wagen aus historischen Dausenauer Motiven mit Dahlien für den Blumenkorso geschmückt. Auch durch besondere Initiative des jetzigen 1. Vorsitzenden Berthold Hagner konnten sich die Besucher 1996 an einem Blumenwagen mit dem Motiv des Dausenauer "Alten Rathauses" erfreuen; 1997 wurde unter der Federführung des Heimat- und Verkehrsvereines der "Schiefe Turm" nachgebaut.[Abb. Verein 6]
Von 1993 bis 1995 führte der Heimat- und Verkehrsverein in Verbindung mit dem "MYC Siegerland" jährlich eine Bootsfahrt für ältere Gäste nach Obernhof durch.
Am 27.7.1997 wurde dem Heimat- und Verkehrsverein bei seinem schon über mehrere Jahre stattfindenden Sommerfest eine besondere Ehre zuteil: "er" durfte Hand anlegen beim Hissen der offiziellen Flagge von Dausenau, die in großer Stückzahl anläßlich der 650-Jahr-Feier 1998 von der Gemeinde angeschafft wurde.
Aus vielen Veröffentlichungen, Prospekten und offiziellen Schreiben können bis jetzt nicht weniger als fünf verschiedene Vereinsnamen des heutigen Heimat- und Verkehrsverein herausgelesen werden. Es wurde 1928 der Name Verschönerungs- und Verkehrsverein benutzt, 1953 nannte sich der Verein Verkehrs- und Verschönerungsverein, 1955 Verkehrsverein, 1966 und 1973 Fremdenverkehrsverein, 1979 Verkehrsverein und 1992 Heimat- und Verkehrsverein.
Ob die unterschiedlichen Namen eher zufällig entstanden sind, oder ob gewichtige Gründe dafür maßgeblich waren, wird sicher im nachhinein nicht mehr feststellbar sein. Dies mag vielleicht zeitweise auf mangelndes Vereinsgeschichtsbewußtsein zurückzuführen sein, aber der heutige Heimat- und Verkehrsverein mit seinen z.Zt. 86 Mitglieder kann stolz auf die vielen Aktivitäten im Interesse unseres Heimatortes zurückblicken.
1.10 Jugendfeuerwehr Dausenau
Die Jugendfeuerwehr Dausenau in der Freiwilligen Feuerwehr wurde am 1. Juni 1977 gegründet. Die Jugendfeuerwehr setzte sich im Gründungsjahr aus neun Mitgliedern zusammen. Jungen im Alter von 12 bis 16 Jahren erhalten die feuerwehrtechnische Grundausbildung. Dadurch wird ihr Einstieg in die aktive Wehr deutlich erleichtert. Jeder Jugendliche kann sich bei den 14tägig angesetzte Übungen für die "Leistungsspange" qualifizieren. Neben dieser Ausbildung an den technischen Geräten hat sich die Jugendfeuerwehr mit der Teilnahme an Wettkämpfen und Spielen, die von Jugendfeuerwehren aus den Nachbargemeinden durchgeführt wurden, mit Zeltlager und Jugendtreffen weitere Aufgaben gestellt. Alljährlich sammelt die Jugendfeuerwehr die "ausgedienten" Weihnachtsbäume. Die Spenden für die Entsorgung kommen der Jugendarbeit zugute.
Seither wurden die Jugendlichen von Reiner Ehrhardt, Ulrich Quentin, Norbert Schunk und Gerd Jung betreut. Zur Zeit gehören der Jugendfeuerwehr unter der Leitung der Jugendwarten Mario Bröder und Jörn Hawliczek 12 Jungen an, die sich mit Eifer ihren Aufgaben widmen und demnächst die aktive Feuerwehr verstärken können.[Abb. Verein 7]
1.11 Landfrauenverband Rhein-Lahn, Ortsverein Dausenau
Der Deutsche Landfrauenverband e. V. ist der Zusammenschluß von 22 Landes-Landfrauenorganisationen in allen Bundesländern mit mehr als 350 Kreis- und Bezirksvereinen und über 12.000 Ortsvereinen.
Der Ortsverein Dausenau wurde am 31. Oktober 1995 gegründet. Damals fanden sich 18 Frauen zur Unterstützung der Ziele des Landfrauenverbandes: Förderung des Gedankenaustausches von Frauen untereinander sowie die Aus- und Weiterbildung von Frauen im ländlichen Raum. Der Landfrauenverband will Einfluß nehmen auf die Gestaltung des dörflichen Lebens zur Verbesserung der Lebensqualität. Ferner will er auch durch Interessenvertretung die Stellung der Frau in der Gesellschaft stärken.
Obwohl der Ortsverein Dausenau, dessen Vorsitzende Frau Ute Zöller ist, offiziell zum Ortsring Niederbachheim gehört, werden alle Veranstaltungen in eigener Verantwortung geplant und durchgeführt.
Eine sehr enge Zusammenarbeit besteht mit der Staatl. Lehr- und Versuchsanstalt für Landwirtschaft Montabaur-Altenkirchen. Von hier Referentinnen und Referenten zur Verfügung gestellt. Die Themen erstrecken sich über Bildung und Erziehung, Hauswirtschaft, Berufsausbildung, Gesellschafts- und Familienpolitik, agrarpolitische Fragen, Umweltprobleme und kulturelle Weiterbildung. Der Landfrauenverband bemüht sich ebenfalls um die soziale Sicherung von Bäuerinnen und Hausfrauen, die ärztliche Versorgung und die gesundheitliche Betreuung auf dem Land.
Seit seiner Gründung führte der Ortsverein Dausenau über 50 Veranstaltungen durch. Heute zählt der Landfrauenverband Rhein-Lahn, Ortsverein Dausenau, 35 Mitglieder.
1.12 MGV Liederkranz 1875 Dausenau e. V.
Der "MGV Liederkranz 1875 Dausenau e. V." ist der älteste Ortsverein. Er wurde 1875 unter der Leitung des damaligen Lehrers Rückert als "MGV Freiheit" gegründet. Den Namen "MGV Liederkranz" übernahm der Verein 1892.
All dies ist nachzulesen in der Chronik, die 1892 vom damaligen Vorsitzenden Heinrich Fischbach geführt wurde. In der folgenden Zeit waren es vor allem die Lehrer des Ortes, die dem Chor sowohl als Dirigenten als auch als Vorsitzende zur Verfügung standen. In diesem Zusammenhang nennt die Chronik die Namen Rückert, Klöppel, Engelbrecht, Blum und Priester. Damals zählte der Verein 30 Mitglieder. Aus dem Jahre 1905 stammt auch die Vereinsfahne, die über zwei Weltkriege hinweg gerettet werden konnte. Durch Vorstandsbeschluß wurde die Fahne 1992 mit erheblichem Kostenaufwand restauriert. Die Fahne ist geschützt im Probesaal aufgehängt und zu besichtigen.
Der MGV "Liederkranz" ist seit 1902 Mitglied des Deutschen Sängerbundes. Im gleichen Jahr nahm der Chor an dem mit einem Preissingen verbundenen Bundesfest in Nassau teil und konnte gegen starke Konkurrenz wertvolle Preise gewinnen. Im Probelokal stehen heute noch zahlreiche Pokale und sonstige Preise, die unter dem Dirigenten Priester errungen wurden. 1905 feierte der Chor sein 30jähriges Stiftungsfest, verbunden mit einer Fahnenweihe und dem VI. Bundesfest und Wettsingen des Unterlahn-Sängerbundes. [Abb. Verein 1]
Am Festzug durch die Ortsstraßen 18 Vereine. In der Festschrift ist die respektable Zugordnung abgedruckt. Der Umzug wurde von einer Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr angeführt, es folgte der Kriegerverein, die Festjungfrauen, ein Musikkorps sowie der Festausschuß und inaktive Mitglieder. Für den Besuch des Festplatzes wurden damals pro Tag und Person 20 Pfg. erhoben.
Nachdem Herr Priester 1906 das Dirigentenamt niederlegte, folgten Jahre mit häufigen Dirigentenwechseln, die dem Verein auch Probleme bereiteten; schließlich kam durch den 1. Weltkrieg das Vereinsleben fast völlig zum Erliegen. Erst im Oktober 1919 konnte wieder mit den Gesangsproben begonnen werden. Ein wahres Volksfest war das 50jährige Stiftungsfest im Juni 1925, verbunden mit einem Wertungssingen, an dem wieder zahlreiche Vereine teilnahmen. 1926 übernahm Herr Priester wieder den Dirigentenstab, und der Chor konnte bald erfolgreiche Auftritte verzeichnen. Leider verstarb Herr Priester 1930, seine Nachfolge als Dirigent übernahm Herr Sturm aus Bad Ems, ein Freund des Verstorbenen. Bereits 1936 wurde ein junger Mann namens Karl Best aus Eitelborn als Dirigent verpflichtet. Unter seiner musikalischen Leitung begann die Blütezeit des MGV. Die Sängerzahl wuchs ständig, und der Chor konnte viele Erfolge verbuchen.
Aber der Kriegsausbruch 1939 brachte das Vereinsleben wieder fast völlig zum Stillstand. Als nach Kriegsende die Vereinstätigkeit durch die Besatzungsmacht wieder erlaubt wurde, begann Herr Best am 17.2.1947 im MGV erneut mit den Proben. 1950 konnte der MGV mit 60 aktiven Sängern sein 75. Bestehen unter Beteiligung zahlreicher Gastvereine feiern. Nicht selten standen 70 bis 80 Sänger eines Vereins auf der Bühne; die Pflege des Chorgesanges entsprach nicht nur in Dausenau in jenen Nachkriegsjahren dem Zeitgeist.
1955 übernahm Josef von Scheidt das Amt des 1. Vorsitzenden. 30 Jahre bekleidete er dieses Amt und leitete den Verein geschickt durch all seine Höhen und Tiefen. Er ist heute Ehrenvorsitzender und neben Richard Deusner, Hellmuth Elbert und Karl Schäfer Ehrenmitglied.
Nach insgesamt 33 Jahren Chorleitertätigkeit in Dausenau verstarb der allseits beliebte Chorleiter Karl Best. In der Folgezeit wurden als Chorleiter verpflichtet die Herren Adolf Wirz, Josef Schell und Werner Voßwinkel. Seit 1980 ist Friedhelm Bauer Dirigent des MGV.
1995 feierte der MGV "Liederkranz" sein 120jähriges Bestehen. Bei den anstehenden Feierlichkeiten wirkte neben befreundeten Chören ein ukrainisches Militärensemble aus Odessa mit, dessen Auftreten als ein Höhepunkt des Festes angesehen werden kann. [Abb. Verein 8]
Ein alljährlich wiederkehrendes Ereignis darf nicht unerwähnt bleiben. Schon seit 1892 umrahmt der MGV Liederkranz in der St. Kastorkirche den Gottesdienst am Ostersonntag musikalisch. Wohl daraus entstand 1903 die Idee, schon am frühen Ostersonntagmorgen die Dausenauer Bürger mit frohen Liedern, unterbrochen durch ein Glockengeläute der St. Kastorkirche, zu wecken. Welche Kulisse wäre da wohl geeigneter als "Drehers Türmchen"? Viele Bürger "applaudieren im Stillen", wenn sie die Schlafzimmerfenster öffnen, um dem österlichen Gruß zu lauschen.
Die gegenwärtige Situation des MGV in Dausenau ist geprägt von Nachwuchssorgen; der Chor zählt nur noch 23 aktive Sänger. Auch die große Zahl der ca. 100 inaktiven Mitglieder kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich der Verein momentan personell in einer Talsohle befindet. Mögen sich immer genügend Sänger finden, um diese althergebrachte Tradition fortsetzen zu können, dieses wünschen dem MGV Liederkranz sicherlich viele heimatverbundene Dausenauer.
Zum Schluß die Übersicht der 1. Vorsitzenden seit der Gründung im Jahre 1875:
1. Heinrich Fischbach 1875 - 1894
2. Wilhelm Reinhardt 1894 - 1901
3. Theodor Elbert 1901 - 1903
4. Wilhelm Elbert 1903 - 1909
5. Theodor Elbert 1910 - 1914
6. August Hilpüsch 1914 - 1920
7. Jakob Zimmerschied 1921 - 1925
8. Heinrich Schneider 1926 - 1939
9. Willi Hilpüsch 1939 - 1957
10. Josef von Scheidt 1957 - 1987
11. Alfred Strefler 1987 - 1995
12. Hans Sarholz 1995 - heute
1.13 Motor-Yacht-Club Siegerland e. V.
Viele fragen sich, was hat der Motor-Yacht-Club Siegerland mit Dausenauer Vereinen zu tun? Hier meine "Erklärung".
Der Motor-Yacht-Club Siegerland wurde vor über 20 Jahren im Siegerland von einer Gruppe von Bootsfahrern, die irgendwo an den Fließgewässern, der Nord- und Ostsee, am Mittelmeer und in Holland ihre Boote liegen hatten und dort dem familienfreundlichen Freizeitsport der motorisierten Sportschiffahrt nachgingen, in Siegen gegründet.
An Himmelfahrt 1978 fand in kleinem Kreis mit Freunden anderer Clubs an der Lahn ein Treffen in Dausenau an den Gemeindestegen statt. Ein Mitglied des Motor-Yacht-Clubs Siegerland, Herr Walter Otto, hatte dies mit dem damaligen Ortsbürgermeister, Herrn Walter Hennemann, abgestimmt. Hierbei wurde in der "St. Castor-Mühle" der "Grundstein" für den späteren Pachtvertrag gelegt.
Mittlerweile hat diese Freundschaft schon vier Ortsbürgermeister überdauert, die jeweils einen Wanderpokal stifteten, Walter Henneman (1972 - 1984), Franz Sojka (1984 - 1991), Gerhard Schäfer (1991 - 1994) und Jürgen Linkenbach (1994 - heute). Den Wanderpokal erhält der Siegerclub der Sternfahrt, die jeweils am Himmelfahrtstag stattfindet. Ferner stiftet seit 1994 auch der Heimat- und Verkehrsverein einen Wanderpokal für den jeweils ältesten Teilnehmer der Sternfahrt. In den letzten Jahren hat es der Motor-Yacht-Club Siegerland geschafft, die jeweils größte Sternfahrt Deutschlands, die von einem einzelnen Club ausgeschrieben wird, zu veranstalten. Es liegen dann bis zu 160 Yachten in Dausenau. [Abb. Verein 9]
Im Jahre 1998, zur 650-Jahr-Feier, wird der Motor-Yacht-Club Siegerland zu seiner 20. Veranstaltung einladen.
Mit den großartigen Sternfahrten, den damit verbundenen festlichen Aktivitäten in der Lahntalhalle und auf dem Leinpfad sowie den positiven Auswirkungen für den Fremdenverkehr in Dausenau kann gesagt werden, daß der Motor-Yacht-Club Siegerland unter der Leitung des Gründungsvorsitzenden, H.-Dieter Scharenberg, als "ortsansässiger Verein" gelten darf.
1.14 SPD Ortsverein Dausenau
Der SPD-Ortsverein Dausenau wurde am 21. September 1919 im Lokal "Stadt Frankfurt" gegründet. Noch am gleichen Tag wurden die Kandidaten für die erste Gemeinderatswahl in Dausenau aufgestellt.
Am 19. Oktober 1919 fanden die Wahlen statt. Von den zwölf gewählten Räten gehörten acht der neugegründeten Partei an, die restlichen vier der Bürgerliste. Der erste Rat setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Wilhelm Bruchhäuser, Heinrich Emil Deusner, Adolf Fischbach, Christian Gensmann, Christian Hafermann, August Hilpüsch, Adolf Jost, Wilhelm Lotz, Karl Marx, Heinrich Pfaff, Heinrich Schäfer und Andreas Zerbach.
Als Bürgermeister wurde der Sozialdemokrat Heinrich Fischer gewählt; er behielt dieses Amt bis 1930 inne. Nach der Machtergreifung durch die NSDAP ereilte die Dausenauer SPD das gleiche Schicksal wie die anderen sozialdemokratischen Ortsverbände in ganz Deutschland: sie wurde verboten, die Mitglieder wurden verfolgt, die Parteiarbeit kam gänzlich zum Erliegen, die meisten Unterlagen wurden vernichtet und das ganze Parteieigentum eingezogen. In Dausenau wurde die parteieigene Turnhalle mit dem Inventar, das auch sozialdemokratischer Besitz war, beschlagnahmt.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges fiel Dausenau in die französische Besatzungszone. 1946 erlaubte deren Militärregierung verschiedene politische Parteien, unter anderem die SPD. Daraus folgend fand am 12. Mai 1946 die Neugründung des Ortsvereins in Dausenau in den Räumen des Gasthofes "Lahnhof" statt. 13 Personen erklärten ihren Beitritt: Willi Borngießer, Christian Bruchhäuser, Willi Didinger, Georg Handstein, Wilhelm Klamp, Oskar Klein, Wilhelm Knebel, Karl Müller, Wilhelm Neumeier, Albert Schneider, Willi Stäger, Heinrich Vogt und Bernhard Wagner.
Von diesen Gründungsmitgliedern wurde Willi Stäger, der lange Zeit Kassierer des Ortsvereins Dausenau war, die Ehrenmitgliedschaft des Ortsvereines übertragen. Bei der Neugründung wurde Albert Schneider zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bei den am 15.9.46 in der ganzen französischen Zone durchgeführten Gemeinderatswahlen wurde erneut ein Sozialdemokrat Bürgermeister von Dausenau, Heinrich Stricker.
In den schweren Nachkriegsjahren bemühten sich die SPD-Mitglieder im Gemeinderat von Dausenau, wieder geordnete Verhältnisse herzustellen und die gröbste Not zu lindern. In einer Niederschrift einer Sitzung des Gemeinderats aus dem Jahre 1947 finden sich dazu u. a. folgende Tagesordnungspunkte:
Instandsetzung und Ausstattung der Fähre,Vergabe von Berechtigungsscheinen zum Fischen in der Lahn mit Hebenetzen auf Grund der schlechten Ernährungslage,
Instandsetzung des alten Rathauses wegen Einsturzgefahr.
Bereits im Jahre 1949 wurde beim zuständigen Landrat die Wiederherstellung der Lahnbrücke in Dausenau beantragt. Mit dem Neubau der Brücke konnte dank der Mithilfe von Ortsbürgermeister Heinrich Stricker und Landrat Hartung 1950 begonnen werden. 1952 konnte die neue Lahnbrücke als eine der ersten im Unterlahnkreis feierlich eingeweiht werden.
1950 forderte der Ortsverein sein von den Nationalsozialisten beschlagnahmtes Vermögen zurück. In einem gerichtlichen Vergleich mußte die Turnhalle, die auf dem heutigen Gebiet Parkplatz Quilitz/Wohnhaus Fischer stand, zurückerstattet und eine Entschädigung für die Geräte in Höhe von 600 DM bezahlt werden.
Nach Heinrich Stricker, der bis 1950 im Amt blieb und 1953 nochmals gewählt wurde, gab es nach dem 2. Weltkrieg drei weitere der SPD angehörende Bürgermeister: von 1972 bis 1984 Walter Hennemann, zwischen 1984 und 1991 Franz Sojka und schließlich seit 1994 Jürgen Linkenbach, der als erster Bürgermeister direkt von den Dausenauer Bürgern gewählt wurde. Außerdem stellte der Ortsverein auch Vertreter für den Kreistag: Heinrich Bruchhäuser, Rolf Hübner, Heinrich Kraft und Albert Schneider sowie für den Verbandsgemeinderat: Heinrich Bruchhäuser, Willi Fischer, René Klein und Michael Schrötter.
Bereits seit Mitte der 60er Jahre trafen sich junge Dausenauer Sozialdemokraten und der Partei nahestehende Jugendliche zu Stammtischgesprächen und Versammlungen. Um ein größeres Mitspracherecht im SPD-Ortsverein zu bekommen, gründeten sie am 19. September 1968 die "Jungsozialisten Arbeitsgemeinschaft Dausenau". Dem Vorstand gehörten folgende Genossen an: Willi Fischer (1. Vorsitzender), Klaus Düren und Berthold Stöckl (Beisitzer), Werner Linkenbach (Schriftführer) und Helmut Schneider (Kassierer).
Die Jusos starteten in der folgenden Zeit zahlreiche Aktionen:
die Birkenallee von der Brücke zum Bahnhof wurde gepflanzt,die Begrenzungspfosten wurden erneuert,
auf dem Friedhof wurde eine 2. Wasserzapfstelle installiert.
Rudolf Scharping, später kurz Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, war zu dieser Zeit oft als Gast bei den Jungsozialisten in Dausenau. Besonderen Anteil hatten die Jusos auch an dem Wahlsieg zu den Gemeinderatswahlen 1969. In einem mit großem Engagement geführten Wahlkampf gelang es, die Machtverhältnisse in Dausenau zu ändern und den SPD-Kandidaten Robert Schütz zum neuen Bürgermeister zu wählen.
Am 20. Juni 1970 feierte der Ortsverein Dausenau sein 50jähriges Bestehen. Der 1. Vorsitzende Heinrich Bruchhäuser konnte bei der Feier im "Alten Wirtshaus an der Lahn" trotz Fußballweltmeisterschaft und hochsommerlichen Temperaturen zahlreiche Gäste begrüßen, unter ihnen den Bundestagsabgeordneten Willi Peiter und den Landtagsabgeordneten Willi Diel. Im Laufe dieses gelungenen Abends wurden Karl Birkenstock, Christian Bruchhäuser und Wilhelm Herpel für 50 Jahre, Willi Stäger, Karl Schwarz und Werner Knappe für 40 Jahre, Heinrich Stricker und Hans Lichius für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt.
| Die bisherigen Ortsvereinsvorsitzenden | ||||
| ab 1919 | Adolf Löser | bis 1977 | Heinrich Kraft | |
| Wilhelm Bruchhäuser | bis 1981 | Heinrich Bruchhäuser | ||
| Christian Fischbach | Rolf Hübner | |||
| ab 1946 | Albert Schneider | bis 1984 | Willi Fischer | |
| Franz Querbach | bis 1985 | Heinrich Bruchhäuser | ||
| bis 1962 | Albert Schneider | seit 1985 | Michael Schrötter | |
| _ die genauen Jahreszahlen sind teilweise nicht bekannt |
Der heutige SPD Ortsverein Dausenau besteht aus 85 Genossinnen und Genossen und ist einer der größten in der Verbandsgemeinde Bad Ems. Die SPD stellt mit Jürgen Linkenbach den derzeitigen Bürgermeister. Mit Heinrich Kraft ist auch die Position des 2. Beigeordneten der Ortsgemeinde durch ein Parteimitglied besetzt. Als derzeitige Ratsmitglieder vertreten die SPD:
Heinrich Bruchhäuser, Karl Ebelhäuser, Karin Heihoff, René Klein, Michael Schrötter, Heinz Dieter Trinks und Karl Heinz Weimer.Als größtes Ziel sieht die SPD die Verkehrsberuhigung in Dausenau an. Durch den Bau einer Umgehungsstraße steigt die Lebensqualität im Ortskern und der Fremdenverkehr wird gleichzeitig gefördert. Um diese Ziele zu erreichen, wurden zahlreiche Aktionen durchgeführt, z.B. mehrere Verkehrszählungen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden der Landesregierung und allen Landtagsabgeordneten zugesandt. Ein weiteres Anliegen der Partei ist die Schaffung eines Neubaugebietes, um jungen Familien Platz in Dausenau zu bieten. Sicherung von Arbeitsplätzen liegt der SPD genau so am Herzen wie das Eintreten für eine vernünftige Jugendarbeit oder die Mitarbeit an der Stadtsanierung.
Neben all seinen politischen Aktivitäten kommen auch die geselligen Veranstaltungen nicht zu kurz. Am Anfang eines jeden Jahres treffen sich die Mitglieder und alle Freunde zum Familienabend, um gemeinschaftlich das neue Jahr zu beginnen. Neben einem gemütlichen Essen und einem abwechslungsreichen Programm stehen auch immer Ehrungen auf der Tagesordnung. Alle zwei Jahre findet auf den Lahnwiesen ein großes Kinderfest statt, wo die Kleinen die Größten sind. In der Vorweihnachtszeit kommt der Nikolaus jedes Jahr zu Besuch und bringt eine Überraschung mit. Gerne begibt sich der SPD Ortsverein auch auf Reisen. Besonders interessant waren neben zahlreichen Ausflugszielen auch die Besuche im Bundestag in Bonn und im Landtag in Mainz.
An den Mitgliederversammlungen nehmen häufig Bundestagsabgeordnete und Landtagsabgeordnete teil. Am 24. Juni 1995 feierte der SPD Ortsverein sein 75jähriges Bestehen. Als Schirmherr und Festredner war der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Kurt Beck zu Gast. [Abb. Verein 10]
Neben weiteren Gästen konnten auch die Landtagsabgeordneten Karl-Peter Bruch und Roger Lewentz, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Gudrun Weyel und der Landrat Kurt Schmidt sowie der Bürgermeister Oskar Rink begrüßt werden.
1.15 Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Dausenau e. V.
In der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Dausenau wird schon 1934 ein Spielmannszug erwähnt. Ins Leben gerufen wurde er von Otto Hennemann. Das nachfolgende Bild dieses Spielmannszuges wurde Anfang der 30er Jahre aufgenommen. Genaue Daten über Gründung und Auflösung sind nicht bekannt. [Abb. Verein 11
Der heutige Spielmannszug wurde am 3. Juli 1983 gegründet. Die Gründungsmitglieder waren: Renate Bünder, Karl-Friedrich Bünder, Erich Gebenroth und Willi Stoffel. Sie prägten am Anfang den Verein und schafften es, ihn am Leben zu erhalten. Die musikalische Ausbildung lag anfangs in den Händen von Herrn Wilhelmi aus Weinähr. Er führte die Interessierten in die Grundbegriffe von Querflöte, Trommel und Lyra ein. Später übernahm Winfried Dietert aus Niederelbert diese Aufgabe. Er bringt den Mitgliedern des Spielmannszuges auch heute noch die "rechten Flötentöne" bei.
Zu Beginn setzte sich der Spielmannszug zum größten Teil nur aus den Männern der aktiven Feuerwehr zusammen. Doch gelang es nach und nach, immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene für das Musizieren zu begeistern. Inzwischen hat sich der Spielmannszug einen guten Namen erworben. Jährlich wirkt der Spielmannszug bei den Fastnachts- und St. Martinsumzügen in Dausenau und in der näheren Umgebung sowie an der Kirmes in Dausenau mit. Am 26.8.1989 konnte der Spielmannszug anläßlich der Feierlichkeiten zur Übergabe der Ehrenfahne des Europarates an die Verbandsgemeinde Bad Ems im Stadion Silberau den musikalischen Rahmen mitgestalten.
Im Juli 1993 feierte der Verein sein 10jähriges Bestehen mit Disco, Kommers, Verbands- gemeinde-Feuerwehrtag sowie einem Freundschaftsspielen mit befreundeten Musikvereinen. Als größtes Erlebnis in der bisherigen Vereinsgeschichte wird die Teilnahme am "Rheinland-Pfalz-Tag" am 21. Juni 1997 in Pirmasens in Erinnerung bleiben. Heute hat der Verein 55 aktive und 31 inaktive Mitglieder.
1.16 Sportangler "Am Schiefen Turm e.V. "
Am 28. November 1951 trafen sich die Sportangler aus Dausenau und gründeten, um Ihre Interessen besser vertreten zu können, einen Verein. Seine Hauptaufgabe sah er in der Verbreitung des Gedankens waidgerechten Angelns. Dabei sollte vor allem Wert auf die Hege und Pflege des Fischbestandes sowie des Gewässer-, Natur- und Umweltschutzes gelegt werden. Die Heranbildung von Jugendlichen zu natur- und umweltbewußten Fischern war ihm ein besonderes Anliegen.
Die Anwesenden wählten Richard Deusner zum 1. Vorsitzenden. Der Vorstand wurde beauftragt, eine Satzung und eine Gewässerordnung auszuarbeiten. 27 Sportangler traten dem Verein bei. Bereits am 17.8.1952 konnte er zum ersten Preisangeln einladen. Neben dem jährlichen Abangeln verzeichnet die Chronik in unregelmäßiger Folge auch Freundschaftsfischen in unterschiedlicher Form. Um den Fischbestand in der Lahn zu erhalten bzw. zu vergrößern, erfolgte fast Jahr für Jahr der Einsatz von Jungfischen.
Alljährlich wurde der "Fischmeister" ermittelt. Diese Auszeichnung erhielt derjenige Sportangler, der im abgelaufenen Jahr den größten Fisch "an Land gezogen" hatte. Zu dieser Ehre kam z.B. 1961/62 Hans Ritschel, der einen Hecht von 4260 Gramm geangelt hatte.
Der Pflege der Geselligkeit dienten die Familienabende im Anschluß an das Abangeln und der Fischerball an Karneval und der Familienausflug. 1965 konnte der Verein von der Stollberger Zink AG den Weiher "Herren-Wiesenteich" in der Gemarkung Holzappel käuflich erwerben. Die Gesamtfläche einschließlich Uferanlage und angrenzender Wiese betrug 15.296 m2. Bald konnte mit der Herstellung der Angleranlage begonnen werden. Dabei leisteten 35 Mitglieder unentgeltlich 841 Arbeitsstunden. Das erste Abangeln am Weiher brachte ein Rekordergebnis. Ein paar Jahre später konnten 225 kg Karpfen aus dem Weiher in die Lahn umgesetzt werden.
Durch Erwerb von zwei weiteren Parzellen im Bereich des Herrenwiesenteiches und infolge einer Flurbereinigung der Gemeinde Holzappel wurde es möglich, die Weiheranlage zu erweitern. Unter Einsatz von zwei Planierraupen und vielen unentgeltlichen Mannstunden erreichte dann der Weiher seine heutige Größe.
Nach langjähriger sehr erfolgreicher Tätigkeit legte Richard Deusner 1974 den Vorsitz nieder. Nachfolger wurde Hans Menrath.
Der Verein blieb auch nicht von Rückschlägen verschont. Sowohl 1978, 1989 als auch 1992 war im Weiher ein großes Fischsterben. Über 1,2 Tonnen toter Fische mußten entsorgt werden. Ursache war eine Schadstoffeinleitung. Heute wird der Herrenwiesenteich mit sauberem Wasser versorgt. Inzwischen erfolgte auch eine Ufersanierung.
1989 legte Hans Menrath nach langjähriger, verdienstvoller Arbeit den Vorsitz nieder, Herbert Schneider wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ihm folgte ein Jahr später Heinz Weimer. Zur Zeit hat der Verein 67 Mitglieder und 6 Jungangler.
1.17 Turn- und Sportverein (TuS) Dausenau e. V.
Lt. Satzung erfolgte die Gründung des Vereins am 9. Mai 1907 als Turnverein. Die Gründer waren: Karl Birkenstock, Willi Borngießer, Christian Fischbach, Robert Fischbach, Karl Marx, Robert von Pelke, Eugen Sundheimer und Heinrich Zins. Einige Jahre später, im Jahre 1911, erfolgte die Gründung eines zweiten Vereins mit dem Namen "Germania". Auch davon sind einige Namen bekannt: Christian Bruchhäuser II, Adolf Jost, Willi Klamp, Peter Krekel und Willi Strehl.
In der Zeit der Industrialisierung wurde im Berufsleben zunehmend Lewistung gefordert. Auf den Sport übertragen bedeutet dies, nach einheitlich festgelegten Regeln größere Weiten und Höhen sowie Strecken in kürzeren Zeiten zu absolvieren. Freizeitgestaltung nach schwerer, teils monotoner Arbeit; körperliche Leistung und vor allem ungezwungene Geselligkeit bestimmten damals die Gründung von Turn- und Sportvereinen.
Dies hat auch in der Anfangszeit das Vereinsleben in Dausenau bestimmt. Es wurde überwiegend der Fünfkampf gepflegt, der das Steinstoßen, den 100-Meter- und 1000-Meter-Lauf, den Freiweit-Hochsprung und den Schleuderball umfaßte. Dieser Wettkampf wurde vor allem in den zwanziger Jahren auf Kreis- und Bezirkssportfesten ausgetragen. Auch die Fußballbegeisterung nahm in dieser Zeit ihren Anfang. Zunächst wurde an Turnieren und vereinzelten Spielen, zum Teil nur mit Sechser-Mannschaften, am Fußballgeschehen teilgenommen. Der regelmäßige Spielbetrieb konnte erst in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg als Mitglied des Westdeutschen Fußballverbandes aufgenommen werden.
Während der Zeit des sogenannten "Dritten Reiches" überwog die national gesinnte Auffassung von Sport. Ziel und Zweck wurde immer mehr die Wehrertüchtigung, verbunden mit falschem Nationalstolz. Für individuelle sportliche Entwicklungen im Verein gab es keinen Raum mehr. Die Turnerschaft konnte noch auf Grund ihrer Mannschaftsstärke ihren Sport bis in die letzten Kriegsjahre ausführen, während bei den Fußballern der Spielbetrieb bereits 1936 eingestellt werden mußte, da die meisten aktiven Spieler zur Wehrmacht eingezogen waren.
Nach dem 2. Weltkrieg achteten die Franzosen in ihrer Besatzungszone streng darauf, daß alle Bestrebungen, den Sport neu zu beleben, nicht mit einer vormilitärischen Ausbildung verbunden war. Das Turnen war damit verboten. Am 27. September 1945, bereits vier Monate nach Kriegsende, jedoch noch drei Monate vor der Alliierten Kontrollratsdirektive Nr. 23, die die Neugründung von Sportvereinen nichtmilitärischen Charakters auf lokalem Gebiet im Dezember 1945 zuließ, wurde im Rahmen einer Mitgliederversammlung von 35 Personen der "Sportverein 1911 Dausenau" wieder gegründet. Dies war vor allem einigen sportlich interessierten französischen Besatzungsangehörigen zu verdanken, die in Dausenau stationiert waren. Zunächst wurde nur Fußball gegen französische Mannschaften gespielt, später auch gegen deutsche Vereine aus dem Koblenzer Raum. Ab 1950 wurde wieder um Punkte in der Mannschaftsrunde des damaligen Unterlahnkreises gekämpft.
Am 20. Januar 1950 konnte erstmals wieder ein Sportlerball im Hotel Lahnhof durchgeführt werden, der außerordentlich gut besucht war. Im Juli 1950 schlossen sich formal die beiden sporttreibenden Vereine unter dem Namen "Turn- und Sportverein 1907/1911 (TuS) Dausenau" zusammen. Gleichzeitig wurde eine Turn- und Leichtathletikabteilung gegründet. Der Verein, der nun auch Turnen auf seine Fahnen geschrieben hatte, konnte wegen der Bedenken der französischen Besatzungsmacht nur noch mit Mühe weitergeführt werden. Der frühere Turnverein 07 Dausenau besaß seit 1930 eine Turnhalle, die nun wieder hergerichtet werden sollte. Wegen der Materialknappheit und der hohen Kosten zog sich die Renovierung über die ganzen fünfziger Jahre hinweg. Größere sportlich Erfolge konnte eine Turnerriege 1952 bei den Turnfesten auf Bezirksebene in Neuwied und Birlenbach verzeichnen. Bei dem Gauturnfest in Niederwallmenach 1953 konnten mit 34 Teilnehmern 27 Preise errungen werden. Sogar am Deutschen Turnfest in Hamburg wurde mit vier Sportlern teilgenommen. Ab 1955 ließ jedoch das Interesse am Turnen nach, so daß sich die Turnerriege 1959 auflöste.
Anfang der 50er Jahre stand der Fußball etwas im Schatten. Bereits 1954 wurde der Fairneßpreis der A-Klasse des damaligen Unterlahnkreises errungen. Ab 1955 zählte die 1. Seniorenmannschaft zu den beständigsten Mannschaften der damaligen A-Klasse. Im Jahre 1958 wurde der Aufstieg in die 2. Amateurliga Koblenz-Süd geschafft, ein Ereignis, das in dem kleinen Dorfverein großen Stolz auslöste. In dieser Klasse konnte sich die Mannschaft vier Jahre behaupten.
Intensiv wurde in den 70er und 80er Jahren die Jugendarbeit unter dem damaligen Jugendleiter Jakob Oster betrieben. Ständig nahmen fünf Jugendmannschaften von E- bis A-Jugend am Spielbetrieb teil. Im Jahre 1979 erfolgte der Neubau des Umkleidehauses am Sportplatz in Eigenleistung durch den TuS, wobei die Gemeinde die Materialkosten übernommen hatte. Die Sport- und Gemeinschaftshalle wurde 1982 fertiggestellt, die dem Verein die Gründung neuer Sportarten ermöglichte, wie z. B. Tischtennis. Seit 1980 spielte während einiger Jahre eine Damenfußballmannschaft. Eine Wanderabteilung wurde gegründet, die ab 1983 bis 1994 erfolgreich jährliche Volkswandertage veranstaltete.
Ein besonderes Jubiläum fand im Juni 1997 statt: für sein 600. Spiel im Alt-Herren-Trikot des TuS Dausenau wurde Adolf Bruchhäuser geehrt. Adolf Bruchhäuser absolvierte auch etliche Spiele in der ersten und zweiten Seniorenmannschaft und half sogar in den letzten Jahren noch in der zweiten Mannschaft aus. [Abb. Verein 12]
Der Turn- und Sportverein hat z. Zt. ca. 380 Mitglieder. Aufgrund der vielseitigen kommerziellen Veranstaltungen in Dausenau steht der Verein auf einer gesunden wirtschaftlichen Basis.
Es werden z. Zt. folgende Sportarten betrieben: In der Seniorenabteilung spielen vier Mannschaften Fußball, die 1. Mannschaft in der B-Klasse, die 2. Mannschaft in der D-Klasse, eine Alt-Herrenmannschaft und eine Hobbymannschaft "FC Eismann".
In der Jugendabteilung spielen vier Mannschaften in den Altersklassen F- bis C. Tischtennis wird mit zwei Seniorenmannschaften und einer Jugendmannschaft gespielt.
Weiterhin wird Badminton gespielt, es gibt eine Frauengymnastikgruppe, eine Kinder- turngruppe und eine Mutter- und Kind Gymnastikgruppe.
| Die 1. Vorsitzenden seit 1945 | ||||
| von ... bis ... | von ... bis ... | |||
| Willi Meinecke | 1947 1949 | Eberhard Klamp | 1960 1966 | |
| Ludwig Fetz | 1949 1951 | Heinrich Schütz | 1966 1970 | |
| Adolf Schütz | 1951 1952 | Albert Achtstein | 1970 1972 | |
| Richard Deusner | 1952 1953 | Rudolf Zins | 1972 1974 | |
| Christian Fischbach | 1953 1955 | Heinrich Schütz | 1974 1981 | |
| Erich Schneider | 1955 1957 | Norbert Haueisen | 1981 1986 | |
| Eberhard Klamp | 1957 1959 | Karl Heinz Menrath | 1986 1994 | |
| Albert Gebenroth | 1959 1960 | Peter Schmitt | 1994 heute |
1.18 Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Rentner Deutschland, Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.
Die Ortsgruppe des VdK in Dausenau besteht seit Oktober 1947 und umfaßt z. Zt. 24 Mitglieder sowie mehrere fördernde Mitglieder. Ferner steht für aktuelle soziale Fragen eine Geschäftsstelle in Diez zur Verfügung.
Die Ortsgruppe, 1. Vorsitzender jetzt Rainer Zins, hilft den Mitgliedern in vielfältiger Weise, insbesondere bei rechtlichen Angelegenheiten. Speziell informiert der VdK seine Mitglieder über aktuelle Änderungen im sozialen Bereich wie über Gesundheitsreform, Rentenreform und Pflegeversicherung.
Im Oktober 1996 wurden Frau Maria Ritschel und Robert Linkenbach, im Januar 1998 steht die gleiche Ehrung für Albert Brand, Lina Krekel, Josef von Scheidt, Franz Sojka (langjähriger 1. Vorsitzender) und Rudolf Zins an.
2 ehemalige Vereine
2.1 Ortsring Dausenau,
Am 22.1.1982 lud der damalige Ortsbürgermeister Walter Hennemann alle in Dausenau vertretenen Vereine, Gruppen und Kreise für den 5.2.1982 zur Gründungsversammlung des Ortsringes ein. In dieser Versammlung verabschiedeten die Anwesenden eine Satzung, die von einer kleinen Arbeitsgruppe vorbereitet worden war.
Sinn und Zweck dieses Ortsrings sind in § 1 dieser Satzung festgeschrieben: "Zum Zwecke der Koordinierung örtlicher Veranstaltungen, Durchführung von gemeinsamen größeren Festlichkeiten wie Kirmes, Umzüge, Karnevalsveranstaltungen, etc. bilden die Ortsvereine, Gruppen und Kreise von Dausenau unter Mitwirkung der Ortsgemeinde einen Ortsring".
Die erste Vorstandswahl brachte folgendes Ergebnis: Franz Sojka (1. Vorsitzender), Albert Gebenroth und Norbert Haueisen (stellv. Vorsitzende); Hans Sarholz (Schriftführer), Lothar Terwesten (stellv. Schriftführer); Gerhard Schäfer (Kassierer). Dieser geschäftsführende Vorstand wurde durch je einen Vertreter der Vereine, Gruppen und Kreise ergänzt.
Im Blick auf kommende Veranstaltungen wurden Fragen der Haftpflicht, Versicherungen, eines Vertrages mit der GEMA, der Gemeinnützigkeit und der Verteilung eines zukünftigen finanziellen Überschusses an die beteiligten Vereine, Gruppen und Kreise behandelt.
Die erste Bewährungsprobe mußte der Ortsring mit der Vorbereitung und Durchführung der Einweihungsfeier der Sport- und Gemeinschaftshalle bestehen. Die Feierlichkeiten dauerten vom 26. bis 28. Juni 1982. Am Samstag wurde in der Halle ein abwechslungsreiches Programm geboten, an dem sich die Mitglieder des Ortsrings beteiligten.
Zwei Monate später oblag dem Ortsring erstmals die Ausgestaltung der Dausenauer "Quetschekirmes". Auch hierbei waren alle Mitglieder des Ortsring beteiligt. Später lud der Ortsring zur Seniorenfeier und zur Nikolausfeier ein.
Nach der Durchführung der Karnevalsveranstaltung im Januar 1983 konnte der Ortsring einen zufriedenstellenden Rückblick halten. Im Jahre 1983 fanden kleinere Veränderungen im Vorstand statt, Erich Gebenroth und Norbert Haueisen wurden stellv. Vorsitzende, Schriftführer wurde Lothar Terwesten, dessen Vertreter Robert Linkenbach und Josef von Scheidt stellv. Kassierer. In der Folgezeit führte der Ortsring alle über das Jahr anfallenden Großveranstaltungen durch.
Bei der Jahreshauptversammlung 1985 lehnte Franz Sojka eine erneute Kandidatur für das Amt des Vorsitzenden ab. Er befürchtete einen Interessenskonflikt mit dem von ihm nunmehr bekleideten Amt des Ortsbürgermeisters. Die Geschicke des Ortsrings führten nun Karl-Friedrich Bünder (1. Vorsitzender) und Hans Nonninger (stellv. Vorsitzender) weiter.
Der Vorstand arbeitete in dieser Zusammensetzung bis 1988 weiter. Nun löste Karl-Heinz Menrath Norbert Haueisen als Stellvertreter des Vorsitzenden ab, und Heidi Jung wurde zur stellv. Schriftführerin gewählt. Ein Jahr später übernahmen Gerrit Schwabach und Frau Krüsmann anstelle von Gerhard Schäfer die Kassengeschäfte.
Im Juni 1989 begannen die ersten "Verschleißerscheinungen" in der Arbeit des Ortsrings, da einzelne Gruppierungen sich vorübergehend nicht an der weiteren Arbeit beteiligen wollten. Am 24.10.1989 legten der 1. Vorsitzende und seine beiden Vertreter ihre Ämter nieder. Daher stand am 14.11.1989 die Neuwahl des geschäftsführenden Vorstandes an.
Es war niemand zur Kandidatur für den 1. Vorsitzenden bereit. Es wurde später eine "kommissarische Geschäftsführung bis zur Schlußabrechnung für die Fastnachtsveranstaltung" gewählt. Am 12.6.1990 fand sich erneut kein Kandidat für das Amt des 1. Vorsitzenden. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erklärte sich Kurt van de Fenn zur Übernahme dieses Amtes bereit. Damit konnte der Ortsring seine Aufgaben weiterhin wahrnehmen, bis im März 1991 Kurt van de Fenn aus persönlichen Gründen zurücktrat.
Ortsbürgermeister Franz Sojka und Josef von Scheidt wurden mit der Auflösung des Ortsrings beauftragt. Die Auflösungsversammlung fand am 17.3.1992 statt. Das Sachvermögen ging satzungsgemäß auf die Gemeinde über."
Der Ortsring hat in der zehnjährigen Zeit seines Bestehens einen wesentlichen Beitrag zum Erwerb von notwendigen Einrichtungsgegenständen für die Lahntalhalle geleistet. So wurden u.a. durch den Ortsring die Kassettenabspielanlage, die Verstärkeranlage, eine Gewerbespülmaschine, eine Zehnliter-Kaffeemaschine, ein wärmeisolierter Vorratsbehälter sowie sonstige Einrichtungsgegenstände gekauft, die auch heute noch regelmäßig bei den Veranstaltungen genutzt werden. Insgesamt wurden 18.000 DM durch den Ortsring für Einrichtungsgegenstände der Lahntalhalle investiert.
Abschließend muß festgestellt werden, daß der Ortsring eine sehr gute Möglichkeit für kleinere Vereine bot, auch größere Veranstaltungen durchzuführen oder sich regelmäßig aktiv an dem kulturellen Dorfgeschehen zu beteiligen und einen Gemeinschaftssinn für alle verschiedenen Vereine, Gruppen und Kreise zu entwickeln.
2.2 Quartettverein Frohsinn
Der Quartettverein Frohsinn war ein Männergesangverein, hervorgegangen aus dem Ortsverein der SPD irgendwann zwischen 1925 und 1929. Aufgelöst wurde der Gesangverein nach der Machtergreifung der NSDAP im Frühjahr 1933.
Fritz Fischer war aktives Mitglied und hat die Auflösung des Vereins persönlich miterlebt. Er hat einige Begebenheiten aus der Erinnerung niedergeschrieben und zur Verfügung gestellt. Aufzeichnungen vom Verein selbst sind offensichtlich nicht erhalten geblieben.
Der Initiator und Begründer des Gesangvereins war Wilhelm Bruchhäuser; der Dirigent war Herr Fachinger aus Fachingen.
Gründungsmitglieder sind nicht mehr alle bekannt, nachstehende Sänger waren überwiegend seit Gründung des Vereins aktiv am Vereinsleben beteiligt: Max Achter, Willi Didinger, Jakob Fachinger, Ludwig Fetz, Fritz Fischer, Heinrich Fischer, Willi Halle (Schriftführer), Wilhelm Gensmann, Wilhelm Löser, Mathias Mayer, Heinrich Schneider und August Weldert.
Vereinslokal war die SPD-eigene Turnhalle der Freien Turnerschaft Dausenau im unteren Hallgarten, die erst um 1970 abgerissen wurde.
Der Verein bot wie der MGV "Liederkranz 1875" Liedvorträge zu persönlichen Anlässen der Dorfbewohner dar und nahm neben weiteren öffentlichen Veranstaltungen u. a. am "Freiherr-vom-Stein-Ehrensingen" in Nassau vom 5. bis 7. September 1931 teil. Der dort errungene Dirigentenpreis befindet sich im Besitz von Fritz Fischer.
Erhalten ist außerdem noch der Vereinsstempel, aus dem deutlich der genaue Name des Vereins hervorgeht. [Abb. Verein 14 a]
Ende April oder Anfang Mai 1933 meldete sich ein "Herr" und verlangte die Vereinbarung eines Ortstermins mit einem verantwortlichen Vereinsvertreter, um die Vereinshinterlassenschaften wie Vermögensgegenstände oder Guthaben in Empfang zu nehmen. Zu einem solchen Ortstermin ist es aber nicht mehr gekommen, denn die Vereinsmitglieder trafen sich ganz kurzfristig im Hotel Lahnhof und beschlossen, alle Vereinsutensilien an interessierte Mitglieder zu verteilen. Dazu gehörten verschiedene Preise von Wettsingen, eine Vitrine und Bargeld. Dies wurde durch Losentscheid verteilt. Fritz Fischer erwarb bei dieser Gelegenheit die Medaille vom Freiherr-vom-Stein-Ehrensingen. Auch der Vereinsstempel wurde ihm zugesprochen.
2.3 Verein Dausenauer Gastlichkeit e. V.
Der Verein Dausenauer Gastlichkeit wurde am 9.1.1982 gegründet und fünf Monate später beim Amtsgericht Koblenz in das Vereinsregister eingetragen. Seine aus der Satzung ersichtliche Zielsetzung war "die Förderung des Fremdenverkehrs und der Gastlichkeit in der Gemeinde Dausenau". 1982 zählte der Verein 80 Mitglieder.
Neben Privatvermietern, Pensionsinhabern und Gastwirten gehörten dem Verein auch eine Reihe von Mitgliedern an, die nicht direkt am Fremdenverkehr beteiligt waren. Alle erhofften sich von diesem Verein, eine Wiederbelebung des in den letzten Jahren rückläufigen Fremdenverkehrs.
Zu den Aktivitäten des Vereins zählte u.a. die Organisation der Fuhrmanns- und Kutschertage, die alljährlich mit großem Erfolg durchgeführt wurden, und viele Besucher anlockten. Es gelang, in den folgenden Jahren immer wieder größere und kleinere Reisegruppen, vor allem aus Nordrhein-Westfalen, für einen mehrtägigen Aufenthalt in Dausenau zu interessieren. Auch die viele Jahre angesetzte Veranstaltung "Dausenauer Künstler stellen aus" zog viele Besucher an.
Darüber hinaus richtete der Verein über das Jahr verteilt eine Reihe weiterer Veranstaltungen aus, um den Fremdenverkehr zu beleben und den Tagesbesuchern etwas zu bieten. Dazu zählten die Nachahmung der historischen Treidelschiffahrt, Ortsführungen, Bootsfahrten für Gäste, Tanzabende und Skatmeisterschaften. [Abb. Verein 13]
Trotz oder gerade wegen der vielen Aktivitäten nahm die Bereitschaft, im Verein mitzuwirken, stetig ab, und das Vereinsleben erlahmte. Am 4. Mai 1992 löste sich der Verein auf.
2.4 Militär- und Kriegerverein Dausenau
Durch den Fund einer Satzung konnte die Existenz dieses Vereines belegt werden. Demnach wurde der Verein am 18.1.1896 gegründet. Die vorliegende Satzung weist Herrn Carl Marx II als Nr. 19 der Stammrolle aus.
In § 1 der Satzung wird der Vereinsname und Dausenau als Sitz festgelegt. § 2 lautet: "Grundsätzliche Einstellung des Vereins. Zugehörigkeit zur Kriegervereinsorganisation und damit verbundene Pflichten.
1. Der Verein enthält sich jeder Parteipolitik und bleibt religiösen Streitfragen fern; er befaßt sich auch nicht mit militärischen Dingen, namentlich nicht mit Ausbildung und Uebung im Gebrauch von Kriegswaffen.
2. Der Verein gehört zum Kreis-Kriegsverbande Unterlahn, zum Regierungsbezirks-Kriegerverbande Wiesbaden zum Preußischen Landes-Kriegerverbande und dadurch zur Deutschen Krieger-Wohlfahrtsgemeinschaft und zum Deutschen Reichskriegerbund "Kyffhäuser". Demzufolge sind die Satzungen dieser Verbände und die auf deren Tagungen gefaßten Beschlüsse für den Verein und seine Mitglieder verbindlich." ... Es folgen weitere 19 Paragraphen. [Abb. Verein 14b]
Die Satzung wurde am 3. Juli 1931 von dem Vorsitzenden Pfaff, dem Schriftführer Willichs und dem Kassenführer Luss unterzeichnet.
Allem Anschein nach war es Hauptaufgabe des Vereins die Kameradschaft der ehemaligen Soldaten des Deutsch-Französischen Krieges und vor allem des I. Weltkrieges zu pflegen. Der Verein wurde vermutlich zu Beginn der Nazi-Herrschaft gleichgeschaltet.
Epilog
Es mag den einen oder anderen Außenstehenden verwundern, wie viele Vereine, Gruppen und Kreise ein kleiner Ort wie Dausenau mit ca. 1.500 Einwohnern hat. Z. Zt. gibt es in Dausenau 18 aktive Vereine, Gruppen und Kreise sowie drei politische Gruppierungen. Weiterhin sind einige ehemalige Vereine aufgeführt. Vermutlich hat es noch weitere vereinsähnliche Gruppierungen gegeben. Neben den politischen Parteien waren jeweils freie Wählergruppierungen kommunalpolitisch tätig. Stellvertretend seien hier die Liste Merz und die Liste Vogt genannt.
Traditionell finden wir in der Dausenauer Vereinsvielfalt mit der großen Anzahl musikalisch orientierter Vereine einen Schwerpunkt. Gerade diese, teilweise sehr alten Vereine haben die größten Nachwuchsprobleme. Offensichtlich orientiert sich der moderne Mensch mehr an sportlichen und technischen Aktivitäten; dies zeigt sich besonders an der hohen Mitgliederzahl im Turn- und Sportverein, aber auch am guten Zuspruch der Jugendfeuerwehr. Hierbei ist besonders die Jugendarbeit dieser beiden Vereine hervorzuheben.
Der Fußball hat über Jahre hinweg nichts an Attraktivität verloren. Geprägt wird der Sportsgeist durch Identifikation mit einer erfolgreichen Fußballmannschaft oder mit einem Fußballer/Sportler.
In meiner Zusammenstellung wurde bewußt auf die vielen Kegel-Clubs oder auch auf das Vereinsleben der Wanderer verzichtet. All denen, die mir bei dieser Zusammenstellung geholfen haben und die nicht namentlich erwähnt wurden, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich möchte aber diese begonnene Zusammenfassung der Vereine, Gruppen und Kreise in Zukunft weiterführen, und ich nehme jede weitere Anregung oder Information dankbar entgegen.