Jugenderinnerungen
von Emil Hilpüsch
Es wird im zweiten Lebensjahr gewesen sein, als ich mich erinnere, daß ich, in einem Kinderstuhl sitzend, meinen Blick vom unbefestigten Ackert (jetzt Bergstraße) auf die gepflasterte Kirchgasse bis zur Einmündung Lahnstraße (Lennesteg = Lindensteg) schweifen ließ. Der zweite Erinnerungspunkt betrifft die Kindergartenteilnahme in einem im Hallgarten abgestellten und umgebauten Personenzug-Waggon (Abb.1).
Mit dem Zeitpunkt der Schulaufnahme verdichtet sich auch das Erinnerungsvermögen. Der stärkste Eindruck wurde durch die politische Zeit geprägt. In dem noch ruhigen Ort hielt langsam die Judenverfolgung Einzug. Es waren zwei jüdische Familien, davon eine mit einem Gemischtwarengeschäft, die immer stärker den Belästigungen und Anfeindungen ausgesetzt waren. Aus dieser Zeit der enddreißiger Jahre sind mir zwei Vorkommnisse, die mein Vater erst später erzählte, in Erinnerung geblieben. In der sogenannten Kristallnacht hatte mein Vater die blinde alte Geschäftsfrau durch den damals noch offenen Ortsbach bis zum Ortsende vom Geschehen bachaufwärts geführt. Für diesen Tag war die Frau wohl vor den ortsfremden Nazis sicher, doch ihr Schicksal ereilte sie später in einem Konzentrationslager. Ein zweites Mal trat mein Vater in Erscheinung, als er zwei örtliche Persönlichkeiten, die eine andere politische Einstellung hatten, vor einem Schaulaufen bewahrte. Die beiden Personen sollten mit umgehängten Parole-Plakaten durch den Ort geführt werden. Mein Vater hatte durch seine berufliche Tätigkeit von diesem Vorhaben erfahren. Er hat auch später immer die Meinung vertreten, daß der damalige NS-Bürgermeister absichtlich das ihm zugeleitete Schreiben offen auf dem Schreibtisch liegen ließ, damit mein Vater davon Kenntnis nehmen und die anzuprangernden Dausenauer Bürger über den Zeitpunkt der Ortsvorführung warnen konnte.
Die Kindheit war auch noch durch andere Ereignisse geprägt. Wir Jungen sind oft auf der Ringmauer herumgestiegen und haben dabei neben dem halbverfallenen Alten Rathaus auch beide Türme, den Torturm und den Schiefen Turm, bis zu den Grundfesten im Innern erkundet. Unvergessen bleiben auch die Kindheitsspiele wie "Dilldopp", "Stelzenlaufen", "Klickerspielen", "Flitschenbogen-" (Flitzbogen) und "Spatzenschleuderschießen". Auch das Häuschenbauen im Wald war sehr beliebt. Die Mädchen vergnügten sich mehr mit Hickelhäuschen- und Seilspringen.
Im Sommer war es noch das Schwimmen in der damals sauberen Lahn und das Springen von den großen Lahnschiffen. Allen damaligen Jugendlichen besonders bekannt war die "Lahn 10" mit Kapitän Jahn. War das auch eine herrliche Sache, mit einem Bündel oder einem selbstgebauten Boot aus "Flutsen" (Schilf) auf der Lahn zu paddeln.
Aber auch die Winterzeit, nach meiner Meinung damals länger und ausgeprägter, hatte für uns Jugendliche viel Interessantes. Das Skifahren mit den "Bestmanns-Brettern" war im "Russegarte" (Rosengarten) in der unbebauten Landschaft noch ideal. Doch das herausragendste Ereignis war das Schlittenfahren. Welch Jugendlicher von einst hat nicht noch den Ruf im Ohr: "Bahnfrei, die Lenkbahn kommt!"? Es waren zwei Kastenschlitten, die mit einem 3 bis 4 Meter langen "Diel" (Holzbohle) mittels Schrauben verbunden waren und die für 6 bis 7 Personen Platz boten. Mit diesem Gefährt ging es in halsbrecherischer Fahrt den Hömberger Weg hinunter in die Langgasse bis zur Lahnstraße. Andere Fahrtstrecken waren der Ackert und die Kirchgasse herunter ebenfalls bis in die Lahnstraße. Selbst die Leimkaut mit Auslauf Lahnbrücke wurde genutzt. Ein Autoverkehr war so gut wie noch nicht vorhanden.
Überhaupt war unser Ort, der landwirtschaftlich geprägt war, noch nicht auf die Motorisierung eingestellt. Die Landwirtschaft wurde fast von allen Ortseinwohnern betrieben, und die sogenannten Feierabend-Bauern hielten Hühner, Kaninchen, Ziegen oder vielleicht eine Kuh. Zu den sogenannten Bauern wurden die gezählt, die mehrere Kühe, auch als Zugtiere, Ochsen oder vielleicht sogar Pferde besaßen.
In der Erntezeit war es noch üblich, das mit der Sense gemähte Getreide in der Scheune mit dem Dreschflegel zu dreschen. Als es im Ort zwei Dreschmaschinen-Besitzer, die Bauern Lanio und Reinhardt, gab, wurde die Ernte überwiegend dort angefahren.
Aber im Zeitablauf kommen wir immer mehr in die Kriegsjahre. Der Tag des Kriegsbeginns mit Rußland bleibt mir unvergessen, weil an diesem Tag vier oder fünf deutsche Jagdflugzeuge (Me 109) in niedriger Höhe das Lahntal aufwärts flogen.
Von nun an wurden die Familien in immer kürzeren Abständen von unseren Behördenvertretern unterrichtet, daß wieder ein Angehöriger im Krieg fürs "Vaterland" gefallen sei.
Aus der Schulzeit ist auch noch etwas zu berichten. Wir Kinder waren aufgerufen, Heilkräuter zu sammeln. Besonders in der Ferienzeit und an Wochenenden hatten wir alle möglichen Kräuter und Blüten zu sammeln und getrocknet abzuliefern. Wurde hierbei geschummelt oder vergessen, eine Sammlung vorzunehmen, war eine Bestrafung durch den Lehrer sicher. Ich persönlich war fast immer nach Ferienende dabei, wenn es wegen Sammelbeanstandungen oder sonstiger Jugendstreiche vom Lehrer als Strafe 4 Stockschläge auf die Handinnenfläche gab. Trotz dieser Züchtigungen behalte ich unseren Lehrer Michel als den besten Lehrer, den ich kennenlernte, in Erinnerung.
In Bezug auf Sammeln fällt mir auch ein, daß ich in der Adventszeit Gebäck und warme Stricksachen sammelte und diese Gegenstände dann von Frauen des Männergesangvereins an einstige Sänger und damalige Soldaten als Feldpostpäckchen an die Front geschickt wurden. Aber allmählich wurde auch die Heimat zur Front. Alliierte Bomberverbände dröhnten nachts über uns hinweg, um irgendwo in Deutschland ihre Bombenlast abzuwerfen.
Vielen Dausenauern bleibt die Nacht unvergessen, als ein einzelnes Flugzeug zu hören war, es dann plötzlich grellhell wurde, man Atemnot verspürte und dann ein ohrenbetäubender Explosionsschlag die Dunkelheit durchdrang. Was war geschehen? Eine vom Flugzeug abgeworfene Luftmine war etwa 50 Meter unterhalb des Herrenlay-Aussichtspunktes an der Felswand explodiert. Am anderen Morgen stellte sich der Schaden heraus. An vielen Häusern waren die Dächer abgedeckt, und fast überall waren durch die Druckwelle die Fensterscheiben zerborsten.
Bestimmt von diesem Zeitpunkt an wurden nachts bei Fliegeralarm die Luftschutzkeller öfter aufgesucht. In Dausenau wurden jetzt von der Heimat-Bevölkerung in der Lahnstraße, Kirchgasse, Langgasse und am Röderweg Luftschutzstollen gebaut.
Aber auch bei der Feldarbeit im freien Gelände waren Schutzmaßnahmen vor feindlichen Tieffliegern zu beachten. Von einem Tieffliegerangriff in Dausenau ist zu berichten. Ein deutscher Militärzug stand mehrere Tage auf dem Abstellgleis des Bahngeländes. An einem dieser Tage kamen plötzlich mehrere feindliche Tiefflieger (Lightning und Spitfire) und probten einen Scheinangriff auf den Militärzug. Ich persönlich war mit dem Fahrrad in Richtung Bad Ems unterwegs und konnte mich noch an der Mauer an der Einmündung des alten Volberter Weges in die Lahnstraße (genau gegenüber dem Sportplatz) in Deckung begeben. Aber erst am nächsten Tag erfolgte der eigentliche Bombenangriff auf den Zug. Noch heute denke ich jedesmal daran, daß genau an der Stelle, wo ich tags zuvor Deckung suchte, eine Bombe einen tiefen Krater riß.
Im Gedächtnis bleiben noch weitere Ereignisse. Den Bombenangriff auf unser Nachbarstädtchen Nassau habe ich in der Kirchgasse von unserem Haus aus beobachtet. Deutlich konnte ich sehen, wie aus den Flugzeugen der alliierten Bomberverbände die Bomben abgeworfen wurden und die todbringende Fracht auf Nassau niederging. Aber auch hören und sehen konnte man, wie im Montabaurer Wald die deutschen "V 1" und "V 2"-Raketen in Richtung England gestartet wurden. Auch diese Abschußstellen wurden wiederholt mit Bombenteppichen belegt. Noch heute kann ich mich an Bomben-Blindgänger zwischen den Kratern im Dausenauer Wald unterhalb Kemmenau-Welschneudorf erinnern.
Mit dem Näherrücken der Front wurde auch Dausenau von Geschützgranaten getroffen. Einschläge an der "Alten Eiche" forderten sogar Todesopfer. Es waren deutsche Soldaten, die auf unserem Friedhof beigesetzt wurden.
Der Krieg in unserer Gegend ging dem Ende zu, und drei Tage davor wurden alle Jungen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren mit ihren Eltern auf den Schulhof zusammengerufen. Hier wurde uns Jungen erklärt, daß wir uns am nächsten Morgen zum Volkssturm zwecks Verteidigung der Heimat melden müssen. Bei Nichtbefolgung wurde mit standrechtlichem Erschießen gedroht. Doch auf Drängen aller Eltern haben wir Jugendlichen uns noch am gleichen Tag im Wald versteckt. Der Unterschlupf war ein alter, bisher unbekannter Bergwerksstollen im Kloddersberg. Die erste Nacht haben wir ziemlich schlaflos verbracht, denn das Artillerie- und Maschinengewehrfeuer kam immer näher. Am nächsten Morgen schlichen wir uns an den Waldrand zur Kuhweide hin und haben von da aus beobachtet, wie unsere Lahnbrücke gesprengt wurde. Nach drei Detonationen lag unsere Eisen-Bogenbrücke auseinandergesprengt im Flußbett.
Am Nachmittag konnten wir von unserem Beobachtungspunkt sehen, wie ein langsam über uns fliegendes Feindflugzeug ein Artilleriefeuer lenkte. Das Angriffsziel war der Concordiaturm, der sicherlich den Deutschen als Beobachtungsstandort diente. Die meisten Granateinschüsse gingen am Repselskopf nieder und nur minimal wurde der Turm selbst getroffen.
Am nächsten Tag konnten wir von unserem Versteck aus sehen, wie die letzten Frontverteidiger sich in Richtung Nassau absetzten. Jetzt wußten wir, daß das Kriegsende bevorstand. Schon der nächste Tag sollte dies bestätigen. Auf dem Waldboden vor unserem Bergstollen liegend, beobachteten wir, wie amerikanische Panzer, von Nassau kommend, die Lahnstraße in Richtung Dausenau fuhren. Doch plötzlich stockte uns fast der Atem, denn etwa 10 bis 15 Meter unter uns kam ein Trupp amerikanischer Soldaten mit Gewehren im Anschlag, und ihr Ziel war ebenfalls Dausenau. Jetzt hatte ich erstmals im Leben leibhaftige farbige Soldaten gesehen. Welch ein Glück war es aber, daß die Soldaten uns nicht bemerkten, denn es hätte böse ausgehen können. Nun hieß es für uns, wann verlassen wir unser Versteck, und wie machen wir uns auf den Heimweg?
Schnell wurde mit einem Tuch und einem Stock eine weiße Fahne gebastelt. Nach kurzem Aufstieg auf das offene Feld (Kuhweide) sind wir, etwa 15 Jugendliche in Richtung Dausenau gezogen. Auf dem vorderen Röder war unser Weitergehen beendet, denn hier standen im Halbkreis ungefähr 10 amerikanische Soldaten und hielten ihre Gewehre auf uns gerichtet. Mit erhobenen Händen näherten wir uns, und es dauerte lange, bis eine englisch sprechende Dausenauer Einwohnerin (Frau Else Fürbeth) durch Schilderung des Sachverhaltes die Soldaten davon überzeugen konnte, daß wir keine Soldaten waren. Daraufhin konnten wir den Weg nach Hause fortsetzen. Ein Problem war nur noch das Hinüberklettern über unsere zerstörte Lahnbrücke. Auf der anderen Seite angekommen, erfuhren wir erstmals, was sich im Ort bei der Besetzung abgespielt hatte. Aus dem Kirchturm wehte eine weiße Fahne, und wiederum habe ich erfahren, daß mein Vater der Initiator davon war. Bemerken möchte ich, daß ich nicht aus familiärer Verbundenheit meinen Vater mehrmals erwähnte, es ist mir wahrheitsgetreu kein anderer Bürger mit ähnlicher Handlungsweise bekannt.
Unser Ort hatte durch die weiße Fahne zu erkennen gegeben, daß kein Verteidigungswille bestand, und so ist auch kein Schaden entstanden. Eine Ausnahme ist jedoch zu erwähnen. Als die amerikanischen Panzer den Ortsausgang in Richtung Bad Ems nahmen, hat plötzlich ein noch uneinsichtiger Dausenauer Alt-Nazi von oberhalb des alten Weinbergs (Auf der Brück) aus einem Gewehr auf einen Panzer geschossen. Unter Falscheinschätzung des Gewehrschützenstandortes wurde durch eine Panzergranate die Scheune des Landwirts Adolf Fischbach auf der anderen Lahnseite in Brand geschossen.
Nach diesem Eroberungstag waren wir ein Besatzungsvolk und mußten nun das Beste daraus machen. Zuerst hieß es zu sorgen, daß es etwas zum Essen gab. Welch ein Glücksfall war eingetreten, daß auf dem Bahn-Abstellgleis ein deutscher Militär-Proviantzug stand, der nicht mehr weiterfahren konnte. Die Dausenauer Bevölkerung war schnell dabei, aus den Waggons Säcke mit Zucker und Mehl sowie Kisten mit Käse nach Hause zu schaffen. Wiederum war es die Schwierigkeit, die Gegenstände über die zerstörte Brücke zu bringen. Diese erbeuteten Lebensmittel waren außer dem Eigenverbrauch auch wertvolle Tauschobjekte für andere lebenserhaltende Sachen.
Die ersten Wochen der Besatzungszeit waren besonders von Unruhe geprägt. Ehemalige Zwangsarbeiter (Polen, Russen, Tschechen u.a.) verbreiteten nun Angst und nahmen teilweise Rache an denen, die sie einst drangsalierten. Als gut konnte man es betrachten, daß wir eine amerikanische Besatzungsmacht hatten.
Schnell hatte sich zwischen der Dausenauer Jugend und jüngeren amerikanischen Soldaten ein sich Kennenlernen angebahnt. Im Tauschverfahren wurden Souvenirs aus der NS-Zeit gegen Schokolade und Zigaretten gewechselt. Auch wurde uns Jungen Bohnenkaffee angeboten, wenn wir Verbindungen knüpften zu Familien mit Töchtern.
All diese Zeit änderte sich schlagartig, als wir französische Besatzungszone wurden. Ein von den Franzosen ernannter deutscher Ortsbürgermeister (Herr Graef) hatte nun ständig deren Anordnungen zu befolgen. In der ersten Zeit waren die französischen Abgabe-Forderungen enorm. Es mußten Wohnungen freigemacht werden, Haustiere (Kühe, Schafe, Hühner usw.) und Lebensmittel abgeliefert werden. Auch Haushaltsgegenstände sowie Textilien (Bettwäsche usw.) gehörten zur Abgabe. Ein Zuwidersetzen der Forderungen war nicht möglich, zumal auch die befehlenden Besatzungskräfte ihre im Stiefel eingesteckten Reitpeitschen gerne bestimmungsfremd benutzten. Auch die Anordnung war zu befolgen, daß jede männlich besetzte Familie im Dausenauer Wald eine bestimmte Menge Holz zu fällen hatte, das dann nach Frankreich abtransportiert wurde.
Doch ganz allmählich normalisierte sich das Leben, und mit dem Wiedereinrichten von deutschen Verwaltungsstellen begann nun langsam der Wiederaufbau. Noch konnte man eine längere Zeit nur durch eine Seilzug-Fähre am Alten Rathaus mit Fahrzeugen und größeren Gegenständen auf die andere Lahnseite gelangen. Diese Verkehrsmöglichkeit kostete leider dem damaligen Fährmann (Jakob Zimmerschied) in Ausübung seiner Tätigkeit das Leben durch Ertrinken.
Mit verstärkter Anstrengung wurde nun der Bau einer neuen Lahnbrücke angestrebt. Ein besonderes Lob verdiente sich hierbei der Einheimische Christoph Erhorn, der es fertigbrachte, unter Einschaltung seiner ehemaligen Firma "MAN" den Brückenbau zu ermöglichen.
Im Jahre 1948 wurde die Währungsreform durchgeführt und mit ihr jedem Bürger erstmals ein Startgeld von 40 Deutsche Mark ausgezahlt. Das war jetzt der eigentliche Neubeginn in Westdeutschland, und von nun an wurde das Leben zunehmend angenehmer.
Die neugegründeten örtlichen Vereine (Gesang- und Sportverein) standen jetzt im Mittelpunkt des Dorfgeschehens. Der ganze Ort war damals versammelt, wenn wieder einmal ein Bürger aus russischer Gefangenschaft heimkehrte und mit Liedvorträgen des Männergesangvereins und Begrüßungsansprachen in der Heimat empfangen wurde.
Durch eigen inszenierte Theaterspiele hatten beide Vereine die örtliche Bevölkerung kulturell sehr unterhalten. Das Dausenauer Vereinsleben hatte zu dieser Zeit wohl seine beste Entwicklungsphase. Die Vereine hatten starken Mitgliederzuwachs, und die gesanglichen Leistungen und fußballerischen Erfolge gaben Dausenau einen guten Namen.
In diese Zeitspanne, es war 1948, fiel auch die Ausrichtung der 600-Jahrfeier der Dausenauer Stadtrechtsverleihung. Es war ein großes Ereignis, denn die gesamte Bevölkerung nahm regen Anteil an dem Festgeschehen. Der ganze Ort war mit Fahnen, Blumen und Girlanden geschmückt. Mit Fußgruppen und vielen Festwagen wurde, im Stile ehemaliger Landsknechtsart, ein Umzug durch Dausenau durchgeführt. Mit zwei weiteren Jungen war auch ich in entsprechender Kostümierung auf dem Festwagen des Bäckermeisters Christian Hafermann. Eine feierliche Proklamation und die Reden zu der 600-Jahrfeier fanden vor dem Alten Rathaus statt (Abb. 2 und evtl. 3).
Mit der Hoffnung, daß im Jahre1998 die 650-Jahrfeier genauso beeindruckend verläuft und daß die Dausenauer Bevölkerung ebenso einträchtig und heimatverbunden diese Festtage feiert, möchte ich meine Jugenderinnerungen abschließen.