Auswanderung und Auswanderer
von Gottfried Pahl

1 Einleitung

Während Deutschland in den letzten Jahrzehnten in einem nie gekannten Ausmaß das Ziel von Zuwanderern aus vielen Teilen der Erde wurde, war es im 18., vor allem im 19. und noch in diesem Jahrhundert ein Auswanderungsland. Zunächst erfaßte die Auswanderung im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur einzelne Landesteile unserer Heimat. In den 30er und verstärkt in der Mitte der 40er Jahre setzte eine regelrechte Massenbewegung nach Amerika ein, die sich in wellenförmigen Schüben bis zum 1. Weltkrieg erstreckte und noch einmal in den 20er Jahren aufflammte. Es gibt kaum eine Ortschaft in der näheren Umgebung, die nicht betroffen war. Im Extremfall wurden ganze Dörfer aufgegeben, so im Jahre 1853 Niederfischbach (bei Katzenelnbogen) und Sespenroth (bei Montabaur). Weniger bekannt ist, daß auch unsere Nachbargemeinde Hömberg im Jahre 1852 nach Amerika übersiedeln wollte. Der Plan scheiterte am fehlenden Geld. Diejenigen, die sich die Überfahrt leisten konnten, verließen aber zahlreich den Ort. Bürger von Winden bemühten sich im gleichen Jahr um finanzielle Mittel zur Auswanderung nach Ungarn. Diese Beispiele mögen genügen, um zu demonstrieren, daß die Auswanderung auch in unserer Heimat ein Massenphänomen war - auch die Gemeinde Dausenau war in ganz erheblichem Maße betroffen.

2 Zielsetzung

Das Auswanderungsgeschehen aus unserer nassauischen Heimat ist bereits in vielen Publikationen bearbeitet, speziell für das Herzogtum Nassau grundlegend durch W.H. STRUCK (1966)2. Es mangelt aber an gründlichen Untersuchungen auf lokaler Ebene. Der vorliegende Beitrag beschränkt sich im wesentlichen auf Dausenau und legt den Schwerpunkt der Betrachtung auf die Auswanderer selbst. Es wurde versucht, diese namentlich und möglichst vollständig zu erfassen, einschließlich der Kinder. Viele sind bereits völlig aus dem Bewußtsein der Bevölkerung verschwunden; selbst jene, die erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wegzogen, sind nur noch den Älteren bekannt. Die Erinnerungen der wenigen Zeitzeugen werden bereits unscharf und sind selten frei von Widersprüchen, höchste Zeit, Namen und Fakten zu dokumentieren, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Die Auflistung der Namen allein würde den heute Lebenden wenig aussagen. Namen wie Deusner, Elbert oder Krekel finden sich zu häufig in der Liste der Auswanderer, manchmal noch mit gleichem Vornamen. Zur eindeutigen Identifizierung gehören Geburts- und Heiratsdaten, zur Bestimmung des familiären Umfeldes die Namen der Eltern, ggf. der Geschwister oder Kinder. Wichtig sind die Berufsangaben, besonders im Hinblick auf die Ursachenforschung. Durch eine solche Dokumentation soll es dem Leser ermöglicht werden, längst dem Gedächtnis entrückte Auswanderer wieder zu "entdecken" und sich ihrer bewußt zu machen. Nach Möglichkeit wurde angegeben, wo der bzw. die Auswanderer oder die Eltern wohnten (Tab. 2). Mancher Dausenauer wird feststellen, daß er, ohne es zu wissen, im Haus eines Ausgewanderten lebt oder selbst ausgewanderte Vorfahren hat. Letztendlich will der Beitrag anregen, den Wegen der emigrierten Vorfahren in ihrer neuen Heimat nachzuspüren, um dort vielleicht neue Kontakte zu knüpfen, so wie sich gelegentlich die Nachfahren von Auswanderern zur Spurensuche nach Dausenau begeben.

3 Quellendiskussion

Die Namen, Daten und Fakten dieses Beitrages wurden mosaikartig zusammengetragen aus zahlreichen, überwiegend ungedruckten Quellen. Allen gemeinsam ist, daß sie sehr lückenhaft sind. So ergibt erst die Zusammenstellung aller Einzelnachweise ein einigermaßen gesichertes Bild. Besonders wichtig sind zwei Briefe Dausenauer Auswanderer von 1845 und von 1852. Sie sind daher inhaltlich vollständig als Anlage beigefügt (Anl. 1 und 2). Darin wird eine große Zahl Dausenauer Auswanderer erwähnt und über ihr Schicksal berichtet. Einzelne finden in beiden Briefen Erwähnung, so daß interessante Vergleiche nach 7 Jahren möglich sind. Andere sind nur einmal belegt und nicht näher zu bestimmen. In der Bürgerliste, einem 1823 angelegten Einwohnerverzeichnis wurden die Namen von 10 Personen entnommen, meist mit taggenauer Angabe der Auswanderung, aber nur mit der allgemeinen Zielangabe Amerika. In allen Fällen ist nur das Familienoberhaupt angegeben, bei Familien fehlen die Ehefrau und die Kinder. Sie mußten aus den Kirchenbüchern (Geburts- und Heiratsregister) eruiert werden. Wichtige Hinweise auf Auswanderer, wie generell für die Ergänzung persönlicher Daten, liefert die von Lehrer Karl DEUSNER erstellte Kartothek der Personennamen (Gemeindearchiv), basierend auf den Eintragungen in den Kirchenbüchern. Seine immense Fleißarbeit soll hier eine ausdrückliche Würdigung finden. Etliche Personeneinträge enthalten den Vermerk ausgewandert nach Amerika. Diese hat DEUSNER offensichtlich aus eigener Kenntnis ergänzt, sie finden sich nicht in den Kirchenbüchern. Eine Namensliste von Auswanderern aus dem Herzogtum Nassau für die Zeit von 1849 bis 1868 findet sich bei STRUCK (1966). Sie beruht auf der Auswertung des "Herzoglich-nassauischen Intelligenzblattes", dem amtlichen Mitteilungsblatt der Regierung, in dem die Auswanderungsabsicht rechtzeitig 2 bis 3 mal angezeigt werden mußte, um Gläubigern die Möglichkeit zur Eintreibung ihrer finanziellen Ansprüche zu sichern. Zusätzlich konnte man die beabsichtigte Auswanderung im jeweiligen Amtsblatt nachlesen, womit die Masse der Bevölkerung eher erreicht wurde. STRUCK weist aber lediglich 2 Einzelpersonen und 2 Familien aus Dausenau nach. Tatsächlich wanderten wenigstens 13 Familien oder Ledige in dieser Zeit aus (s. Tab. 1).

Beim Sichten der einschlägigen Akten über Entlassungen aus dem Herzogtum Nassau bzw. dem Regierungsbezirk Wiesbaden im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Abt. 235, 407, 417) fanden sich zwar nur Schriftstücke über wenige Dausenauer Familien, sie belegen aber gut die formale Prozedur und die bürokratischen Hindernisse, denen sich die Auswanderungswilligen bei legaler Auswanderung stellen mußten. Dazu muß man wissen, daß in der Zeit des Herzogtums Nassau keineswegs Freizügigkeit bestand, die Bürger waren Untertanen des Landesherren. Wer das Herzogtum verlassen wollte, sei es nur in die benachbarten preußischen Gebiete, mußte die Entlassung aus dem Untertanenverband beantragen und begründen. Erhalten sind die Anträge an die Landesregierung in Wiesbaden von Joh. Heinrich KRAFT und Jacob DEUSNER und zum Teil von Joh. Heinrich KREKEL. Zu dem Begehren des Antragstellers mußte die Ortsgemeinde Dausenau über das Amt Nassau in einem 17 Punkte umfassenden Formular Stellung nehmen und etwaige Gründe benennen, die der Entlassung entgegenstanden. Hier ist in erster Linie an Schulden und unversorgte Angehörige zu denken. Die Politik der Landesregierung wandelte sich in den 40er Jahren von einer eher ablehnenden Grundhaltung, den Antragstellern wurde Faulheit und Mangel an Patriotismus nachgesagt, zu einer wohlwollenden Tolerierung bis Unterstützung, als man die Nöte der Landbevölkerung realistischer einzuschätzen lernte. Auch in preußischer Zeit mußten Auswanderungswillige noch die Entlassung beantragen, es entfiel aber 1868 die öffentliche Anzeige.

Die Tatsache, daß man in den Auswandereranzeigen von 1849 bis 1868 und in dem Aktenbestand über Entlassungen so wenige Dausenauer findet, hat seine Gründe. Vielleicht hat die meisten nur der bürokratische Aufwand und daraus resultierende Verzögerungen abgeschreckt. Einzelne mögen Schulden oder der anstehende Wehrdienst zur unbürokratischen "lautlosen" Abwanderung bewogen haben. Eine "weiße Weste" wird man jedenfalls denjenigen attestieren können, die sich der förmlichen Prozedur unterzogen; sie hatten nichts zu verbergen. Umgekehrt hatte nicht jede illegale Abwanderung unlautere Hintergründe, sie war aber der einfachste und bequemste Weg. Da sie kaum Spuren in Form von Akten hinterließ - die rechtliche Verfolgung erwies sich nach erfolgter Auswanderung als zwecklos - ist ihre lückenlose Erfassung besonders schwierig.

Die Auswanderer der Jahre 1882 und 1883 hat der ehemalige Bürgermeister Heinrich FISCHBACH (*1850, †1910) in einem tagebuchartigen Manuskript festgehalten, die emigrierten Müller weist das Manuskript von Theodor MAXEINER nach. Nur wenige verwertbare Angaben liefern die Einwohnermelderegister. Sie sind für die Jahre von 1903 bis 1919 und ab 1930 erhalten und registrieren auch nicht alle Ortswechsel. Sie fehlen leider für die 80er Jahre des 19. und die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, in denen eine besonders lebhafte Wanderung stattfand. Sehr lückenhaft sind auch die Angaben in der Schulchronik. Sie benennt lediglich für einige Jahre rein zahlenmäßig ohne Namensangabe die durch Auswanderung verlorenen Schüler.

Die Angaben zu den früheren Wohn- und Besitzverhältnissen entstammen überwiegend dem Ortskataster von Dausenau, einer äußerst verdienstvollen Zusammenstellung der innerörtlichen Eigentumsverhältnisse von Kurt BRUCHHÄUSER. In einigen Fällen brachte die Auswertung der publizierten Schiffslisten trotz Unvollständigkeit und vieler Fehler zusätzliche Informationen über die Familien und über Reiseweg und -ziel.

Für das 20. Jahrhundert, teilweise auch für die frühere Zeit, sind mündliche Auskünfte von älteren Mitbürgern, von Nachbarn oder Nachfahren von Auswanderern eine sehr wichtige Quelle, in manchen Fällen die einzige. Durch Befragung konnten so viele Daten und Fakten zusammengetragen werden, die an keiner Stelle schriftlich fixiert sind. Allen, die bereitwillig Auskünfte erteilten, Hinweise gaben oder in sonstiger Weise das Zustandekommen dieses Beitrages unterstützt haben, gilt mein herzlicher Dank.

4 Chronologie der Auswanderung

Der erste gesicherte Beleg für ehemalige Dausenauer in Amerika geht zurück in das Jahr 1844. In diesem Jahr lebte dort bereits mehr als ein Dutzend Erwachsener (s. Tab. 1). In keinem späteren Jahr wanderte eine so große Zahl Dausenauer aus. Einige könnten vielleicht schon 1843 oder 1842 weggezogen sein, aber kaum früher. Dies deckt sich mit den Erkenntnissen aus den wenigen Gemeinden unserer Region, die sich des Themas Auswanderung bereits angenommen haben. Folgende Erstbelege für das 19. Jh. wurden ermittelt: 1845 Arzbach, Eitelborn, Kadenbach und Niederelbert, 1844 Hillscheid, 1843 Neuhäusel. Im Kannenbäckerland erfaßte die Auswanderung die meisten Gemeinden zu Beginn der 50er Jahre; in Wirges setzte sie bereits 1815 ein.

Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, daß auch schon in früherer Zeit Dausenauer ihre Heimat verließen. Neben Amerika ist an die in unserem Raum bisher kaum beachtete Auswanderung nach Südosteuropa im 18. Jh. zu denken. Weiterhin bleibt zu überprüfen, ob Dausenauer in den Jahren von 1803 bis 1819 an der Übersiedlung nach Rußland beteiligt waren, als hauptsächlich Winzer von der Lahn nach Osten zogen.

Zwischen 1846 und 1855 sowie 1865 bis 1868 verließen fast jedes Jahr Dausenauer ihren Heimatort, 1846 eine elfköpfige Familie. Zwischenzeitlich fehlen Belege für eine Dekade. Der Vergleich mit dem Herzogtum insgesamt zeigt eine Übereinstimmung in der Wanderungsstatistik. Auch im gesamten Herzogtum Nassau geht die Auswandererrate nach 1854 sehr deutlich zurück. Von 1869 bis 1881 scheint es in unserer Gemeinde keine Abgänge gegeben zu haben, es ist der längste Abschnitt ohne wanderungsbedingte Bevölkerungsverluste. 1882 änderte sich das Geschehen schlagartig. 1882/83 verließen einschließlich der Kinder wenigstens 26 Dausenauer ihre Heimat in Richtung Amerika. Im Nassauer Land und im gesamten Deutschen Reich waren die frühen 80er Jahre eine Hochphase der Auswanderung. Allein im Jahre 1882 zogen über 250.000 Deutsche nach Amerika, es war das Jahr mit der höchsten Einwanderungsquote aus Deutschland.

In der Dekade vor und nach der Jahrhundertwende kehrten nur wenige der Heimat den Rücken; auch in dieser Zeit verlief das Geschehen in Dausenau analog zu der allgemeinen Entwicklung. Nach dem 1. Weltkrieg, besonders in den zwanziger Jahren, kam es erneut zu einer deutlichen Belebung der Auswanderung. Bemerkenswert ist, daß in dieser Zeit vor allem junge, noch unverheiratete Menschen Dausenau verließen, während es im 19. Jahrhundert meist Familien waren.

Ein Sonderfall ist die jüdische Emigration in der Zeit des Nationalsozialismus, die auch in Dausenau zum Erlöschen der jüdischen Familien geführt hat. Immerhin hat die rechtzeitige Emigration der Familien Stein und Sundheimer fast allen das Leben gerettet.

Die ermittelte Gesamtzahl der Auswanderer bis zum 2. Weltkrieg beläuft sich auf 77 Erwachsene und annähernd die gleiche Zahl an Kindern. Bei einigen blieb der Familienstand ungeklärt; sie wurden nur als Einzelperson erfaßt, weshalb besonders die Zahl der Kinder faktisch höher sein müßte. Hinzu kommt eine schwer abzuschätzende Dunkelziffer an gänzlich unbekannten Auswanderern. Nach vorsichtiger Schätzung scheint eine tatsächliche Anzahl von 160 bis 180 Personen über einen Zeitraum von annähernd 100 Jahren realistisch, in welchem die Bevölkerung von Dausenau von etwa 700 auf ca. 800 angestiegen ist.

Die Gesamtzahl der Abgänge ist bemerkenswert hoch, selbst wenn man einschränkt, daß viele Personen aus der Namensliste der Auswanderer nicht selbst aus Dausenau stammen, aber z.B. durch Einheiraten mehr oder weniger Fuß faßten. Andere gingen nicht unmittelbar von Dausenau aus ins Ausland, sondern hatten noch einen Zwischenaufenthalt, teils über mehrere Jahre, dies war hauptsächlich bei den jüdischen Familien Stein und Sundheimer der Fall. Da sie aber eingesessenen Dausenauer Familien entstammen, mußten auch sie Berücksichtigung finden.

Schließlich ist zu bedenken, daß es in Einzelfällen zur Rückwanderung kam (Jakob Brand, Krause, Luß).

5 Auswanderungswellen und ihre Ursachen

Was waren die Ursachen dieser massiven Wanderungsbewegungen, warum verließen die Menschen so zahlreich in regelrechten Schüben oder Wellen ihre Heimat, in der Regel für immer, ohne ein Wiedersehen? Warum begaben sie sich in der Fremde in eine völlig ungewisse Zukunft? Die Ursachen sind sehr vielschichtig, und nicht jeder hatte die gleichen Motive. Auch hat sich das Ursachenspektrum im Laufe der Zeit gewandelt, in dem Maße wie die Agrargesellschaft von der Industriegesellschaft abgelöst wurde. Sicher ist, sieht man von Ausnahmen ab, daß weder Abenteuerlust noch die politischen Verhältnisse die entscheidende Antriebskraft waren, auch wenn mancher vom Ausgang der Revolution 1848/49 bitter enttäuscht war, da die erhofften Freiheitsrechte ausblieben. Einzelne mag es nach Übersee verschlagen haben, um sich dem Militärdienst oder einer schwerwiegenden Schuldenlast zu entziehen. Ausschlaggebend waren für die meisten die sehr bedrückenden sozialen und ökonomischen Verhältnisse. Es herrschte eine breite Verarmung in der Bevölkerung, die einherging mit fehlenden Zukunftsperspektiven, mit Resignation und Hoffnungslosigkeit. Landwirtschaft, Weinbau und Waldbau waren die tragenden Säulen der Wirtschaft. Dies spiegelt sich auch in der Berufsangabe der Auswanderer. Die meisten bezeichneten sich als Landmann, Ackermann oder Bauer. Auf sie wirkte sich die traditionelle Erbsitte der Realteilung fatal aus. Im Erbfall wurden und werden noch heute in der Regel die Grundstücke auf die Kinder aufgeteilt, wodurch der Besitz des einzelnen über die Generationen immer kleiner und zersplitterter wurde. In Zeiten rascher Bevölkerungszunahme verstärkte sich der Prozeß. So ist die Bevölkerung von Dausenau von 501 Personen im Jahr 1819 auf 693 in 1839 gewachsen, d. h. um 38%. Die Kleinstparzellen reichten für die Ernährung nicht mehr aus. Kunstdünger war noch weitgehend unbekannt. Selbst wer diese Errungenschaft kannte, konnte sie sich kaum leisten. Die natürliche Ungunst der steilen Talhänge wirkte erschwerend. An eine wirksame Arbeitserleichterung durch Maschinisierung war noch nicht zu denken. Zudem behinderten Flurzwang und ungenügende Wegeverhältnisse die Bewirtschaftung der Felder. Erst die Konsolidation 1911/13 brachte in unserer Gemeinde eine spürbare Verbesserung durch Flurbereinigung und den Ausbau des Wegenetzes. Letztlich gaben Mißernten bis hin zu Totalausfällen, sei es durch ungünstige Witterungseinflüsse oder Schädlingsplagen hervorgerufen, den Anstoß zur Landflucht und Auswanderung. Derartige Erfahrungen werden auch dem Antrag des Jacob Deusner zugrunde gelegen haben:

  • An

    Herzogliches Amt zu Nassau

    gehorsamste Bitte des Philipp Jacob Deusner

    zu Dausenau

    um Entlassung aus dem diesseitigen Untertanenverbande und Gestattung der Auswanderung nach Amerika betreffend

    meine Verhältnisse waren in früheren Jahren in denen ich als Landmann verlebte sehr günstig. Da diese sich aber seit einigen Jahren und namentlich in folge der äußerst schlechten Obst- und Fruchtjahre ganz anders gestalteten und ich in meinem Vermögensverhältnis bedeutend zurückgesetzt worden bin, welches mir auch größtenteils Veranlassung zur Veräusserung meines Vermögens gegeben hat, so habe ich mich entschlossen nach Amerika auszuwandern, in dem ich gedenke dort als Landmann ... besser als hier auskommen zu können, und bitte mir zu meinem Vorhaben die Erlaubnis gefälligst erteilen zu wollen.

    Dausenau, d. 3ten März 1847

    Jacob Deusner

  • In dieser Situation wirkten Briefe von Auswanderern, in denen die neue Heimat gepriesen wurde, wie Magneten auf die noch unentschlossen Zurückgebliebenen. Die ehemaligen Dausenauer Heinrich Brand und Philipp Deusner zeichneten ihren Verwandten, Nachbarn und Freunden ein verlockendes Bild der neuen Heimat. Für beide hat sich das Abenteuer Amerika offensichtlich ausgezahlt. Deusner fordert ganz offen zur Nachahmung auf: Der Vater soll sein Bett verkaufen ... Der Schreiner ... soll auch kommen ... mein Schwager Stricker sollte hier sein.

    Das Auswanderungsfieber brachte einen neuen Berufsstand hervor: Die Auswanderungsagenten, die sich den Boom nach Übersee zunutze machten. Sie organisierten die Transporte und waren natürlich an einer wachsenden Auswanderung interessiert. Mit übertriebenen Versprechungen waren sie deshalb schnell bei der Hand. Die Agenten offerierten ihre Dienste in den Amtsblättern (Abb. 1). Die nächsten Agenturen gab es in Bad Ems (Isaak Blum; G.H. Goedecke; E. Goldschmidt u.a.) und in Nassau (Friedrich Krämer). Nicht alle waren seriös, viele ihrer Versprechen erwiesen sich als haltlos.

    Manchem betrügerischen Agenten wurde die Konzession entzogen. Für potentielle Auswanderer gab es schon in der 40er Jahren diverse Ratgeberbücher, die detailliert über Häfen, Reiserouten, Währungen bis hin zu den Städten und Landschaften der neuen Welt informierten. Sie erfreuten sich reger Nachfrage, wie etwa Traugott Bromme's Hand- und Reisebuch für Auswanderer und Reisende nach Nord-, Mittel- und Süd-Amerika. Es erschien erstmals 1840 und war 1853 bereits in der 7. Auflage mit über 700 Seiten auf dem Markt. Nicht nur für die noch Zögernden und die Ängstlichen waren diese Ratgeber eine wichtige Orientierung und Hilfe bei ihren Auswanderungsplänen.

    Die genannten Gründe genügen aber nicht, um den wellenförmigen Verlauf der Auswanderungen zu erklären. Es wirkten phasenweise Faktoren verstärkend oder hemmend. Sie sollen nur stichwortartig dargelegt werden. Der deutliche Rückgang der 70er Jahre ging einher mit einer nationalen Begeisterungswelle im Gefolge der Reichsgründung, sie überdeckte für viele Jahre das Weiterbestehen der Nöte auf dem Lande, und zunehmend auch in den Städten. Dämpfend wirkte die wirtschaftliche Depression der 70er Jahre in den USA, die aus den Briefen der Auswanderer der hiesigen Bevölkerung nicht unverborgen blieb. Die frühen 80er Jahre bewirkten im ganzen Reich eine Ernüchterung über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Amerika hatte gleichzeitig seine ökonomische Talfahrt beendet. Die logische Folge war das Anschnellen der Auswanderung auf den absoluten Höhepunkt im Jahre 1882. Ursächlich für den nachfolgenden Rückgang der Auswanderung waren u.a. die Bismarcksche Sozialgesetzgebung, die mit der Einführung von Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung eine spürbare Verbesserung insbesondere für die zunehmende Zahl der Industriearbeiter in Aussicht stellte. Parallel dazu griffen erstmals gesetzliche Einwanderungsbeschränkungen in den USA. Die 90er Jahre standen in den USA im Zeichen einer wirtschaftlichen Talfahrt. In Deutschland hatten "steigender Reallohn und wachsender Bedarf an industriellen Arbeitskräften ... die Auswanderung endlich unnötig gemacht". In absoluter Übereinstimmung mit der allgemeinen Entwicklung bricht auch in Dausenau nach der Hochphase 82/83 die Auswanderung nach Amerika für rund 25 Jahre völlig ab. Jetzt setzt aber eine gewisse Abwanderung in das europäische Ausland ein. Die letzte Auswanderungswelle der Nachkriegsjahre und der 20er Jahre steht in eindeutigem Zusammenhang mit der Rheinlandbesetzung, der Inflation und der dramatischen Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Auswanderung der jüdischen Bevölkerung seit Ende der 20er Jahre hatte bekanntermaßen andere Ursachen: den zunehmenden Antisemitismus und die nationalsozialistische Machtergreifung.

    Interessant ist ein Blick auf die freilich unvollständigen Berufsangaben der Auswanderer. Die meisten bezeichneten sich als Ackermann, Landmann oder Bauer; sie waren die Hauptleidtragenden der unzureichenden Bedingungen auf dem Land, wie sie oben umrissen wurden. Die Auswanderung der Müller J.H. Blum und G.W. Linkenbach wird vor dem Hintergrund verständlich, daß das Mühlengewerbe in Dausenau überbesetzt war; gleiches galt für die Bäcker. Der Küfer J.W. Krekel war indirekt Leidtragender der Reblausplage, die zum Niedergang des Weinbaus an der Lahn führte. Das breite Spektrum der vertretenen Berufe spricht aber für insgesamt sehr problematische Wirtschaftsverhältnisse.

    Mit Hilfe des Ortskatasters ist es möglich, die Herkunft vieler Auswanderer zu bestimmen, sofern sie selbst oder die Eltern als Hausbesitzer registriert sind. Es wird davon ausgegangen, daß im Regelfall die Besitzer der Häuser auch dort wohnten. In Tab. 2 sind die Auswanderer nach Straßen und Hausnummern geordnet, so läßt sich leicht jedes Haus nach Auswanderern überprüfen.

    6 In der neuen Heimat

    Von vielen Dausenauern wissen wir nicht genau, wohin sie gezogen sind. Die eingesehenen Unterlagen geben in der Regel nur Amerika als Ziel an, womit die USA gemeint waren. Bekanntlich haben sich viele erst nach ihrer Ankunft für den weiteren Weg entschieden. Soweit wir wissen, gingen alle Auswanderer des 19. Jahrhunderts in die USA; aus dem Herzogtum Nassau lag der Anteil der Amerikaauswanderer bei 83%. Die Geschwister Kreußler waren anscheinend die ersten, die nicht in die USA gingen, sondern nach England, Australien und Frankreich (zwischen 1895 und 1905).

    Andere Zielländer sind die Niederlande (die Schwestern Kraft) und Argentinien (Willi Luß). Es überrascht, daß die innereuropäische Wanderung aus dem ländlichen Dausenau vornehmlich in die Metropolen London, Paris und Amsterdam ging.

    Die Zielrichtung der Amerikaauswanderer hatte zwei eindeutige regionale Schwerpunkte, es sind der Raum New Orleans und das Gebiet um die Stadt Evansville. In und um die Hafenstadt und Großstadt New Orleans (Louisiana), die nach New York der zweitwichtigste Einwandererhafen war, siedelten um die Mitte des Jahrhunderts wenigstens 9 Dausenauer Familien bzw. Einzelpersonen, in Evansville am Ohio (Indiana), mindestens 6.

    Sucht man nach den Gründen, warum die Dausenauer diese beiden Regionen bevorzugten, mag ein Blick in einen der zahlreichen Auswandererführer jener Zeit hilfreich sein: Evansville, an der großen nördlichen Krümmung des Ohio, ... mit ... bedeutenden Manufakturen und 3000 Einw... Die Gegend von Evansville, ... ist nicht ausgezeichnet fruchtbar, der Boden kann aber hier durch Fleiß und Kenntniß des Ackerbaues sehr einträglich gemacht werden. ... ist derselbe größthenteils von Deutschen angesiedelt, deren Güter sich hier, wie überall im Westen, durch bessern Fruchtstand, durch gut bearbeitete und von Unkraut freihe Felder, durch gute Wohn- und Wirthschaftsgebäude auszeichnen. ... Der Weinstock ziert ihre Gärten und die Trauben finden stets einen guten Absatz in Evansville. Die Nähe dieses Städtchens gewährt den Ansiedlern den Vortheil eines täglichen Absatzes für alle ihre Produkte auf dem dortigen Markte; auch wird derselbe fast ausschließlich von Deutschen besucht. Die Niederlassung derselben breitet sich immer mehr aus; die Amerikaner verschwinden sogar allmählich ... Evansville gewinnt immer mehr an Ausdehnung ... so wird die Stadt zu einer der bedeutendsten in Indiana werden. ... Die Produkte von Illinois, Indiana und Kentucky können dort zu jeder Zeit nach New Orleans und stromaufwärts geführt werden ... Der Handel ist nicht unbedeutend, ... alsdann findet sich die sichere Aussicht eines raschen Anwachses der Stadt und des steigenden Reichthums. Deutschen Handwerkern, Ärzten und Lehrern steht hier eine schöne Zukunft offen, ... Schon jetzt enthält Evansville ein Drittel seiner Einwohner in Deutschen; ...

    Vor diesem Hintergrund erscheint die Vorliebe für den Raum Evansville verständlich. Ganz anders ist dagegen die Bewertung von New Orleans in dem gleichen Führer:

    Die Zahl der Einwohner, die sich größtentheils vom Handel nähren, beläuft sich gegenwärtig auf 160,000, unter ihnen viele Deutsche, man zählt auf 20,000, ..., und unter allen Städten der Union herrscht hier das größte Sittenverderbniß und der verderblichste Luxus. Die Stadt liegt höchst ungesund, wird alle Jahr vom gelben Fieber heimgesucht und leidet Mangel an gutem Trinkwasser. Tatsächlich war New Orleans eine der schmutzigsten und ungesundesten Städte Amerikas.

    Trotz der sehr negativen Bewertung ließen sich hier die meisten Dausenauer nieder. Scheuten sie einfach die erschwerliche und teure Weiterreise ins Landesinnere auf dem Landweg bzw. über den Missisippi? Wichtiger war u.E. für viele die soziale Sicherheit und die persönlichen Bindungen, die sie dort erhofften, wo sich bereits Bekannte und Verwandte niedergelassen hatten. Es waren die ersten Ansiedlungen Dausenauer Auswanderer aus der Zeit um 1844, die zu Sammelstellen der nachfolgenden wurden; die Briefe der Auswanderer sind beredte Zeugnisse dieser Entwicklung.

    Unerwartet ist zwar die Erkenntnis, daß offensichtlich keine Dausenauer den Weg nach Texas nahmen, obwohl es durch den Mainzer Adelsverein (Texasverein) mit staatlicher Unterstützung eine gezielte Bewegung nach Texas gab. So erfolgte z.B. die Auswanderung aus den Gemeinden der Augst fast ausschließlich nach Texas.

    Aber auch dies dürfte obige These stützen: die in Aussicht gestellten Privilegien bei der Auswanderung nach Texas waren weniger attraktiv als die Anziehung von den bereits bestehenden Ansiedlungen ehemaliger Dausenauer in und um New Orleans und Evansville. Weitere Zielorte waren Boston (Mass.), New Jersey, Chicago, Casey (Iowa) und Mascoutah bzw. Nashville in Illinois.

    7 Verzeichnis der Auswanderer aus Dausenau

    Berücksichtigt sind in der Zusammenstellung die Emigranten, die bis zum zweiten Weltkrieg ihre Heimat verließen. Die Auswanderer des Jahres 1849 ließen sich nicht nachweisen. In der Schulchronik ist aber 1 Abgang durch Auswanderung notiert. Bei ausgewanderten Familien erhalten nur die Eltern eine eigene Eintragung mit fortlaufender Numerierung, nicht die einzelnen Kinder. Auch großjährige Kinder sind unter dem Namen der Eltern verzeichnet (z.B. bei der Familie Otto), es sei denn, sie wanderten getrennt von den Eltern aus (z.B. Familie Blum). Der Geburtsort wurde nur angegeben, wenn die Person nicht in Dausenau geboren wurde; bei fehlender Ortsangabe ist vom Geburtsort Dausenau auszugehen; im Einzelfällen ist er unbekannt.

    Der Verfasser ist für Hinweise auf weitere Personen dankbar, auch für mündliche Aussagen oder schriftliche Belege, die das hier gezeichnete Bild präzisieren und konkretisieren könnten, z.B. Auswandererbriefe.

    Ackermann, Georg Wilhelm: 1

    *17.1.1902, †1966 in Hoboken, New Jersey; ledig, ausgewandert 1927 in die Nähe von New York. Eltern: Der Maurer Karl Emil Ackermann und seine Ehefrau Karoline Antonie, geb. Dreiling aus Schönborn. Geschwister: Karl und Wilhelmine, gen. Minchen; Minchen war die Mutter von Walter und Erwin Hennemann. Die Familie Ackermann wohnte in der Langgasse 45, unterhalb der Bäckerei Ochtinger. Georg, gen. Schorsch, der in Lahnstein in der Feldmühle beschäftigt war, hoffte in den USA bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen vorzufinden. Davon hatte ihn eine gute Bekannte namens Rosa überzeugt. In der neuen Heimat hat Schorsch erneut Arbeit in einer Papierfabrik gefunden. 1929 hat er Dausenau noch einmal besucht. Nach dem Krieg verschickte er Pakete an die Verwandten in Dausenau. Schorsch heiratete in Amerika die fast 20 Jahre jüngere Dorothy; 3 Kinder gingen aus der Ehe hervor: Nancy *ca.1944, George *ca. 1946, Robert (Bobby) *ca. 1955 und 5 Enkel. Kontakte bestehen auch heute noch mit seinen Nachfahren.

    Bernhard, Agnes, geb. Schaller (?) 2

    geb. in Höhr; Ehefrau von Karl Bernhard

    Bernhard, Karl Philipp: 3

    *7.5.1887, zog ca. 1919 mit Ehefrau Agnes und Tochter Anne Marie nach Nordamerika. 4. Kind der Eheleute Kaspar und Anne Marie Bernhard, geb. Ochtinger, die in der Kirchgasse 18 wohnten (heute: Jürgen Abramowski). Er ist ein Bruder der Mutter von Willi Luß, der für rund 10 Jahre nach Argentinien übersiedelte. Der Musiker Karl Bernhard wohnte mit seiner Ehefrau Agnes zeitweise in Dausenau und in Höhr. Laut Melderegister ist er am 1.5.1916 von Höhr nach Dausenau gezogen. In Amerika, wo die Familie zunächst im Norden (Kanada?) wohnte und dann in den Süden der USA übersiedelte, wurde als 2. Kind Sohn Charly geboren. Tochter Anne Marie lebt heute in der Nähe von Washington.

    Beyer, ?: 4

    hielt sich 1844 im Raum New Orleans auf (Brief DEUSNER). Es ist nicht sicher, ob Beyer aus Dausenau stammte. U.U. handelte es sich um Carl Beyer aus Bad Ems, der von Amts wegen gesucht wurde. Jedenfalls hielt sich Beyer 1844/45 im Raum New Orleans auf.

    Blum, Marie Philippine, geb. Otto: 5

    *2.1.1834; Ehefrau von Georg Wilhelm Blum. Tochter von August Otto und Ehefrau Amalie, geb. Egert

    Blum, Georg Wilhelm: 6

    *20.10.1844; er verließ Dausenau am 25.9.1882 mit seiner Frau Marie Philippine (¥ Oktober 1875) und Sohn Heinrich Friedrich Wilhelm *13.10.1878, um nach Amerika auszuwandern. Sie gingen gemeinsam mit den Familien von Philipp Schütz und Philipp Poths. Berufsangabe: Bahnwärter. Er ist eines von 5 Kindern des Müllers Johann Heinrich Blum aus der ersten Ehe mit Karoline Katharina Krekel. Der Vater wanderte selbst ein Jahr später aus.

    Blum, Johann Heinrich: 7

    *25.9.1808; er wanderte 1883 (fast 75jährig) mit seiner 2. Ehefrau Johanette Catharina (¥14.10.1849) und einem "schwachsinnigen Sohn" nach Amerika aus, wo bereits sein Sohn Georg Wilhelm aus der ersten Ehe lebte. Er hatte 5 Kinder aus erster und 7 Kinder aus zweiter Ehe; die meisten starben im Kindesalter. Johann Heinrich Blum war das 2. von 9 Kindern des Johann Jacob Blum und seiner Ehefrau Maria Catharina, geb. Zimmerschied. Er war der letzte Müller aus der alten Müllersfamilie Blum auf der "Schmeltz", der neuen Blumenmühle (Minorsmühle). 1866 ging er in Konkurs, und die Mühle wurde zwangsversteigert (neuer Besitzer wurde der Müller Johann Heinrich Minor aus Scheuern). J.H. Blum lebte danach nur noch von der Landwirtschaft.

    Blum, Johannete Catharina, geb. Herdling (Hertling): 8

    (Blum, Henrietta Catharina)

    *10.10.1825 in Niederfischbach; zweite Ehefrau von Johann Heinrich Blum. Sie heirateten am 14.10.1849, im Todesjahr der ersten Ehefrau. J. C. Blum ist die Tochter von Wilhelm Anton Herdling und Ehefrau Elisabeth, geb. Wüll.

    Brand I, Heinrich: 9

    (Brant, Heinrich)

    *zwischen 1825 und 1830; ledig, ausgewandert 1852 mit Wilhelm Zöller nach Evansville, Indiana. Er könnte ein Sohn sein von Johann Karl Brand und seiner ersten Ehefrau Marie Karoline, geb. Schmidt (¥1824). Brands Anwesen, ein zweistöckiges Wohnhaus, in der Lahnstraße 19 (heute: Albert Brand) stand am 25.9.1851 in Nassau zur öffentlichen Versteigerung an (Abb.2). Im Laufe des Jahres 1852 verließ er Dausenau. Vom 19.12.1852 datiert sein erster und einzig bekannter Brief aus Evansville. Brand erwähnt darin namentlich weitere Auswanderer (z.B. Deusner, Krekel, Linkenbach, Zöller) und berichtet über deren Schicksal in der neuen Welt. Sie fuhren mit dem Schiff von Koblenz nach Köln, dann mit der Bahn nach Antwerpen, weiter mit dem Schiff nach Hull und schließlich mit der Bahn nach Liverpool. Die Überfahrt mit einem Segelschiff nach New Orleans dauerte 44 Tage. Heinrich Brant fand sofort nach seiner Ankunft Arbeit in einer Schmiede.

    Brand, Jakob Johann: 10

    *15.7.1825, †16.8.1919; ledig, ausgewandert nach Amerika ca. 1850. Sohn von Karl Johann Brand und seiner Ehefrau Marie Karoline, geb. Schmidt. Jakob Brand kehrte um 1863 nach Dausenau zurück, wo er sich von dem in Amerika verdienten Geld 1864 das ehemalige Pfarrhaus kaufte (Langgasse 10, heute: Eheleute Muri). Es war im November 1863 abgebrannt und wurde von Jakob Brand neu errichtet. Er heiratete am 29.1.1865 39jährig die 20 Jahre jüngere Maria Karoline Schneider (*15.8.1845, †6.10.1921). Sie hatten 3 Söhne und eine Tochter. Die Tochter war die Mutter u.a. von Karl Pfaff und Johanna May. Der Landmann Jakob Brand ist, soweit bekannt, der erste Dausenauer Auswanderer nach Übersee, der in seine Heimat zurückkehrte.

    Brand, Marie Karoline: 11

    *23.3.1812; ledig, ausgewandert nach Amerika vor 1845. Tochter von Johann Heinrich und Marie Philippine Brand, geb. Krekel; 2. von 7 Kindern. Sie war schon vor der Auswanderergruppe Deusner/Krekel/Linkenbach/Otto in New Orleans, die dort am 25.10.1844 ankam. Sie könnte aus der Langgasse 21, Haus Hilpüsch oder der Lahnstr. 19 stammen (heute: Albert Brand).

    Bruchhäuser, Johann Franz: 12

    *18.12.1826, ausgewandert nach Amerika (New Orleans) am 14.10.1865 mit der 2. Ehefrau Katharina Magdalena (¥21.1.1855) und den drei Kindern Emil *31.3.1864, Johann Jakob Wilhelm *27.7.1859 und Luise Wilhelmine Henriette *4.8.1857 (zwei Kinder waren verstorben). Er ist der Sohn von Franz Bruchhäuser sen. und dessen Frau Philippine, geb. Zimmerschied. 1862 kaufte er in der Langgasse Haus Nr. 43 (heute: Luise Habel). Die Familie Bruchhäuser fuhr laut Schiffsliste mit der "Germania" von Bremen nach New Orleans, wo sie am 21.12.1865 ankam. Berufsbezeichnung: "Farmer"

    Bruchhäuser, Katharina Magdalena, geb Dietz (Diez): 13

    *2.8.1828 in Hömberg; 2. Ehefrau von Franz Bruchhäuser. Eltern:

    Johann Andreas Dietz und Ehefrau, geb. Lotz.

    (Abb. 3)

    Deusner, Amalie Katharina Elisabeth Theodora, geb. Eßkuchen: 14

    *20.2.1819 in St. Goar, †1852 in Evansville. Ehefrau von Johann Philipp Deusner. Sie ist die Tochter von Karl Eßkuchen und seiner Frau Christina. Ihren Tod 1852 teilte BRAND brieflich mit (dort: Emale).

    Deusner, Anna Gertrude, geb. Gläsner: 15

    *25.11.1801 in Maxsein; Ehefrau von Jacob Philipp Deusner.

    Deusner, Georg Wilhelm: 16

    *29.3.1819; ledig, ausgewandert nach Amerika (New Orleans) vor 1845; vermutlich mit dem Bruder Johann Philipp am 30.8.1844. Jüngstes von 8 Kindern des Bäckermeisters Johann Jakob Deusner und seiner Ehefrau Maria Jakobine, geb. Blum. Er ist der im Brief DEUSNER namentlich nicht genannte Bruder, von dem Johann Philipp Deusner 1845 berichtet, es gehe ihm nicht sehr gut. "Schweigen will ich. Er hat einen Brief geschrieben, den ich euch nicht senden kann ... Er ist ein Luftling".

    Deusner, Jacob Philipp: 17

    *25.7.1792; mit Familie ausgewandert nach Amerika am 30.3.1847. Sohn von Johann Philipp Deusner und Ehefrau Magdalene Margarete, geb. Zimmerschied. Er wohnte in der Langgasse 6 (heute: Gisela Bruchhäuser). Jacob Deusner heiratete am 19.10.1823 in Bad Ems Maria Katharina Elisabeth Schupp (†1839); sie hatten 6 Kinder, von denen 3 verstarben. Am 27.7.1841 heiratete er in 2. Ehe Anna Gertrude Gläsner; sie hatten bis zur Auswanderung ein Kind. Berufsangabe: Bauer. Ausgewanderte Kinder: Susanne Wilhelmine *7.5.1825, Marie Elisabeth *17.1.1828, Karoline *20.4.(11.?).1835, Johann Wilhelm Theodor, *23.4.1842. Jacob Deusner erklärt in seinem Antrag auf Entlassung aus dem Untertanenverband (Anl. 4), daß es ihm gegenüber früher durch Mißernten sehr schlecht gehe und er seinen Besitz habe veräußern müssen. Er verspricht sich von Amerika bessere Lebensbedingungen. Deusner wohnte 1852 in der Nähe von Evansville und kam oft in die Stadt.

    Deusner, Johann Andreas: 18

    Auswanderung vermutet, kein Nachweis. Er wurde über Jahre von Amts wegen gesucht, weil er sich dem Militärdienst entzogen hatte. Es konnte nur ein Johann Andreas Deusner *9.3.1784 nachgewiesen werden, dieser kann aufgrund des Alters kaum in Frage kommen. Es könnte sich aber um seinen Sohn handeln.

    Deusner, Johann Philipp: 19

    *18.3.1816; ausgewandert nach Amerika am 30.8.1844. Zweitjüngstes von 8 Kindern, Bruder von Georg Wilhelm Deusner; Beruf: Schuhmacher. Zwei Monate bevor er Dausenau verließ, reichte er eine Klage ein gegen Andreas Schmidt aus Hömberg wegen ausstehender Forderungen in Höhe von 32 Gulden. Deusner hatte versucht, sein Hab und Gut zu veräußern, um ein möglichst hohes Startkapital anzusammeln. Der Schuldner war jedoch selbst unbekannt verzogen. Philipp Deusner verließ Dausenau mit seiner Frau Amalie (¥26.11.1835) und den beiden Kindern Philipp Friedrich Wilhelm *28.10.1840 und Ludwig Jacob Wilhelm *10.8.1842; mit dabei waren Johann Heinrich Krekel I, Wilhelm Otto und Georg Wilhelm Linkenbach, Dreher (und ggf. weiteren Personen). Ihr Schiff fuhr am 6.9.1844 in Antwerpen los und erreichte am 25.10. New Orleans. Während der Überfahrt, am 24.9., brachte seine Frau einen Jungen zur Welt. Deusner betrieb in New Orleans nach eigenen Angaben einen gutgehenden Schuhmacherbetrieb. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte er mehrere Gesellen eingestellt. Rund 7 Jahre später bestätigte Heinrich Brand in seinem Brief, daß es Philipp Deusner sehr gut gehe. Er wohnte in der Nähe von Evansville, besaß 2 Häuser und war Inhaber eines gutausgerüsteten Schuhmacherladens. Im Sommer 1852 starb seine Frau Amalie. Er heiratete kurze Zeit später erneut.

    Deutesfeld, Katharina Philippine: 20

    *23.3.1861; ledig, ausgewandert ca. 1886 nach Amerika (Boston, Mass.). Tochter von Johann Jakob und Anna Karoline Wilhelmine Deutesfeld, geb. Eckel, wohnhaft Langgasse 8 (heute: Dietmar Schäfer). Sie war eine Schwester von Margarete Deutesfeld, der Mutter Karl Schäfers. Katharina Deutesfeld verließ Dausenau aus enttäuschter Liebe. Ihr Auserwählter hatte sich für eine andere entschieden. Während der Überfahrt lernte sie ihren späteren Mann kennen, einen Auswanderer namens Herchenröder aus dem Raum Wiesbaden. Sie betrieben im Raum Boston ein Baugeschäft. Ihrer Ehe entstammten drei Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen. Bis in die Zwischenkriegszeit bestanden schriftliche Verbindungen zur Familie Schäfer in Dausenau.

    Dreher, : 21

    Wohnte 1844 im Raum New Orleans. Die Drehers wohnten in der Langgasse 16 (heute: Margot Kaup). Nach ihnen ist das "Drehers Türmchen" benannt.

    Elbert, Anne Marie Philippine: 22

    *9.9.1832; ledig. Ihre Absicht auszuwandern - sicherlich nach Amerika - wurde am 16.7.1854 öffentlich angezeigt. Eltern: Johann Christian Elbert und Ehefrau Marie Katharina, geb. Kreidel aus Dienethal. Sie hatte insgesamt 10 Geschwister.

    Elbert, Johannette: 23

    (gen. Nettchen Bubbet)

    *24.1.1900 †27.9.1984 in Corbeil bei Paris; sie zog ca. 1922 mit ihrem Ehemann nach Frankreich. 9. und jüngstes Kind von Karl Philipp Anton Elbert und Ehefrau Luise Elisabeth Wilhelmine, geb. Bach, Kirchgasse 19 (heute: Gisela Vogt). Sie war eine Schwester des Friseurs Albert Elbert, der kurzzeitig den Nassauer Hof betrieb (heute: Lahnhof), als dieser um 1925 abbrannte. Nettchen Bubbet lernte während der Besatzungszeit nach dem 1. Weltkrieg ihren späteren Ehemann kennen, einen in Nassau stationierten französischen Soldaten. Am 3.2.1921 heiratete sie in Dausenau Henry (Heinrich) Rudolf Emil Roblou und zog mit ihm in ihr Elternhaus und ca. ein Jahr später nach Corbeil. Das einzige Kind, Sohn Christian (*ca. 1935), wohnt noch heute mit seiner Familie in Corbeil. Nettchen Bubbet kam oft mit ihrer Familie zu Besuch nach Dausenau, zuletzt wohl 1961. Sie wohnten gewöhnlich bei ihrer alten Freundin Else Luß im "Schiefen Turm". Ihr Ehemann pflegte dann seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: dem Angeln in der Lahn, wobei er einst seine Frau kennengelernt hatte. Die Amerika-Auswanderin Anne Marie Philippine Elbert war eine Tante von Johannette Elbert.

    Herzberg, gen. Herz, Bernhard (Bärmann): 24

    *23.12.1849 zog ledig nach London, vor 1909. Nachweislich lebte er als Speditionskaufmann 1909 in London, Chiswellstr. 10-11, wo er auch noch 1913 belegt ist. Er ist das 3. von 7 Kindern von Hermann Herzberg und seiner Ehefrau Mayer Löb Hendel (Hannchen) aus Neuhäusel. Die jüdische Familie Herzberg wohnte in der Kirchgasse 3, das Haus kam später an die Familie Sundheimer (heute: Wolfgang Achtstein). Rosa Herzberg, die Schwester von Bernhard, heiratete Wilhelm Sundheimer, dessen Kinder in den 30er Jahren Deutschland verließen. Möglicherweise zogen auch Geschwister von Bernhard ins Ausland (Meyer Löb *5.11.1857, Moritz *20.9.1858).

    Kraft, Anna, verh. Meuser: 25

    (gen. Anna Gottlieb)

    *13.11.1901 †1968 in Amsterdam; emigrierte Mitte der 20er Jahre nach Amsterdam. Sie ist die älteste von 3 Töchtern von Adolf Kraft und seiner Ehefrau Henriette Philippine, gen. Jettchen, geb. Schäfer (Langgasse 54). Ihre Schwester Magdalene, gen. Lenchen folgte ihr 1931 nach Amsterdam. Auch die 3. Schwester, Emilie (*24.10.1905 †1982), verh. Fischbach, zog vorübergehend zur älteren Schwester nach Amsterdam, kehrte aber schon am 26.5.1930 nach Dausenau zurück. Sie ist die Mutter von Inge Fuhr, Anneliese Volke und Werner Fischbach. Anna Kraft war in Bad Ems in einem Hotel beschäftigt, wo sie die Bekanntschaft mit einer Apothekerfamilie namens Gombert aus Amsterdam machte. Diese suchte für die Haushaltsführung eine geeignete Person und bot Anna die Stelle an. Sie folgte der Familie nach Amsterdam, wo sie schon bald ihren zukünftigen Mann kennen lernte, den Bankkaufmann Meuser. Sie bekamen einen Sohn, Karel (*1929). Bei den zahlreichen Besuchen in Dausenau machte Karel die Bekanntschaft von Wilma Krekel, die seine Ehefrau wurde und ebenfalls nach Amsterdam zog.

    Kraft, Johann Heinrich: 26

    *27.5.1798 - mit der elfköpfigen Familie 1846 ausgewandert nach Amerika, laut Auswanderungsantrag nach New Orleans. Johann Heinrich Kraft, nach eigener Angabe Strumpfweber von Beruf, war der Sohn von Philipp Gottfried Kraft vom Hof Mauch und dessen Ehefrau Marie Klara, geb. Deutesfeld; er hatte 5 Geschwister. Heinrich Kraft und seine Familie wohnten in der Langgasse 11 (heute: Vogelpoth). Er war in 1. Ehe (¥4.4.1824) verheiratet mit Marie Magdalene Deutesfeld. 6 Kinder gingen aus dieser Ehe hervor. In 2. Ehe heiratete er am 26.2.1832 Marie Agnes Schnur. Der Ehe entsprangen 9 Kinder. Aus beiden Ehen waren bis Ende 1844 zahlreiche Kinder gestorben. Ausgewanderte Kinder (2 aus erster, 7 aus 2. Ehe): Marie Magdalene *21.1.1827, Marie Wilhelmine *13.12.1829, Franz August Gottlieb Heinrich *28.3.1833, Carl Heinrich *1.8.1835, Katharina Jakobine *10.12.1836, Marie Philippine Friederike *20.7.1838, Gustav *9.11.1839, Christian *12.2.1842, Henriette Elisabeth Jakobine *17.11.1845 (Das jüngste Kind ist noch nicht im Entlassungsschreiben vom 10.11.45 ausgewiesen, da es erst eine Woche später zur Welt kam). Kraft begründete seinen Ausreiseantrag mit den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen, in Amerika könne er besser für die Existenz seiner Familie sorgen. Er führte an Vermögen an: Gebäude 350 Gulden, Landbesitz 500 Gulden, Immobilien und Vieh 100 Gulden. Demgegenüber stehen Schulden von 330 Gulden. Er hoffte auf eine günstige Versteigerung seines Besitzes.

    Kraft, Johann Jacob: 27

    *4.4.1821, ausgewandert mit Ehefrau Marie Christine, geb. Henn (¥31.10.1847) und 5 Kindern nach Amerika am 2.5.1866. 1902 lebte Jacob Kraft in Casey, Iowa. Beruf: Fuhrmann. Jacob Kraft war ein Sohn von Johann Philipp Kraft, dem das "Alte Wirtshaus an der Lahn" gehörte, und seiner Ehefrau Marie Klara, geb. Schmidt. Er war ein Bruder der Auswanderin Klara Schmidt. Kinder: Wilhelm Heinrich Kraft *8.10.1848, Philipp Christian *30.10.1850, Friedrich Wilhelm *20.12.1852, Philipp Jacob *19.1.1855, Klara Elisabeth Wilhelmine Philippine Christiane *23.10.1855; zwei weitere Kinder waren verstorben. Der Sohn Philipp Jacob, von Beruf Viehhändler in Stuart, Nebraska, unternahm 1912 eine Europareise und schickte an die Dausenauer Verwandten Ansichtskarten aus Brüssel, Paris und den Schweizer Alpen. Die umfangreiche Reise durch Europa verdeutlicht, daß er zu einigem Wohlstand gekommen ist. Am 18.8.1914 schrieb er einen Brief an Minna Fischbach (die Großmutter von Otto Fischbach: Wilhelmine, gen. Minchen oder Minna), in dem seine Gedanken um den 1. Weltkrieg in seiner alten Heimat kreisen (s. Anl. 3: ... ganz Amerika betet, daß Deutschland gewinnt ...). Vom 28.7.1912 datiert eine Ansichtskarte von L.E. Kraft (Tochter von Jacob Kraft?), die nach der Rückkehr von einem Besuch in Dausenau abgeschickt wurde. Briefkontakte zu Dausenauer Verwandten bestanden noch bis in die Nachkriegszeit. Nachfahren wohnten noch vor wenigen Jahren in Lauderdale, Florida. Die Familie ist wahrscheinlich inzwischen erloschen.

    Kraft, Magdalene Elisabeth Anna, verh. Tuin: 28

    (gen. Lenchen Gottlieb)

    *15.3.1914 † Jan. 1997 in Amsterdam; sie zog 1931 nach Amsterdam, wo bereits ihre Schwester Anna wohnte. Sie heiratete Fardus Tuin (er hatte bereits einen gleichnamigen Sohn aus 1. Ehe) und bekam die Söhne Roelof (Rolf, *ca. 1940) und Christian (*ca. 1945). Aus den Ehen der beiden Söhne gingen eine bzw. zwei Töchter hervor. Fardus jun. war in Frankfurt bei einer Bank tätig und dort verheiratet; er wohnt jetzt wieder in Amsterdam bei Roelof. Christian war nach Schweden verheiratet und ist inzwischen in Hamburg ansässig. Nachdem Fardus Tuin sen. in den Ruhestand getreten war, übersiedelte er mit Ehefrau Lenchen in seinen Heimatort Hoogeveen. Nach dem Tod des Ehemannes zog Lenchen wieder nach Amsterdam.

    Kraft, Marie Agnes, geb. Schnur: 29

    *26.3.1814 in Filsen. Ehefrau von Johann Heinrich Kraft. Tochter von Wilhelm Schnur und seiner Ehefrau.

    Kraft, Maria Christine, geb. Henn: 30

    *10.06.1827 in St. Goarshausen; Ehefrau von Johann Jacob Kraft. Eltern: Johann Franz Henn und Ehefrau Magdalena.

    Krause, Emil Paul Franz: 31

    *15.12.1883 in Lauenburg in Pommern †26.7.1963. Der gelernte Maschinensetzer emigrierte 1923 nach Chicago, wo bereits Verwandte von ihm lebten und ihn zur Übersiedelung ermuntert hatten. Sohn Alfred (*4.2.1907, †1985) folgte ihm noch im gleichen Jahr - er bekam erst mit 16 Jahren die Einreisegenehmigung. Ehefrau Elise, geb. Borngießer (*11.4.1881 in Marburg †29.6.1961) blieb mit Sohn Erich (*2.8.1908, †5.1.1957) und Tochter Else (*18.11.1909), verh. Fürbeth, in Dausenau. Vater und Sohn Krause kamen wiederholt für längere Zeit zu Besuch zur Familie nach Dausenau. Tochter Else entschloß sich 1929, zum Vater zu ziehen, kehrte aber 1933 zurück. Emil Krause begründete in Chicago eine eigene Druckerei, in der er sich zunächst auf deutschsprachige Publikationen spezialisierte. Nach 27 Jahren zog er 1950 wieder nach Dausenau. Zahlreiche Einwohner hatten sich zur Begrüßung eingefunden, der Gesangverein brachte ein "Ständchen". Sohn Alfred, der inzwischen verheiratet war und zwei Kinder hatte (Fred und Sandra), blieb in den USA. Er führte den väterlichen Betrieb fort und übergab ihn später seinem Sohn Fred. Alfred blieb seiner Heimat zeitlebens verbunden, er ließ sich deshalb in Dausenau bestatten (†1985). Er hat inzwischen 4 Enkel in Amerika (Fred hat 3 Söhne, Sandra einen). Die Familie Krause wohnte ursprünglich im Röderweg 5 (zuletzt: Matthias Wolfsgruber), Emil Krause erwarb dann im Hallgarten Haus 26 für Tochter Else und für seine Frau den "Lahnhof".

    Krekel, Elisabeth Henriette Margarete, geb. Deusner: 32

    *29.12.1858; Ehefrau von Johann Wilhelm Krekel. Eltern: Heinrich Anton Deusner und Ehefrau Marie Karoline, geb. Linkenbach.

    Krekel, Georg Wilhelm: 33

    *14.7.1823, ledig; ausgewandert nach Amerika (Evansville) 1844 (oder wenig früher). Er war der Sohn des Bäckers David August Andreas Krekel und seiner Ehefrau Marie Elisabeth, geb. Frick. "Georg Wilhelm Krekel ist ein Kerl wie sein Vater, er ist stets besoffen und ist verheiratet". Georg Wilhelm war ein Bruder von Johann Heinrich Krekel II.

    Krekel I , Johann Heinrich: 34

    *27.1.1776 - fast 70jährig ausgewandert nach Amerika (New Orleans) am 30.08.1844, wahrscheinlich mit Sohn Johann Jacob. Ehefrau Marie Christiane, geb. Linkenbach, und die beiden anderen Kinder waren bereits gestorben. Johann Heinrich Krekel entstammt der Ehe des Müllers Johann Jacob Krekel und seiner Ehefrau Maria Magdalena, geb. Müller. Mit ihnen verließen Johann Philipp Deusner, Wilhelm Otto und Georg Wilhelm Linkenbach Dausenau.

    Krekel II, Johann Heinrich: 35

    *14.2.1812, 1853 ausgewandert mit Familie (8 Personen) nach Amerika. Ältestes von 9 Kindern, Bruder des Auswanderes Georg Wilhelm Krekel. Der Bäcker Joh. Heinrich II Krekel heiratete am 13.2.1840 Marie Elisabeth, geb. Schaab aus Sulzbach und in zweiter Ehe am 13.4.1847 Marie Katharina, geb. Schaab. Aus beiden Ehen gingen je drei Kinder hervor. Johann Heinrich Krekel wohnte in der Lahnstraße 15 (abgerissen). Sein Haus verkaufte er 1853 an Philipp Deutesfeld. Kinder: Johann Georg Wilhelm *26.5.1841, Marie Johannette Elisabeth *14.2.1843, Philippine Susanne *14.2.1845, Georg Heinrich Karl *13.9.1847, Philipp Wilhelm *8.6.1849, Jakob Karl *20.6.1852.

    Krekel, Johann Jacob: 36

    *24.10.1825, ledig; ausgewandert nach Amerika, offensichtlich mit dem Vater Johann Heinrich I am 30.8.1844. Johann Jacob Krekel wohnte 1852 in New Orleans in der Nähe der Schiffsanlegestelle und betrieb dort eine Gastwirtschaft. Er war damit erste Anlaufstelle für die Neuankömmlinge aus Dausenau.

    Krekel, Johann Wilhelm: 37

    *20.2.1850, ausgewandert nach Amerika nicht vor 1882 mit Ehefrau Elisabeth Henriette Margarete, geb. Deusner (¥30.6.1877) und Tochter Johanna *2.9.1879 (ein Kind starb 1882 kurz nach der Geburt). Beruf: Küfer; 7. von 8 Kindern von Georg Wilhelm Krekel, Müller in der Castormühle und Ehefrau Anne Christine, geb. Zimmerschied.

    Krekel, Maria Katharina, geb. Schaab: 38

    *16.3.1824 in Sulzbach, Ehefrau von Johann Heinrich Krekel II. Eltern: Johann Heinrich Schaab und Ehefrau Maria Elisabeth.

    Kreußler, Karl Wilhelm: 39

    *7.9.1872; Emigrierte mit Ehefrau Karoline Philippine (¥6.2.1898) und Sohn Karl Philipp (*23.2.1898) um 1900 nach Australien (eventuell auch Neuseeland). Berufsangabe: Landmann. Ältestes von 4 Kindern des Bäckers Johann Georg Philipp Kreußler in 2. Ehe verheiratet mit Magdalena Wilhelmine Erhardt. Die Familie Kreußler wohnte im Eckhaus Kirchgasse/Bergstraße, (Kirchgasse 17; heute: Lina Krekel). Auch seine Halbschwester Pauline und der Bruder Philipp wanderten aus.

    Kreußler, Karoline Philippine, geb. Hofmann: 40

    *2.1.1877; Ehefrau von Karl Wilhelm Kreußler. Eltern: Johann August Hofmann von Hof Mauch und Johannette Katharina Elisabeth, geb. Schütz von Hof Mauch.

    Kreußler, Philipp Anton Karl: 41

    *17.6.1874 †4.2.1944 in Maisons Alfort. Ausgewandert nach Paris Anfang des 20. Jh. Er war ein Halbbruder von Pauline, und Bruder von Karl Wilhelm Kreußler. Philipp Kreußler arbeitete in Paris als Kellner in einem Hotel. Er war verheiratet mit einer Luxemburgerin namens Susanne. Nach Kriegsausbruch 1914 wurde er wegen seiner deutschen Herkunft interniert und vor die Alternative gestellt, in Haft zu bleiben oder in die Fremdenlegion einzutreten. Er entschied sich für die Fremdenlegion und kam in Nordafrika zum Einsatz. Seine Frau ließ sich aufgrund der antideutschen Stimmung jener Zeit scheiden. Trotz dieser negativen Erfahrungen kehrte Philipp Kreußler nach dem Krieg nach Paris zurück, wo er später eine Französin heiratete (beide Ehen blieben kinderlos). Mit ihr führte er ein Lebensmittelgeschäft in Maisons Alfort bei Paris. Auch Philipp Kreußler unterhielt, wie seine Schwester Pauline, lange Zeit gute Beziehungen zur alten Heimat. Dreimal besuchte er nach seiner Emigration Dausenau: 1910, 1913 und 1922. Nach dem Auswandern der Geschwister Kreußler ist die Familie in Dausenau erloschen. Der zuletzt noch hier verbliebene Bruder Georg kam nach Weilmünster in ein Heim.

    Kreußler, Philippine Johannette Karoline Pauline: 42

    (später: Bernhard, Pauline)

    *10.12.1862 in Nassau, †1939 in London. Ausgewandert Ende des 19. Jahrhunderts. 3. von 7 Kindern des Bäckers Johann Georg Philipp Kreußler in 1. Ehe und Christiane Elisabeth, geb. Paul. Die Halbschwester von Karl Wilhelm und Philipp Kreußler heiratete in London einen Schweizer namens Bernhard, mit dem sie ein renommiertes staatliches Hotel pachtete. Sie bekamen u.a. Gäste von der deutschen Botschaft zugewiesen. Die Familie Bernhard hatte zwei Söhne (Fred und Willi) und eine Tochter namens Dinni. Pauline Bernhard kam regelmäßig zu Besuch in ihre alte Heimat. Sie wohnte dann in Bad Ems im Hotel Löwen, wo Sohn Fred eine Ausbildung als Koch machte. Fred führte den elterlichen Hotelbetrieb in London fort. (Abb. 4)

    Linkenbach, Georg Wilhelm: 43

    *24.2.1800, ausgewandert nach Amerika in den Raum New Orleans am 30.8.1844 mit Ehefrau Marie Johannette (¥24.2.1822 und (!) 7.12.1831), den Kindern sowie Philipp Deusner, Heinrich Krekel, Wilhelm Otto und Dreher. Eltern: Johann Christian Linkenbach und Ehefrau Christine Elisabeth, geb. Maul. Georg Wilhelm war Landmann und Müller und kurzzeitig Betreiber der Sierings-Mühle; von 1824 bis 1844 gehörte ihm Haus Langgasse 3, sein Elternhaus (heute: Lebensmittelgeschäft Ehrhardt). Er verließ Dausenau um sich dem Ruin zu entziehen. Die Familie Linkenbach hatte wenigstens 10 Kinder, davon waren 6 vor 1844 gestorben. Ausgewanderte Kinder: Philipp Jakob *21.12.1833, Magdalena Katharina *1.2.1838, Philippine Karoline *19.9.1941, Johann Wilhelm *8.10. 1842. Er hatte 1852 zwei ungeradene Buben, ihm selbst ging es sehr schlecht.

    Linkenbach, Marie Johannette, geb. Krekel: 44

    *10.6.1800, ausgewandert 1844, Ehefrau von Georg Wilhelm Linkenbach. Sie stammt aus der alten Müllersfamilie Krekel von der späteren Castormühle. Eltern: Johann Wendel Krekel und Marie Magdalena, geb. Blum.

    Luß, Willi: 45

    *30.5.1902, †7.10.1984; ledig, ca. 1920 nach Argentinien ausgewandert. Sohn von Peter Luß und Ehefrau Katharina, geb. Lehmler, den langjährigen Inhabern des Gasthauses "Zur Zither" (es wurde von seiner Schwester Else unter dem Namen "Schiefer Turm" fortgeführt. Willi Luß ging aus Abenteuerlust in die Fremde, aber auch wegen der allgemein schwierigen Verhältnisse der Nachkriegszeit. Die Überfahrt verdiente er sich durch Dienste auf dem Schiff. Im Großraum Buenos Aires in der Provinz Santa Fe arbeitete er als Verwalter auf einer größeren Ranch. Nach ca. 7 Jahren zog es ihn in die Heimat zurück. Hier heiratete er am 30.1.1931 Frieda Weiland, aus der Ehe ging Sohn Horst hervor. Willi Luß arbeitete vor dem Krieg als Bauführer bei einer großen Baufirma, nach 1945 kurzzeitig bei der französischen Besatzung in Bad Ems, dann beim Statistischen Landesamt.

    Nicolai, Anna Elisabeth, geb. Wagner: 46

    *16.1.1808. Ehefrau von Karl Nicolai. Eltern: Johann Philipp Wagner und Ehefrau Anna Christine, geb. Ullmann.

    Nicolai, Karl: 47

    *25.11.1811 in Kleinschwalbach, ausgewandert nach Amerika am 14.3.1868 mit der Ehefrau und den 3 großjährigen Kindern. Eltern: der Schuhmacher Martin Nicolai und Ehefrau Susanne. Karl Nikolai heiratete am 22.11.1840 Maria Klara Ochtinger in Bad Ems (†1846) und am 5.4.1847 Anna Elisabeth Wagner. Aus der ersten Ehe stammten die Kinder Katharina Susanne *21.8.1841 und Henriette Katharina *16.12.1843, aus der zweiten Ehe Johann Philipp *8.8.1848. Die Familie Nicolai hatte 1844 das Haus Schwarzenberg 8 von dem Auswanderer Wilhelm Otto erworben.

    Otto, Katharina Elisabeth, geb. Brand: 48

    *27.4.1802; Ehefrau von Wilhelm Otto. Eltern: Karl Brand und Ehefrau Marie Dorothea, geb. Zimmerschied.

    Otto, Johann Wilhelm: 49

    *6.12.1797, ausgewandert nach New Orleans mit Ehefrau Katharina Elisabeth (¥29.9.1822) und vier Kindern am 30.8.44, gemeinsam mit Philipp Deusner, Heinrich Krekel, Georg Wilhelm Linkenbach u.a. Eltern: Johann David Otto und Ehefrau Marie. Otto gehörten die Häuser Schwarzenberg 8 (zuletzt: Edith Tiefenbach) und kurzzeitig Langgasse 10 (heute: Eheleute Muri), das ehemalige Pfarrhaus. Kinder: Marie Katharina *9.8.1823, Johann Wendel *17.11.1824, Johann Anton *5.11.1826, Georg Wilhelm *15.12.1834. Heinrich Brand berichtete 1852, daß es seinem Vetter Wilhelm Otto recht gut gehe; Tochter Katharina sei inzwischen geschieden und habe wieder einen anderen Mann. Der Sohn Anton sei ein Taugenichts und Verschwender, der Vater wolle deshalb nichts mehr von ihm wissen.

    Poths, Marie Anna, geb. Herpel: 50

    *9.11.1838 in Dienethal. Ehefrau von Johann Philipp Poths. Tochter von Johann Adam Herpel.

    Poths, Johann Philipp: 51

    *29.1.1827 - 25. Sept. 82. Heute wanderten der Schreiner Ph. Poths mit Familie (8 Personen) sowie Philipp Schütz und Wilh. Blum nebst Frau und Kinder nach America aus. Ich gab Ihnen allen das Geleite bis nach Coblenz. Mögen alle drüben recht glücklich sein. Eltern: Der Schreiner Johann Philipp Poths und Ehefrau Philippine, geb. Zappei. Philipp Poths stammt aus der Langgasse 46 (heute: Helmut Elbert). Er heiratete Marie Elisabeth Linkenbach (¥7.10.1855) und in zweiter Ehe Marie Anna Herpel (¥1.1.1865). Der ersten Ehe entstammten 3, der zweiten Ehe 14 Kinder. 1882 lebten nur noch 6 Kinder (davon 5 aus zweiter Ehe): Philipp Jakob Friedrich Ludwig *3.1.1857, Maria Katharina *14.8.1865, Friederike Wilhelmine *23.12.1868, Gertrude Elisabeth *22.2.1872, Luise Auguste *2.4.1875 und Karl *7.10.1879.

    Schmidt, Marie Klara (Clara), geb. Kraft: 52

    *1.9.1842, †15.5.1902 in Nashville, Illinois; Ehefrau von Emil Schmidt, Schwester des Auswanderers Johann Jacob Kraft. Sie war eines von 13 Kindern von Philipp Kraft, dem Besitzer des "Alten Wirtshaus an der Lahn" und seiner Ehefrau Marie Magdalena, geb. Schmidt. (Abb. 5, Abb. 6)

    Schmidt, Philipp Konrad Emil: 53

    *31.8.1836 in Hömberg, †2.2.1893 in Nashville, Illinois; der Sohn des Hömberger Bürgermeisters Johann Jost Schmidt und seiner 2. Ehefrau Katharina Margarete, geb. Hehner, wanderte nach Amerika aus, angezeigt am 4.7.1865, mit Ehefrau Marie Klara (¥5.2.1861) und den Kindern Heinrich (Henry) (3 Jahre) und Emilie (9 Monate). Laut Passagierliste hatten sie ein weiteres Kind, Emil (7 Jahre) - dies scheint aber schon wegen des Alters eine falsche Angabe zu sein. Aus der Passagierliste geht hervor, daß sie mit dem Schiff Teutonia in Hamburg losfuhren - das Schiff hatte rund 550 Auswanderer an Bord - und am 11.9.65 in New York ankamen. Berufsangabe in der Passagierliste: Innkeeper = Gastwirt, im Heiratsregister: Ackermann. Die Familie Schmidt ließ sich im Staate Illinois nieder, anfangs in Mascoutah, später in Peru, dann in Chester. 1874 zog sie nach Nashville. Dort besaßen die Schmidts einen Verlag und begründeten 1876 das "Illinois Volksblatt", eine deutschsprachige Zeitung, die von Sohn Henry fortgeführt wurde, später in Verbindung mit seiner Ehefrau F.C. Krumsiek und der Tochter Clara C., *19.7.1890. Die Zeitung läßt sich bis 1929 nachweisen. Sie erwarben zudem das "Illinois Journal", eine weitere deutschsprachige Zeitung. Emil und Klara Schmidt bekamen in Amerika weitere 6 Kinder: Adolf, Hermann (wurde Arzt), Karl (wurde Arzt), Otto P. (wurde Farmer), Robert, William A. (Willie).

    Schmidt, : 54

    Schmiedt, ?:

    kam 1844 mit Joh. Philipp Deusner und anderen Dausenauern in New Orleans an, unklar ob alleine oder mit Familie. Er ist nicht eindeutig zu ermitteln, es kommen mehrere Personen in Frage. Möglicherweise ist der Beruf gemeint, nicht ein Personenname.

    Schneider, : 55

    zog gemeinsam mit Phillip Deusners Bruder Georg Wilhelm 1844 oder wenig früher nach New Orleans. Er wollte aber nicht in der Stadt bleiben. Die Personalien sind nicht eindeutig zu bestimmen; wahrscheinlich ledig. Es könnte Johann Philipp *14.7.1822 oder auch Johann Jakob Schneider *1.2.1823 sein.

    Schneider, Christiane, gen. Lina, spätere Krämer: 56

    *6.12.1901, ging ca. 1925 in die USA. Tochter aus erster Ehe von Adam Schneider, gen. "Parisers Adam" und Ehefrau Mathilde, geb. Siering. Sie ist eine Cousine von Willi Stäger und Dina Hähner, geb. Siering. Die Familie Schneider wohnte über Generationen in der Lahnstraße 11 (heute: Margot Veaute, geb. Fischbach) - neben Frisörgeschäft Klein. Lina Schneider war befreundet mit einem Klempner namens Krämer aus Nassau. Als er Anfang der zwanziger Jahre nach Amerika emigrierte, folgte sie wenig später nach. Sie heirateten in den USA. Einer ihrer beiden Söhne (Werner?) hat das elterliche Installationsgeschäft fortgeführt. Die beiden Söhne kamen 1945 als Besatzungssoldaten in die Heimat der Eltern und verkauften in deren Auftrag die im Familienbesitz verbliebenen Grundstücke.

    Schneider, Elisabeth: 57

    ledig; ausgewandert nach Amerika 1855. Tochter von Jakob Schneider und Ehefrau Marie Philippine, geb. Erhard. Es bleibt offen, ob es sich bei der Auswanderin um Amalie Elisabeth *2.8.1827 oder um ihre Schwester Elisabeth Wilhelmine *19.12. 1829 handelt.

    (Abb. 7)

    Schneider, Philipp Jakob Christian: 58

    *31.1.1831, ledig; ausgewandert nach Amerika in der Mitte (?) der 60er Jahre. Sohn des Schmiedemeisters Heinrich Schneider und Ehefrau Marie Jakobine, geb. Blank aus Nassau.

    Schütz, Karl Philipp Eduard: 59

    *21.3.1847; am 25.9.1882 mit Ehefrau Margarete (¥13.4.1873) und Tochter Karoline (*9.10.1873) nach Amerika ausgewandert, gemeinsam mit den Familien von Wilhelm Blum und Philipp Poths. Er ist der Sohn von Jacob Schütz von Hof Mauch und Ehefrau Anna Marie, geb. Keuper aus Deusselbach.

    Schütz, Margarete, geb. Johannis: 60

    *12.2.1850 in Hadamar. Ehefrau von Philipp Schütz. Eltern: Franz Josef Johannis und Ehefrau Anna Marie, geb. Orth.

    Stein, Hans Ludwig: 61

    *24.10.1918, ledig, ausgewandert ca. 1938 nach England. Jüngstes von zwei Kindern des Kaufmanns Julius Stein und seiner erblindeten Ehefrau Dina, geb. Blumenthal (der ältere Sohn Manfred, *17.11.1910, war am 13.1.1921 gestorben). Die jüdische Familie Stein wohnte in der Lahnstraße 23, wo sich zuletzt die Filiale der Volksbank befand.

    Stein, Hermine: 62

    *1.4.1884, vermutlich Ende der 30er Jahre nach London ausgewandert. Ältestes von 7 Kindern des Metzgers Adolf Stein und seiner Ehefrau Sophie Sarah, geb. Schott. Sie bewohnten das Eckhaus Langgasse/Lahnstraße (Langgasse 2). Man kann davon ausgehen, daß alle 5 Kinder (2 waren verstorben) der jüdischen Familie Stein in den 30er Jahren auswanderten, eventuell einzelne schon in den 20er Jahren. Es gibt jedenfalls keine Hinweise, daß eines der Familienmitglieder Opfer des NS-Staates wurde. Die Geschwister Stein (Hermine, Jenny, Julius Richard, Kornelia, Emma) zeichneten sich durch eine hohe Mobilität aus. Im Melderegister lassen sich die vielfachen Ortswechsel, meist nach Frankfurt und zurück nach Dausenau, nur unvollständig nachvollziehen. Hermine Stein zog 1911 von Dausenau nach Frankfurt; 1913 wohnte sie in London, 1815 zog sie zurück nach Dausenau und weiter nach Hildesheim. Nach weiteren wechselnden Aufenthalten vor allem in Frankfurt und in Dausenau verliert sich ihre Spur mit ihrem Weggang nach Berlin am 3.3.1932. Beruf: Köchin.

    Stein, Jenny, verh. Hirsch: 63

    *10.1.1886, ausgewandert in den 30er Jahren. Schwester von Hermine Stein u.a. (s. dort). Sie heiratete am 23.12.1912 Gustav Hirsch.

    Stein, Julius Richard: 64

    *15.3.1897, ausgewandert in den 30er Jahren. Auch der jüngste der Stein-Geschwister ist an wechselnden Orten nachweisbar (Frankfurt, Mainz), hielt sich aber anscheinend überwiegend in Dausenau auf. Beruf: Schneider.

    Stein, Kornelia, gen. Nelly: 65

    *1.3.1891, ausgewandert in den 30er Jahren. Schwester von Hermine u.a. (s.dort). Zwischen 1912 und 1918 lassen sich neben Dausenau zahlreiche Wohnorte ermitteln: Karlsbad, Frankfurt, Bad Nauheim, Wiedenbrück und Bad Harzburg. Berufsangabe: Büffetfräulein.

    Stein, Regine Emma: 66

    *27.6.1889, ausgewandert in den 30er Jahren. Die Schwester von Hermine u.a. (s. dort) ist mehrfach nach Bonn verzogen, auch nach Minden etc. Beruf: Modistin.

    Stricker, Johann Adam: 67

    *8.9.1835; auf Kirmestag [8.9.] 1883 wanderte die Familie Adam Stricker von hier aus nach Amerika. Adam Stricker und Ehefrau Johannete Christine (¥22.12.1867) hatten 11 Kinder; 6 waren bis zum Zeitpunkt der Auswanderung verstorben. Beruf: Landmann. Eltern: Johann Heinrich Stricker und Ehefrau Caroline, geb. Deusner. Die Familie Stricker wohnte in der Lahnstraße 28 (Besitzer heute: Walter Schwarz), ihr Wohnhaus war 1879 abgebrannt. Kinder: Heinrich Ludwig *22.7.1870, Wilhelm *22.4.1878, Johannette *14.8.1879, Katharina *22.8.1881, Hertha *22.10.1882.

    Stricker, Johannette Christine, geb. Tiefenbach: 68

    *7.4.1848. Ehefrau von Adam Stricker. Eltern: Johann Jakob Tiefenbach und Ehefrau Katharina Elisabeth, geb. Deutesfeld, Lahnstraße 17 (heute: Willi Tiefenbach).

    Sundheimer, Ernst: 69

    *6.4.1895, verst. 25.10.1961 in Koblenz; ausgewandert nach Frankreich 1935/36. Der jüdischen Familie Sundheimer gehörte das Haus in der Kirchgasse 3 (heute: Wolfgang Achtstein). Wilhelm Sundheimer, der während des 1. Weltkrieges die Bürgermeistergeschäfte führte, hatte 4 Söhne, Ernst, Eugen, Fritz und Leo und die Tochter Johanna. Mit hoher Wahrscheinlichkeit konnten sich die Geschwister Sundheimer alle im Ausland in Sicherheit bringen. Ernst Sundheimer war als Elektromonteur, später als Elektroingenieur, in Koblenz bei der AEG tätig. Ca. 1927/28 zog er mit Ehefrau Friederike Else De Nardie - sie war eine Christin - und Sohn Hubert (*23.3.1923) nach Koblenz in die Schützenstraße. 1935 bzw. 1936 emigrierte die Familie wegen zunehmender Judenfeindlichkeit nach Paris. Zwischenzeitlich wurden die Kinder Günter (*ca. 1927) und Hannelore (*1.10.1934) geboren. Nach Paris zog auch sein Bruder Fritz. Beide arbeiteten für eine Großbäckerei und belieferten Lebensmittelgeschäfte mit Backwaren, als sie Philipp Kreußler, den ehemaligen Nachbarn aus der Kirchgasse trafen. Die Familie kehrte 1955 ohne die Söhne nach Koblenz zurück (Schlachthofstr. 3). Sohn Günter lebt heute noch mit Ehefrau Anna, geb. Nikolaus, in Paris; Hubert wohnt in Mühlhausen im Elsaß. Tochter Hannelore ist seit ca. 1960 mit Willi Dewulf verheiratet. Ernst Sundheimer kam als einziger der 5 Geschwister nach dem Krieg noch öfter zu Besuch nach Dausenau.

    Sundheimer, Eugen: 70

    *26.10.1887, ausgewandert 1938, wahrscheinlich nach Amerika. Der Bruder von Ernst u.a. (s. dort) war gelernter Uhrmacher und betrieb in Bad Ems seit 1922 ein Uhrengeschäft in der Römerstraße 66 bzw. 61, seit etwa 1926 wohnte er auch dort. Er war Kriegsteilnehmer im 1. Weltkrieg und Mitglied im "Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" sowie Leiter deren Sportgruppe. Ehefrau: Else, geb. 21.6.1894 in Leutershausen.

    Sundheimer, Fritz: 71

    *29.11.1889, ausgewandert 1938 nach Frankreich. Der Bruder von Ernst, Eugen, Leo Sundheimer und Johanna, gelernter Bäcker, war zwischen den Weltkriegen nach Frankfurt verzogen und führte dort ein Zigarrengeschäft. Er setzte sich 1938 nach Paris ab, wo sich sein Bruder Ernst seit 1935/36 mit Familie aufhielt. Seine Frau, die in Deutschland zurückblieb (Nichtjüdin oder Halbjüdin) kam in einem KZ ums Leben.

    Sundheimer, Johanna, gen. Hanna, verh. Ganser: 72

    *26.3.1884, ausgewandert (?) mit unbekanntem Ziel in den 30er Jahren. Sie war mit einem Makler mit dem Namen Ganser verheiratet (Hans Ganzer *27.8.87 aus Koblenz?). Kurzzeitig gehörte ihnen in Bad Ems Schloß Johannisberg beim Hauptbahnhof. Sie zogen dann gemeinsam mit Hannas Vater Wilhelm Sundheimer nach Hamburg.

    Sundheimer, Leo: 73

    *7.2.1883, ledig; der älteste der Sundheimer-Geschwister, wanderte vor dem 1. Weltkrieg in die USA aus.

    Wagner, Carl Christian: 74

    (Wagener, Carl)

    *13.11.(10.?).1833 - ledig; ausgewandert im Mai 1865 nach Amerika. Sohn von Johann Philipp Wagner III und Ehefrau Maria Magdalena, geb. Moll. Carl Wagner wohnte in der Lahnstraße 39 (heute: Werner Vogt).

    Zeihlinger, : 75

    (Zailinger, ?):

    Philipp Deusner hat ihn 1844/45 in New Orleans getroffen. Es ist unsicher, ob er Dausenauer war; er könnte auch aus Bad Ems stammen.

    Zimmerschied, Heinrich: 76

    *31.7.1812. Ihn traf Johann Philipp Deusner 1844/45 in New Orleans. Sohn von Johann Heinrich Zimmerschied und Ehefrau Marie Elisabeth, geb. May.

    Zöller, Wilhelm: 77

    Er wanderte ohne Familie gemeinsam mit Heinrich Brand 1852 nach Amerika aus und arbeitete auf einer Farm in der Nähe von Evansville. Er müßte ein Sohn sein von Philipp Anton Zöller und seiner Ehefrau Marie Catharina, geb. Zimmerschied, Langgasse 11 (heute: Vogelpoth).

    Auswanderer nach dem 2. Weltkrieg

    Auch nach 1945 wanderten Dausenauer zeitweise oder für immer aus. Sie sollen hier nur namentlich dokumentiert werden:

    Egert, Walter

    Fachinger, Henni

    Fischbach, Alfred Rudolf

    Fischbach, Margot, verh. Veaute

    Hübner, Hella, verh. Bogart

    Krekel, Karin, verh. Spahr (oder Spahr, Karin verh. ???)

    Krekel, Wilma, verh. Meuser

    Lanio, Adolf

    Müller, Gudrun, verh. Müller-Schoyen

    Müller, Waltraud

    Vilgis, Judith

    Zborala, Winfried

    Tab.1: Chronologie der Auswanderung

    bei Familien ist nur das Familienoberhaupt namentlich genannt; Familienstand, Zahl der ausgewanderten Personen in Klammern, Auswanderungsziel: A=USA, Austr=Australien, Arg=Argentinien, F=Frankreich, GB=Großbritannien, NL=Niederlande

     

    1844

    Beyer

     

    A

     

    1844

    Brand, Maria Karoline

    ledig

    A

     

    1844

    Deusner, Georg Wilhelm

    ledig

    A

     

    1844

    Dreher

     

    A

     

    1844

    Krekel, Georg Wilhelm

    ledig

    A

     

    1844

    Schneider

     

    A

     

    1844

    Zeihlinger

     

    A

     

    1844

    Zimmerschied, Heinrich

     

    A

     

    1844

    Deusner, Joh. Philipp

    Familie (4)

    A

     

    1844

    Krekel I, Joh. Heinr.

    Witwer

    A

     

    1844

    Krekel, Joh. Jacob

    ledig

    A

     

    1844

    Linkenbach, Georg Wilhelm

    Familie (6)

    A

     

    1844

    Otto, Joh. Wilhelm

    Familie (6)

    A

     

    1844

    Schmidt

     

    A

     

    1846

    Kraft, Joh. Heinrich

    Familie (11)

    A

     

    1847

    Deusner, Jacob Philipp

    Familie (6)

    A

     

    1849

    ?

    (>2)

    A ?

     

    ca. 1850

    Brand, Jakob Joh.

    ledig

    A

     

    1852

    Brand, Heinrich

    ledig

    A

     

    1852

    Zöller, Wilhelm

    ledig

    A

     

    1853

    Krekel II, Joh. Heinr.

    Familie (8)

    A

     

    1854

    Elbert, Anne Marie Philip.

    ledig

    A

     

    1855

    Schneider, Elisabeth

    ledig

    A

     

    1865

    Bruchhäuser, Joh. Franz

    Familie (5)

    A

     

    1865

    Schmidt, Emil

    Familie (4)

    A

     

    ca. 1865

    Schneider, Philipp Jak. Chr.

    ledig

    A

     

    1865

    Wagner, Carl

    ledig

    A

     

    1866

    Kraft, Joh. Jacob

    Familie (2)

    A

     

    1868

    Nicolai, Karl

    Familie (5)

    A

     

    1882

    Blum, G. Wilhelm

    Familie (3)

    A

     

    1882

    Poths, Joh. Philipp

    Familie (8)

    A

     

    1882

    Schütz, Philipp

    Familie (3)

    A

     

    1883

    Blum, Joh. Heinr.

    Familie (3)

    A

     

    1883

    Stricker, Adam

    Familie (7)

    A

     

    ca. 1885

    Krekel, Johann Wilhelm

    ledig

    A

     

    ca. 1886

    Deutesfeld, Katharina

    ledig

    A

     

    ca. 1895

    Kreußler, Pauline

    ledig

    GB

     

    ca. 1900

    Kreußler, Karl Wilhelm

    Familie (3)

    Austr

     

    ca. 1905

    Kreußler, Philipp

    ledig

    F

     

    ca. 1908

    Herzberg, Bernhard

    ledig ?

    GB

     

    ca. 1910

    Sundheimer, Leo

    ledig

    A

     

    ca. 1919

    Bernhard, Karl

    Familie (3)

    A

     

    1923

    Krause, Emil

    Vater/Sohn (2)

    A

     

    ca. 1920

    Luß, Willi

    ledig

    Arg

     

    ca. 1922

    Elbert, Johanette

    Familie (2)

    F

     

    ca. 1925

    Kraft, Anna

    ledig

    NL

     

    ca. 1925

    Schneider, Lina

    ledig

    A

     

    1927

    Ackermann, Georg

    ledig

    A

     

    1931

    Kraft, Magdalene

    ledig

    NL

     

    1936

    Sundheimer, Ernst

    Familie (5)

    F

     

    ca. 1938

    Stein, Hans-Ludwig

    ledig

    GB

     

    ca. 1938

    Stein, Hermine

    ?

    GB?

     

    ca. 1938

    Stein, Jenny

    Familie (?)

    ?

     

    ca. 1938

    Stein, Julius Richard

    ?

    ?

     

    ca. 1938

    Stein, Kornelia

    ?

    ?

     

    ca. 1938

    Stein Regina Emma

    ?

    ?

     

    ca. 1938

    Sundheimer, Eugen

    Familie (?)

    F

     

    ca. 1938

    Sundheimer, Fritz

    ohne Ehefrau

    A

     

    ca. 1938

    Sundheimer, Johanna

    Familie (?)

    ?

    Tab. 2: Herkunft der Auswanderer (s.a. S. )

     

    Hof Mauch

     

    Kraft, Johann Heinrich

     

    Hof Mauch

     

    Schütz, Karl Philipp

     

    Hof Mauch

     

    Kreußler, Karoline Philippine, geb. Hofmann

     

    Kirchgasse

    3

    Herzberg, Bernhard

     

    Kirchgasse

    3

    Geschwister Sundheimer

     

    Kirchgasse

    8

    Linkenbach, Georg Wilhelm

     

    Kirchgasse

    17

    Geschwister Kreußler

     

    Kirchgasse

    18

    Bernhard, Karl

     

    Kirchgasse

    19

    Elbert, Johannette

     

    Lahnstraße

    11

    Schneider, Christiane

     

    Lahnstraße

    12

    Kraft, Johann Jacob

     

    Lahnstraße

    (Altes Wirtshaus)

    12

    Schmidt, Marie Klara, geb. Kraft

     

    Lahnstraße

    (abgerissen)

    15

    Krekel II, Johann Heinrich

     

    Lahnstraße

    17

    Stricker, Johannette Christine, geb. Tiefenbach

     

    Lahnstraße

    19

    Brand I, Johann Heinrich

     

    Lahnstraße

    19?

    Brand, Marie Karoline

     

    Lahnstraße

    23

    Geschwister Stein

     

    Lahnstraße

    28

    Stricker, Johann Adam

     

    Lahnstraße (Gast- haus Schiefer Turm)

    29

    Luss, Willi

     

    Lahnstraße

    39

    Wagner, Karl Christian

     

    Langgasse

    2

    Geschwister Stein

     

    Langgasse

    3

    Linkenbach, Georg Wilhelm

     

    Langgasse

    6

    Deusner, Jakob Philipp

     

    Langgasse

    8

    Deutesfeld, Katharina

     

    Langgasse

    11?

    Zöller, Wilhelm

     

    Langgasse

    11

    Kraft, Johann Heinrich

     

    Langgasse

    16

    Dreher

     

    Langgasse

    21?

    Brand, Marie Karoline

     

    Langgasse

    43

    Bruchhäuser, Johann Franz

     

    Langgasse

    45

    Ackermann, Georg

     

    Langgasse

    46

    Poths, Johann Philipp

     

    Langgasse

    54

    Geschwister Kraft

     

    Langgasse

    65

    Blum, Johann Heinrich

     

    Langgasse

    65

    Blum, Georg Wilhelm

     

    Langgasse

    69

    Krekel, Johann Wilhelm

     

    Langgasse

    (Castormühle)

    69

    Linkenbach, Marie Johannette, geb. Krekel

     

    Röderweg

    5

    Krause, Emil

     

    Schwarzenberg

    8

    Otto, Johann Wilhelm

     

    Schwarzenberg

    8

    Blum, Marie Philippine, geb. Otto

     

    Schwarzenberg

    8

    Nicolai, Karl

    Anlagen:

    New Orleans, den 12. Januar 1845

    Gott zum Gruß, liebe Freunde!

    Geschwister und Schwager und Schwägerinnen und alle meine guten Freunde! Endlich muß ich die Feder ergreifen, Euch zu benachrichtigen, daß wir alle gut angekommen sind. Wir sind gesund und froh, in der neuen Heimat zu sein. Das Glück ist uns hold, Gott sei Dank.

    Am 24. September wurde uns ein gesunder Knabe geboren. Es ging alles gut vonstatten. Zum Glück war eine Schweizerin an Bord. Sie war eine geschickte Hebamme. Mutter und Kind sind sehr gesund. Am 1. Tag ist die Mutter schon oben auf dem Verdeck gewesen. Alle begrüßten sie. Der Herr Kapitän nahm sich meiner Frau sehr an.

    Den 6. September 1844 fuhren wir von Antwerpen ab und den 25. Oktober morgens um 8 Uhr kamen wir in der schönen Stadt New Orleans an. Die Überfahrt verlief gut. Am 14. und 15. September war etwas Sturm. Wir alle hatten Seekrankheit, die Kinder nicht. Am besten blieb man im Bett.

    Liebe Geschwister, unsern Bruder [Georg Wilhelm Deusner] traf ich in der Stadt, auch den Schneider, der mit ihm fortzog und beide freuten sich sehr. Er ist erst einen Monat hier und oben im Land. Er verdient im Monat 15 Dollar. Nach 2 Monaten zieht er mit Zaihlinger wieder von hier fort. Liebe Geschwister, ihr dürft aber nicht denken, daß er sich Geld gespart hat, nein, keinen Cent! Ich habe ihm bei Ankunft ein Paar neue Stiefel geschenkt, weil er ganz wild und ko ist. Schweigen will ich. Er hat einen Brief geschrieben, den ich Euch nicht senden kann. Ich sende Euch seinen Gruß. Sein Vermögen will er haben. Er ist ein Luftling!

    Mit 67 Leuten sind wir hier angekommen. Der [Georg Wilhelm] Linkenbach, [Wilhelm] Otto und [Johann] Heinrich Krekel, der Schmiedt und die beiden Hömberger von Ems, der Dreher und zwei Schweizer. Sie sind nicht in der Stadt, sondern im Land. Ich und Beyer und Karoline Brand und der Eschborner bleiben hier mit Heinrich Zimmerschied. Auch er erhält im Monat 12 Taler. Der Vater soll sein Bett verkaufen und den Bermann Herz bezahlen, sagt er zu mir. Ich könnte noch mehr schreiben, aber meine Frau will weiter berichten. Hier ist viel Geld zu verdienen. Die Lebensmittel sind etwas teuer und die Hausmiete. Ich bezahle monatlich 15 fl [Gulden] oder 6 Taler. Täglich verdiene ich meine 5 fl. oder 2 Dollar, mitunter habe ich Tage, wo ich über 3 Dollar verdiene. Ein paar Stiefel zu sohlen, kosten 1½ Dollar. Ich habe als 3 Paar den Tag gemacht und dann sind die Leute noch froh, wenn man sie macht. Stiefel mache ich keine unter 5 Dollar bis 10 Dollar. Die Arbeit muß schön sein und nach der Mode. Für Schuhe bekomme ich 3 bis 5 Dollar und habe Gott sei Dank so viel zu tuen, daß ich mir ein paar Gesellen halten muß, sonst hätte ich Euch schon längst geschrieben.

    Denket alle an Gott und dann wird er Euch führen, wie er mich geleitet hat. Wir sind alle recht gesund. Meine Kinder fragen nicht: Vater, wo sind wir hergekommen? Mein Philipp spricht als noch von zu Hause, von seiner Gote, der schiefen Elbertin und von Blume und Beckers an der Kirche.

    Ach wenn Bäcker hier wären! Sie könnten sich in einem Jahr 500 Dollar sparen. Wagner verdienen auch viel. Sie bekommen für einen Karren mit 2 Rädern 16 Dollar und arbeiten noch bei dem Schmiedt. Der Schreiner, der meine Kommode gemacht hat, soll auch kommen, aber sein Handwerkszeug mitbringen. Für meine Kommode kann ich hier 50 Dollar oder 20 Taler bekommen. Ein Wagner ist nur hier. Es wohnen hier 180 000 Weiße und 70 000 Neger. Holz braucht man nicht zu kaufen. Man kann sich im Wald so viel Holz schlagen, wie man will. Mein Schwager Stricker sollte hier sein. Er könnte so viel hauen, wie er wollte und in der Stadt verkaufen. Den vornehmen Leuten ist es zu umständlich. Arbeitsgelegenheit ist reichlich vorhanden. Wer Englisch sprechen kann, ist geborgen. Wir lernen es allmählich, die Kinder schneller. Dienstmägde erhalten monatlich 6 bis 12 Dollar.

    Der Otto hat es mir schändlich gemacht mit meinem Geld, erst am Land hat er mich bezahlt. Jeder bringe soviel er kann "Emser Kränchen" mit, auch Dörrobst und Kartoffeln.

    In kurzer Zeit wird es hier anders werden, wenn Texas zu Amerika kommt. Eben kostet das Ackerland 8 fl, sonst im Land 1 1/4 Dollar.

    Sage dem Viktor Feder, ich hätte seinen Vater von Diez [?], Anton Heyer, getroffen, er läßt Ihn und seine Frau vielmals grüßen, wie ich auch. Es geht ihm sehr gut. ...[?]

    [Johann Philipp Deusner]

    Anlage 1: Brief von Joh. Philipp Deusner vom 12.1.1845

    Evansville, den 19ten Dezember 1852

    Da ich nun glücklich und gesund angekommen bin, so will ich auch schreiben, wie es mir auf der Reise gegangen, und wie es mir geht. Wir sind gefahren von Koblenz auf dem Dampfschiff bis nach Köln, von da auf der Eisenbahn bis nach Antwerben. Hier kamen wir ins Quartier bei einem deutschen Wirt mit Namen Windhund. Hier blieben wir 12 Tage, da kein Schiff da war, welches bald abging. Da wir nun mit Gewalt fort wollten, kamen wir wieder auf ein Dampfschiff bis nach Hull, von da auf die Eisenbahn bis Lieferpol [Liverpool]. Die Reise hat gedauert 3 Tage. In Lieferpol kamen wir gleich aufs Schiff, mußten aber noch 8 Tage warten, bis daß wir absegelten und mit vielen Irländern und Schottländern. Diese Seefahrt war sehr gut. Dann sind wir in 44 Tage von Lieferpol nach Orlins [New Orleans] gefahren. Ich war die ganze Zeit recht gesund, aber mein Kammerad Wilhelm [Zöller] war in den ersten 14 Tagen nicht recht gesund und auch nicht recht krank, durch das Wankeln des Schiffes. Das Schiff wurde manchmal von den Wellen so hin u. her geschlagen, daß man sich halten mußte im Bett und die Kasten hin und her flogen, ja sogar das Wasser schlug übers Schiff. Da wir aber auf die offene See kamen, war eine Hitze, daß man nicht wuste wohin man gehen sollte, ja wir haben die meiste Zeit oben auf dem Verdek geschlafen. Auch hatten wir 6 Tage, da es ganz Windstill war und das Schiff ganz ruhig stand. Aber ich will jeden warnen, nicht über Lieferpol zu reißen, denn ich will Euch schreiben, wie es mir ergangen ist. Wenn wir etwas kochen wollten, hatten wir jedesmal Zanck und Streit mit den Irländer, denn es waren ihrer über 300 und Teutsche nur 40 Personen. Auch sind wir so voll Leuse geworden, daß wir gar nicht wußten, was wir machen sollten. Wir sind alle glücklich angekommen, bis auf einen Matrosen, der ist gestorben. Er war kaum eine Stunde todt, so haben sie ihn schon über Bord geworfen. Da wir ankamen in Orlins, sind wir gleich ausgestiegen, denn es war uns neues frisches Land zu betreten. Zu aller erst haben wir [Johann] Jacob Krekel aufgesucht, welcher noch wohnt noch an der Dampfschifflandung, aber in einem anderen Haus das ist Nomero 107. Er hat uns recht wilkommen empfangen und war froh jemand zu sehe aus seiner Heimath. Er ist Gastwirth, wie er auch geschrieben hat und hat jeden Tag ein gutes Einkommen. Wir blieben 5 Tage bei ihm und sind dann nach Evansville gereist, welche gedauert 5 Tage und eine Nacht. Als wir dort ankamen war ein deutscher Fuhrmann da, der schon bestellt war, wenn 2 Bursche kämem, die nach [Johann] Philipp Deusner frachten sie sogleich zu ihm zu bringen. Er wohnt nahe am River, wo die Dampfschiffe landen. Als wir bei ihm ankamen war er sehr froh und hat uns gleich in ein Zimmer eingewiesen, da wir uns waschen und anders anziehen konnten. Seine Frau hat uns gleich ein Breckfest zurecht gemacht, auf deutsch ein Frühstück, aber doch nicht wie in Teutschland, trockenes Brod u. Kaffe, sondern Weißbrod, gebratenes Fleisch, geröstete Kartoffeln, Butter und Kaffe. Es gibt hier am Tag dreimal Fleisch. Morgens, Mittags, Abents. Ich hatte den ersten Tag schon Arbeit in einer Schmiede bei ... Amerikaner, weiß aber noch nicht was Ich vor Lohn bekomme. Und mein Kammerad Wilhelm Zöller ist bei einem Farmer auch ein Amerikaner u. bekommt den Monat 10 Thaler nach deutschem Geld 25 fl [Gulden], gewaschen und geflickt. Ph. Deusner geht es recht gut. Er hat zwei Häuser, eines in der Stadt u. wo er drin ist, ist unten an der Stiem [Steam]-bootslandung. Er hat einen großen Laden mit Schuhe, Stiefel, Leder, Leisten überhaupt alles was ein Schuhmacher braucht. Seine Frau Emale [Amalie] ist diesen Sommer gestorben. Er hat aber wieder eine andere, aber man kann es nicht wahr nehmen an den Kindern ob es eine Stiefmutter oder die rechte Mutter ist und auch in der Haushaltung ist sie reinlich. Bäcker braucht man hier im Lande nicht viele, denn die Weibsleut backen selbst das Brod u. die Kuchen so schön, wie es einem Bäcker in Teutschland möglich ist. Sie brauchen keine Heb [Hefe] und auch kein Sauerteig. Hier sind die Berge etwas niedriger wie in Teutschland, auch braucht man nicht zuzweit zu sein, wenn man pflügen will als wie in Teutschland, daß einer neben dem Pflug hergeht u. ihn hält, daß er nicht umfällt. Man kann hier ziehen was man will. Das Vieh geht den ganzen Tag auf die Weide als 1oo zusammen. Ja sogar den Winter gehen sie den ganzen Tag draußen herum und den Abend kommen sie heim. Die Schweine werden hier bis 500 Pfund schwer. Es gibt Farmer hier die 60 bis 100 Stück haben, aber doch nicht so viel Mühe mit ihnen als in Teutschland mit zwei. Vor hundert Pfund bekommt man 6 Thaler oder 15 Gulden. Jacob Krekel sagte mir meinem Vetter [Wilhelm] Otto ginge es recht gut, aber sein Sohn Anton ist ein Taugenichts wie auch in Teutschland, alles was er verdient verschwendet er. Sein Vater will gar nichts von ihm wissen, und seine Tochter Katharina war verheiratet. Aber sein Mann ist ihm [ihr] durchgegangen, und jetzt hat sie den zweiten. Jacob Deusner wohnt nicht weit von Evansville, er kommt oft in die Stadt. Jakob Krekel sagte es geht Georg Wilhelm Linkenbach sehr schlecht. 2 Buben fahren mit dem Stimbot und sind ungeratene Buben. Georg Wilhelm Krekel ist ein Kerl wie sein Vater. Er ist stets besoffen und ist verheiratet. Wenn jemand kommen will, soll die Kasten nicht zu groß machen, so daß sie zwei Mann tragen können und gut gepackt. Auch sehe sich einer fohr mit Getränk, denn es gibt schlechtes Wasser und man hat immer Durst. Getrocknetes Obst bringe man mit, Zwetschen, Schnitzel und auch Birnen ... Rauhe Hemder [Hemden] und Kappen lasse man zu Haus, denn sie sind in Amerika nicht modern. Ich will nun schließen aber das bemerke ich noch, daß ihr grüßet mein Vetter Ebenau, Wilhelm Deusner, Heinrich Deusner, meinen Kamerad seine Mutter und seine Geschwister, überhaupt alle Freunde und Bekannten.

    Weil ich jetzt noch nicht wußte, was ich den Monat bekam, will ich es euch Jetzt noch schreiben. Ich bekomme den Monat 18 Thaler, aber ich muß jeden Monat 8 Thaler Kostgeld bezahlen und hab 10 Thaler frei. Morgens brauche ich nicht so früh aufzustehen wie in Teutschland.

    Heinrich Brant

    Anlage 2: Brief von Heinrich Brand (Brant) vom 19.12.1852, s.a. Fußnote 6

    Anlage 3: Brief von Jacob Kraft vom 18.8.1914

    Anlage 4: Antrag auf Entlassung aus dem Untertanenverband von Jacob Deusner vom 3.3.1847

    Literaturverzeichnis:

    Manuskripte in Privatbesitz:

    BRANT, Heinrich: Brief vom 19.12.1852

    DEUSNER, Johann Philipp: Brief vom 12.1.1845 (Abschrift, Original verschollen)

    FISCHBACH, Heinrich: Chronica von Dausenau. 1909

    KRAFT, Jacob: Brief vom 18.8.1914

    Manuskripte in Archiven u.ä:

    Bad Ems, Stadtarchiv:

    MAXEINER, Theodor: Die 6 Dausenauer Mühlen, o.J.

    Dausenau, Gemeindearchiv:

    Bürgerliste für die Gemeinde Dausenau des herzoglichen Amts Nassau (enth. Einträge von 1823 bis 1894)

    DEUSNER, Karl: Kartothek der Personennamen aus den Registern der evangelischen Kirchgemeinde und der Zivilgemeinde, o.J.

    Einwohnermelderegister: 1903-19; 1930-49 (mehr nicht vorhanden)

    Dausenau, Pfarrarchiv:

    Geburtenregister, Heiratsregister, Sterberegister

    Dausenau, Archiv der Verbandsgemeinde Bad Ems:

    Schulchronik der Schule Dausenau

    Wiesbaden, Hessisches Hauptstaatsarchiv (im Text: HStaW):

    Abt. 235, Amt Nassau; Abt. 405, Regierungsbezirk Wiesbaden;

    Abt. 417, Unterlahnkreis - jew. die Akten über Entlassungen

    Gedruckte Quellen und Literatur:

    ASSION, Peter: Von Hessen in die neue Welt. 1987

    Auswanderung aus Hessen. Ausstellung in Lampertheim. 1984

    BAADEN, Franz: Aufbruch in die neue Welt - Auswanderung aus dem Kannenbäckerland, in: Geschäftsbericht Volksbank Westerwald. 1994

    BARTOLOSCH, Thomas A; NEUTSCH, Cornelius; ROTH, Karl Jürgen:

    Vom Westerwald nach Amerika - Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert. 1966

    BONNET, Rudolf: Nassauische Auswanderer nach Texas vor rund 120 Jahren, in: Hessische Familienkunde 9, 1968/69, S. 47-52

    BROMME, Traugott: Traugot Bromme's Hand- und Reisebuch für Auswanderer und Reisende nach Nord-, Mittel- und Süd-Amerika. 7. Aufl. 1853

    BRETTING, Agnes; Bickelmann, Hartmut: Auswanderungsagenturen und Auswanderungsvereine im 19. und 20. Jahrhundert. Wiesbaden 1991

    Briefe aus Amerika: deutsche Auswanderer schreiben aus der Neuen Welt: 1830-1930 / hrsg. von Wolfgang Helbich. 1988

    BRUCHHÄUSER, Kurt: Dausenau an der Lahn-die Mühlen und die Müllersfamilien. 1994

    Ders: Ortskataster der Gemeinde Dausenau. 1990

    Dreihundert Jahre Auswanderung von Rheinland-Pfalz nach Amerika. 1983

    Dreihundert Jahre deutsche Auswanderung in die USA. 1984

    Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden...1933 - 1945. 2 Bde., Koblenz 1986

    Germans to America: lists of passengers arriving at U.S. ports...Ed. Ira A. Glazier; P. William Filby, Vol. 1 ff, 1988 ff

    GEUE, Chester W.; Geue, Ethel H.: A new land beckoned. German immigration to Texas 1844-1847. 1972

    GEUE, Ethel H.: New homes in a new land. German immigration to Texas 1847-1861. 1970

    HENCHE, Albert: Auswanderer von der Lahn nach Rußland, in: Lahn-Zeitung Jg. 88, Nr. 271 vom 20.11.1937

    HÜBNER, Rolf: Bericht eines Dausenauer Auswanderers aus dem Jahre 1852, in: Verein für Geschichte, Denkmal- und Landschaftspflege Bad Ems, Vereinsnachrichten 64, 1993, S. 18-23

    Herzoglich nassauisches Intelligenzblatt, 1843 ff

    Inventar der Quellen zur Geschichte der Auswanderung 1500 - 1914

    in den staatlichen Archiven von Rheinland-Pfalz und dem Saarland. 1976

    KLÄSER, Josef: Auf nach Texas!, in: Die Augst 2, 1992, S. 11-17

    Ders.: Mühlen und Müller in Dausenau, T. 1, in: Heimatjahrbuch Rhein-Lahn-Kreis 1995, S. 169-178

    Koblenzer Beiträge zur Geschichte und Kultur, N.F. 2, 1992 (Schwerpunktthema Auswanderung)

    Kreisamtsblatt des Kreisamtsbezirks Nassau. Jg. 1, 1849ff

    KROPAT, Wolf-Arno: Die Auswanderung aus Nassau, in: Herzogtum Nassau 1906-1866. 1981, S.123-130

    NAU, John F: The german people of New Orleans, 1958

    Pioneers in God's hills, 2 Bde. 1960;1974

    PÖTZ, Astrid: Leben und Wirken des nassauischen Schulmeisters Wilhelm Brandenburger, Lehrer an der Elementarschule zu Dausenau, Teil 1-2, Bad Ems [1996] (Bad Emser Hefte ; 134-135)

    PHILIPPOVICH, Eugen von: Auswanderung und Auswanderungspolitik in Deutschland. 1892; Nachdruck 1989

    RESE, Beate: Texas - Ziel deutscher Auswanderung. 1996

    SCHÖBERL, Ingrid: Amerikanische Einwandererwerbung in Deutschland

    1845 - 1914. Diss. Hamburg 1990

    STRUCK, Wolf-Heino: Die Auswanderung aus dem Herzogtum Nassau (1806-1866). 1966

    Ders.: Zur Geschichte der nassauischen Auswanderung nach Texas, in: Nassauische Annalen 82, 1971, S.376-387

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    THILL, Hildburg-Helene: Lebensbilder jüdischer Koblenzer und ihre Schicksale. Koblenz 1987

    Von Nassau nach Amerika - Auswandererschicksale aus drei Jahrhunderten. Ausstellung Wiesbaden. 1993

    Abb. 1: Annoncen von Auswanderungsagenten aus dem Amtsblatt (1850)

    Abb.2: Anzeige im Kreisamtsblatt Jg. 3, 1851, Nr. 71

    Abb.3: Auszug aus einer computererfaßten Schiffsliste. Zahlreiche Fehler beeinträchtigen den Quellenwert der Schiffslisten, hier: Bruchhausen statt Bruchhäuser; Wilhelmine statt Wilhelm; falsche Herkunftsangabe: Anhalt-Dessau; dennoch ist die Identität eindeutig.

    Abb. 4: Visitenkarte aus dem Jahre 1939: Heathfield Hotel, Inhaber Fred Bernhard

    Abb. 5: Portrait Klara Schmidt, ca. 1900

    Abb. 6:Todesanzeige Klara Schmidt, in: Illinois Volksblatt Mai 1902

    Abb. 7: Auswanderungsanzeige im Amtsblatt Nassau Jg. 7, 1855, Nr. 51 vom 26.6.1855